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Der Israelit · 1882-11-01 · Heft 44 (1.11.1882) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 44 (1.11.1882)
Date
1882-11-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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1101 abwechselnd blaß und roth, und doch überflog in der nächsten Secunde ein glückliches Lächeln seine Züge, er büßte und Buße war sein Lebens einziger Zweck! Mir aber zog sich stets das Herz zusammen, ich weinte oft und kränkte und härmte mich, hätte ich ihn nicht gar so lieb gehabt und nicht auch gewußt, daß er an mich gewöhnt, am liebsten wäre ich fortgelaufen, so weit mich meine armen, alten Füße tragen möchten! — Vor einigen Wochen erst, als es die frechen Bnben gar zu arg trieben, und ich einen der kecksten derb züchtigte — Ihr, werther Herr Primator, ließt mich wegen unerlaubter Selbsthilfe dafür sechs Stunden ins Karzer sperren; — da kam der Unfug heraus und es wurde verboten, Jemanden einen Schem kinno nachzurufen. Das war dem Herrn nicht recht, wärs in seiner Macht gelegen, er hätte das Verbot zurücknehmen lassen!" Die drei Besucher mußten lächeln und der Primator sprach zu den Rabbinern: „Ein merkwürdiger Mann von wunderbarlicher Eigenart!" Jchenhausen aber fuhr geschwätzig fort: „Aber glaubt Ihr, Rabboßai, daß mein Herr nur Armen Gutes erwies? Nein auch Bemittelten, Reichen, Allen! — Noch eines will ich bemerken: den Nichtjuden gegenüber hielt er sich in seiner Würde. Wir sind im Golus bedrückt genug, warum soll ich vor Nichtjuden schlechter erscheinen als ich wirklich bin, das wär' ein Chillul Haschens), würde meinen Glauben herabsetzen und meinen Glaubensgenossen schaden, diesen aber will ich nützen, soweit ich es vermag; und da er als Jouwelier bei den Höchsten des Landes geliebt und geachtet ist, so kann er Gutes stiften, nicht nur für Arme allein, o! ich könnte Beispiele erzählen! und," fuhr Feisch in einen: Zuge schwatzhaft fort, „oft hatte er große Geschäftsleute, die sich in Verlegenheit befanden, dadurch vom Ruin gerettet, daß er ihnen, ohne, daß sie die Quelle ahnten, durch dritte Hand große Kapitalien lieh, und gerade ein solcher, dessen großer, unbekannter Wohlthäter er geworden, steht in der Synagoge nahe bei ihm und würdigt ihn nicht eines Blickes, noch weniger eines Wortes, hat ihm oft genug Verachtung bewiesen und schweigend ohne Wimperzucken ertrugs mein edler Herr!" „Aber Feisch, alter, lieber Schwätzer!" mischte sich endlich Munitz wieder in die Unterhandlung, „wer wird denn gar so plauderhast sein!" „Laßt mich reden!" schrie Jchenhausen mir komischer Heftigkeit, „ich habe mir lange genug mein armes Herz abgeschwiegen! .... dann als vor vier Jahren, drei würdige Familienväter Reb Rate! Beleslawin, Reb Oscher Kaniz und Reb Gudet Hohenbruck unter falscher Anklage eingekerkert '-wurden, und selbst Eure Fürsprache, Herr Prim^tor. beim Oberstburggrafen fruchtlos blieb, da hat vimx Herr sie befreit." (Fortsetzung folgt.) 2) Entweihung des heiligen Namens. IKZEICrElT. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. WM- Inseraten - Annahme für Frankfurt a. M. bei I. Kauffmann, Buchhandlung; far Hamburg bei A. Goldschmidt, Buchhandlung, Kohlhöfen 35; für Cöln bei Leo Frank, Steinfeldergasse 7; für München bei N. Bettelheim, Färbergraben 29; für Fürth in Bayern M Dornberger, hebr. und deutsche Buchhandlung. Jsr.Töchter-Pensionat«. Zähere Unterrichtsanstalt, (gegründet 1884) von Frau Director Therese Gronau, Berlin, In den Zelten 12, von, Mitte September ab Hindersin - Straße 2 am Königsplatz. Aufnahme von Zöglingen. Prospect auf Wunsch. Emige Vakanzen f. junge Mädchen j-Erlernung des Haushaltes, fremder Sprayen u. Musik, ermäßigter Preis. (3187 E'ef. Auskunft über d. Anstalt v. größt. Rabbinen, Pädagogen u. den Eltern früherer jetziger Zöglinge. f»e>ür ein israel. Mädchen, 17 Jahre alr,! u von anständiger Familie, elternlos und angenehmem Äeußern, wird eine Stelle in der Haushaltung gesucht, auch könnte dasselbe event. im Geschäft mit thätig sein. Pr.-Referenzen stehen zu Diensten. Offerten unter A. 8. 3888 on die Erp. d. Blattes. r&in Mädchen, welches seine Lehrzeit in einem. Weißwaarengeschäst zugebracht und als Directrice bestehen kann, sucht anderweitig Stellung. Offerten unter Nr. 3866 besorgt die Erped. d. Bl. sttesucht für die israel. Gemeinde Bollweiler ein geprüfter Schullehrer, brv zugleich die Stelle als Cantor und Schäcdter versehen kann, mit 1600 bis 1800 Dl. Gehalt jährlich. Für den Vorstand: 3761) _M. Bally, Secretär. (£tn junges Mädchen (jüdisch), 20 Jahre ^2, alt, in der Haushaltung, im Kochen und Bügeln durchaus erfahren, sucl't Stelle bei einer alten Dame oder klein-, r Familie als Gesellschafterin oder Stütze der Hausfrau. Offerten unter Chiffre E. 3769 an d'.e Exped. d. Bl.

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