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Der Israelit · 1889-01-02 · Heft 1 (2.1.1889) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 1 (2.1.1889)
Date
1889-01-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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MMWWMWM: '^3. Jb r. Buchh ac^lu r.? ': •^^KFURTj^V^ XXX. Jahrgang. Zsraclit - Jcschmiln Zettslyüst zur FörderuW jöd. Geistes Md M'Kkdeus iu Aus. GkMlude und Kchulr. KenLrak - Organ für das orthodore Iudenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den S. Januar 5649 (1889). Rabbiner Samson Mainz, 31. Dezember. Eine tiefe Trauer wird alle Söhne und Töchter unseres Volkes erfassen, sobald die Kunde zu ihnen dringt, daß der große Mann, der Vorkämpfer der gesetzestreuen Judenheit, der große Lehrer seines Volkes, den unsere Ueberschrift nennt, von hinnen geschieden n-nni m «a* bw rva bo '3 *■>»«. Ganz Israel wird den großen Verlust beweinen, den unser Volk erlitten^ Der Name Samson Raphael H i r sch bezeichnet einen Wendepunkt zum Guten in der Geschichte des modernen Mischen Volkslebens. Vor länger als einem halben Jahrhundert schien das echte, unverfälschte und unverkürzte Judenthum seinen zahlreichen und mächtigen Gegnern erliegen zu sollen. Abfall und Sünde nahmen tagtäglich überhand, und die alten, ehrwürdigen, frommen Rabbinen jener Zeit hatten, weil der modernen Bildung unkundig, nur geringen Einfluß auf das Heranwachsende Geschlecht. Die jungen Rabbinen hingegen, welche profanes Wissen sich ungeeignet hatten, stellten sich auf den Standpunkt der sogenannten Reform und suchten die Grundpfeiler des Judenthums zu erschüttern. Was die Holdheim, Einhorn, Geiger, Löwy, Stein 2c. in dieser Beziehung verschuldet haben, ist unbeschreiblich. Aber noch viel größer wäre der Ruin gewesen, wenn sich nicht ihnen ein junger, akademisch gebildeter Rabbiner, wenn sich nicht ihnen SamsonRaphaelHirfch, damals Großherzoglich Oldenburgtscher Landrabbiner, entgegengestellt hätte, um sie mit den Waffen des Geistes zu bekämpfen und dem fortschreitenden Verderben ein donnerndes Halt zu gebieten. Die 19 Briefe von Ben Usiel wirkten wie ein rei- Raphael Hirsch jn tiigettbeS Gewitter, wie ein Orkan, der die in der? Athmosphäre angehäuften faulen Miasmen hinweggefegt, und ein solcher Gotteskämpfer ist Rabbiner Hirsch bis an das Ende feines Lebens geblieben. Samson Raphael Hirsch wurde im Jahre 1808 in Hamburg geboren. Von seinen Eltern zum Kaufmannsstande erzogen, fühlte er den Beruf, in sich, für unsere heilige Religion zu wirken und zu kämpfen. Er verließ das Geschäft, in toel&m * er schon em Jahr thätig' gewefkk, und nach Mannheim, um zu den Füßen des damals noch sehr jungen, aber bereits hochberühmten Rabbi Jakob Ettlinger H», zu jener Zeit Klausrabbiner in Mannheim, dem Talmudstudium obzuliegen. Später besuchte er die Universität zu Bonn. Im Jahre 1830 wurde er zum Oldenburgischen Landrabbiner creirt. Von Oldenburg aus begann sein Licht zu strahlen. Daselbst verfaßte er die oben erwähnten 19 Briefe, ferner die polemis che Schrift NaphtuleNaphtali, - ferner H o r e b, ein Lehrbuch über Israels Wichten. — Schon nach wenigen Jahren wurde er als königlich hannoverscher Landrabbiner für die Provinz Ostfriesland nach Emden berufen.. So groß war bereits sein Ruf, daß, als das Mährische Landrabbinat zu Rikolsburg vakant würde, man keinen Würdigeren zu berufen wußte, als Samson Raphael Hirsch. Nikolsburg war seit Jahrhunderten der Rabbinatssitz der größten Lehrer in Israel gewesen. Dem Nikolsburger Rabbinatsftuhle waren sämmtliche Rabbinen Mährens, darunter weltberühmte Gelehrte, untergeordnet. Hirsch's Vorgänger waren Rabbi Mordechai Benst und Rabbi Nochum Ttkwitsch, Männer, deren Ruhm die ganze jüdische Welt erfüllte. Hier nun erschien der noch jugendliche,

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