Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 45 (8.11.1882)
- Date
- 1882-11-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XXIII. Jahrgang. M «s. Der Israelit. Ein -Organ für das orthodoxe Jadenthum. Herausgegeben von Hr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 8. November 3843 (1882) . Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 1V ReichS-Mark. Nan abonnirr ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 85 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut CourS. — Direkte Francozusendung unter Streifband zwo Mrhrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. I » h a l't. Leitende Artikel: Der Segen Jizchakr. — Die theologische Fakultät an der ReichS-Universität zu Utrecht über die Blutbeschuldigung. — eitungSnachrichten u. Correspondenzen: Deutschland: Aus Bayern. Hamburg. — Oest.-Ung. Monarchie: Wien. Smal Pesth. 2mal Preßburg. Lembrrg. — Rnfllcms^ Petersburg — Frankreich: Paris. — Rußland: Odessa. — Feuilleton: Ein Mwterherz. Inhalt der erste« Beilage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. «eltungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Burgpreppach. — Oesterr.-Ung. Monarchie: Pesth. — Frankreich: Paris. — Feuilleton: Lob Munitz. Inhalt der zweite« Beilage: Leitender Artikel: Das „Schächten" der Juden. »eitungSnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Lmal Mainz. München. — Oest. - Ungar. Monarchie: 2mal Wien. 3mal Pesth. Preßburg. — Frankreich: Paris. — Dänemark: Kopenhagen. — Palästina: Jaffa. — Inhalt der ExtrwBeilage: Ependenverzeichnisse. Leitende Artikel. Per Segen Iizchaks. (Zu Paraschath Toledoth.) Mainz, 2. November. Die Vorgänge, welche in dem Wachenabschnitte für den kommenden Sabbat erzählt werden, die Art und Weise, wie Jakob den Segen seines Vaters Iizchaks erlangte, werden vielfach mißverstanden; es werden daraus von nichtjüdischer, und heutzutage auch von modern-jüdischer Seite, Vorwürfe gegen unseren Vater Jakob und gegen unsere Stammmutter Riwkah gezogen, die beim richtigen Verständnisse der heiligen Schrift jeder Begründung entbehren. Es ist die Tradition — der Taemud, der Midrasch, die Targumim, die uns einen tiefen Eiablick in jene Vorgänge gewähren und uns die heilige Schrift richtig lesen und verstehen lehren. Wir wollen zunächst einige Schwierigkeiten, die die oberflächliche Betrachtung des heiligen Schriftwortes ergibt, hervorheben und mit der Lösung derselben zugleich die Klärung des ganzen Vorganges versuchen. Als Esaw von der Jagd zurückkehrte und sich seinem Vater vorstellte, da erschrak dieser gar sehr und sprach: Wer denn ist der, welcher Wildpret gejagt hat und brachte es mir, und ich aß von Allem, bevor Du kamst, und ich segnete ihn — gesegnet soll er auch bleiben. — Als Esaw hörte die Worte seines Vaters, da that er einen Schrei, laut und bitterlich gar sehr, und er sprach zu seinem Vater: „Segne mich, auch mich, mein Vater. — Und er sprach: Es ist gekommen Dein Bruder mit Klugheit (wörtlich, mit Hinterlist), und er nahm Deinen Segen. — Und er sprach: Hat man doch genannt seinen Namen Jakob, und er hat mich zurückgedrängt schon zweimal: meine Erstgeburt hat er genommen, und siehe, jetzt hat er genommen meinen Segen? (1. B. M. C. 27, V. 33—37). Das Erste, was uns beim Lesen dieser Verse auffällt, ist, daß Jizchak inmitten seines Schreckens und Erstaunens gleich hinzufügt ''.t ins dj, gesegnet soll er auch bleiben. Ist das wohl der Situation angemessen? Wäre es nicht naturgemäß gewesen, daß er seinem Unwillen über den Unberechtigten Worte geliehen?