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Der Israelit · 1889-01-07 · Heft 2 (7.1.1889) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 2 (7.1.1889)
Date
1889-01-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXX. Jahrgang. a- ['Vxnj/.T M 2. Israelit *» Jeschurun. Ieltstzrist w FördklW jild. Gelltes Md jild. Gebens in Ws. Gemeinde unb 5djult. Kentral' - Hrgan für das orfßobose Indentbum. Herausgegeben von I>r. Lehmnnn in Mainz. Montag, den 7. Januar 5649 (1889). Leitender Artikel. Der Ewige wird König sein immer »nd ewig. i. Mainz, 3. Januar. Am Schluffe des erhabenen Preisgesanges, welchen Moscheh und die Kinder Israels nach ihrer wunderbaren Errettung am Schilfmeere anstimmten, heißt es (2. B. M., Cap. 15, V. 18 u. 19): „Der Ewige wird König sein immer und ewig. Denn es kam das Roß Pharao's mit seinem Wagen und seinen Reitern in das Meer, und es brachte der Ewige über sie die Gewässer des Meeres, und die Kinder Israel gingen ans dem Trockenem durch die Mitte des Meeres." Hierzu bemerken unsere Weisen im Midrasch. *) ..Ipis DiD sa '2 ,no^ ,ijn nbyh 'n „Der Ewige wird regieren immer und ewig. Und warum? Denn es kam das Roß Pharao's rc." Es ist dies einer der rätselhaften Midraschim, welche das Nachdenken herausfordern. Wir wollen versuchen, den großen Gedanken, welchen die Weisen in diese räthselhafte Form gebracht haben, klarzulegen. Die Erklärer der heiligen Schrift sind nicht einerlei Meinung, ob der oben angeführte 19. Vers noch zu dem Preisgefüge gehört oder nicht. Nach! Aden Esra bildet er den Schlußvers des Gesanges! und faßt den ganzen wunderbaren Vorgang der; Rettung Israels und der Vernichtung der Aegypter j noch einmal zusammen. Raschi erklärt «a v mit; na -mo — nicht „denn es war gekommen", sonj *) Vergleiche DMn nitfSin, beigedruckt dem Amsterd. Pentateuch OO'lNL D12” (Quart). dern „sobald als gekommen war." Das Wört-; chen ’D hat bekanntlich vier verschiedene Deutungen, von denen zwei ntwo und xm sind. Der Sinn ist also nach Raschi folgender: Sobald als gekommen; war das Roß Pharao's mit seinem Wagen und , mit seinen Rettern in das Meer, und gebracht hatte der Ewige über sie die Gewässer des Meeres, und die Kinder Israel gegangen waren ans dem Trockenem; mitten durch das Meer — da nahm Mirjam, die! Prophetin, Aharon's Schwester, die Pauke in ihre Hand, und es folgten alle Frauen ihr nach mit Pauken und mit Reigen. (Vergleiche v'van »nsy I zur Stelle.) Nach dieser Erklärung schließt der Siegcsgesang Moscheh's und der Kinder Israel mit den Worten: Der Ewige wird König sein immer und ewig. Der 19. Vers aber bildet die Einleitung zu der nachfolgenden Erzählung. Derselben Ansicht ist auch Rabbi Samuel bar Meie (D'a«n) und viele Andere. Der von uns oben angeführte Midrasch jedoch scheint der Ansicht des Aben Esra zu sein, daß der 19. Vers noch zu dem Siegesliede gehöre und den Schluß desselben bilde, eine Ansicht, die auch die Art der Niederschrift in der heiligen Thorarolle zur Geltung bringt. Wenn nun dieser Vers noch zu dem Liede gehört, so kann er nicht die Einleitung zu dem Nachfolgendem bilden; es kann daher das Wörtchen '2 nicht die Bedeutung von ntwo „sobald als" haben, sondern die Bedeutung von 8m, „denn" oder „weil". Das will uns der Midrasch andeuten, und deßhalb fragt er: „und warum"? Wir sehen also, der Midrasch ist in der Beziehung nicht der Ansicht des Aben Esra, daß dieser Schlußvers die Zusammenfassung der ganzen wunderbaren Begebenheit bedeute, und in der That würde diese Erklärung den herrlichen Schwung des erhabenen Siegesliedes nur abschwächen. Wenn wir jedoch, wie der Midrasch,

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