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Der Israelit · 1882-12-06 · Heft 49 (6.12.1882) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 49 (6.12.1882)
Date
1882-12-06
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXIII. Jahrgang. vt« i -!' A^VHM.14«- rll* ^l'V4 X!/ VW Keimender ffttrfeE ^Literarischer Aericht. Brockhaus' Eonversations-Lexikon, allgemeine deutsche Real-Mcyklopädie. Dreizehnte vollständig umgearbeitete Auflage. Mit Abbildungen und Karten. In sechszehn Bänden. Leipzig. F. A. Brockhaus 1882. Von diesem vorzüglichen Werke liegen uns die drei ersten Bände zur Beurtheilung vor. Wir müssen uns natürlich darauf beschränken. Dasjenige hervorzuheben, was für unsere geehrten Leser von speciellem Interesse ist. Aus dem zweiten Theile heben wir die Biographien unserer Glaubensgenossen Berthold Auerbach, Dr. Ludwig Bamberg er und Professor Jacob Vernais hervor. — Im dritten Theile befindet sich beim Artikel „Buchdruckerkunst" ein Facfimile der ältesten hebräischen Druckschrift aus dem Jahre 1475; es sind die ersten Sätze aus dem Raschi-Commentar zur heiligen Schrift. Unsere geehrten Leser ersehen daraus, daß schon bald nach Erfindung der Buchdruckerkunst dieselbe von den Juden zur Verbreitung der Thorakenntniß nutzbar gemacht worden ist. — Das in dieser neuen Auflage Dargebotene überbietet die vorige Auflage bedeutend, indem namentlich die beigefügten bildlichen Darstellungen das Verständniß sehr erleichtern. Die Ausstattung ist in jeder Beziehung eine vorzügliche. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deuts ch l a n d. Mainz, 4. Dez. Unsre Vaterstadt und deren nächste Umgebung sind durch eine schreckliche Ueberschwemmung — die größte in diesem Jahrhundert — heimgesucht worden. Bei diesem traurigen Anlasse zeigt sich der Wohlthätigkeitssinn der Mainzer in erfreulichster Weise. Alle, die von der schrecklichen Katastrophe verschont blieben, beeilen sich, durch reichliche Geldspenden, Kleider, Schuhe, Lebensmittel, Feuerung rc. ihren nothleidenden Mitbürgern zu Hilfe zu kommen. Bei der Bevölkerung findet der hervorragende Antheil, welchen die Mainzer Israeliten an dem Hilfs- und Rettungswerk nehmen, die freudigste Anerkennung. Wiewohl fast gar keine Juden von der Kalamität betroffen wurden, hat man sich jüdischerseits beeilt, Alles zuzthun, um unfern nothleidenden christlichen Mitbürgern nach Kräften hilfreich zu sein. Es ist dies einfach unsre Pflicht, und wir würden nicht davon reden, wenn es die gegenwärtige antisemitische Bewegung nicht nothwendig erheischte, daß auch wir unsrerseits den vielen üblen Nachreden gegenüber, die in gehässigster Weise über die Juden verbreitet werden, solche Thatsachen in Erwähnung bringen, damit auch anderswo bei passender Gelegenheit darauf hingewiesen werden könne. Mainz, 4. Dez. Wir haben heute an das Central-Comits zu Amsterdam für die Armen, Nothleidenden rc. im heiligen Lande 3648 M. 75 Pf. überschickt. Hiervon sind 500 M. für die aus Rußland Vertriebenen, die in Jerusalem in tiefstem Elende schmachten, und denen zur Rückkehr in ihre Heimath verholfen werden soll, bestimmt. — Unsere geehrten Leser werden sich erinnern, daß wir bereits Anfangs September d. I. für diesen Zweck den Oberrabbinen von Jerusalem 1000 Mark zur Verfügung gestellt haben. In Folge dessen erhielten wir das nachfolgende Schreiben: „Hochgeehrter Herr Rabbiner! Empfangen Sie und die geehrten Spender unfern herzlichsten Dank für die 1200 Frcs., die Sie uns durch das löbliche Central-Comitk zu Amsterdam durch den Telegraph haben anweisen lassen, um uns in den Stand zu setzen, den aus Rußland Vertriebenen zur Rückkehr in ihre Heimath zu verhelfen. Wir haben nicht gesäumt. Alles zu thun, was in unseren Kräften stand und mehr als das, um diese Unglücklichen physisch und geistig zu erretten. Aber noch Vieles ist zu thun, und wir bitten Sie inständigst um eine zweite Gabe für diesen hochheiligen Zweck. Möge der Allgütige alle Diejenigen segnen, die sich dieser Bedauernswerthen erbarmen. In vorzüglicher Hochachtung: * Die Oberrabbinen von Jerusalem: Raphael Meic Panisel, Samuel Salant. Jerusalem, den 27. Tischri 5643." In Folge dieses Schreibens haben wir uns beeilt, die obenerwähnten 500 Mark zu übersenden. Die Summe der von uns für die Armen des heiligen Landes in diesem Jahre gesammelten und übersandten Gelder beträgt nunmehr 20,819 M. 80 Pf. 4

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