Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 44 (1.11.1882)
- Date
- 1882-11-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXHI. Jahrgang. ■r M Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Iudenthum. Herausgegeben von Br. Lehman» in Mainz. Mittwoch, den I. November S643 (1882) Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs» in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Ran abonniri ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate Pfennige die breigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Spedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: An die Frauen und Töchter in Israel. — Collectanea. — Der Schluß des Asyls für russ. jüd. Flüchtlinge in Berlin. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Breslau. — Oesterr.-Ung. Monarchie: Wien. Pesth. — England: London. — Rußland: Odessa. — Amerika. — ieuilleton: Ein Multerherz. Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Einzelne Bemerkungen zu Heidenheim's Machsorcommentar. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Ansbach. — Oest.-Nngar. Monarchie: — Frankreich: Paris. — England: 2mal London. Ramsgate. — LitUeton: Löb Munitz. Inhalt der zweite« Beilage: keilender Artikel: Notiz. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Höchberg. Hamburg. — Oest.-Ung. Monarchie: Wien. — Leitende Artikel. lln die Irauen und Töchter in Israel. (Zu Paraschath Chaje Sarah.) Mainz, 24. October. Es ist eine ernste Zeit, in der wir leben. Ue- M erheben die Judenfeinde ihr Haupt, um die Mchkommen Jakobs zu verfolgen und womöglich zu Michten. Zeitschriften werden gegründet, in denen fie schrecklichsten Dinge über uns gesagt werden und von Verleumduflgen gegen Juden und Judenthum Men; Broschüren werden in Masse ausgestreuet, stm die große Menge gegen uns auszuhetzen und sie k>l Gewalttätigkeiten zu treiben. Reden werden auf pfgreffen und in Parlamenten gehalten, in denen Haß und die Verfolgungssucht offen zu Tage treten; alte Mährchen, die wir längst erstorben wähnten, werden aufs Neue aufgetischt und von unverständigen oder böswilligen Menschen geglaubt. Wir Israeliten sind zwar an derartige Erscheinungen gewöhnt, die sich in der langen Reihe der Jahrhunderte nur zu oft wiederholt haben. Unsere Voreltern hatten jedoch vor dem jetzt lebenden Geschlechte einen großen Vortheil voraus. Sie hingen mit unerschütterlicher Festigkeit an den Wahrheiten unsrer heiligen Religion und suchten deren erhabene Gebote mit unendlicher Liebe und Hingebung zu erfüllen. Da konnten Schmach, Roth und Verfolgung ihnen nichts anhaben. Für Alles, was sie entbehren mußten, fanden sie reichlich Ersatz in der Liebe zu Gott und der Gotteslehre und in der Beobachtung Seiner heiligen Gebote. Anders ist es heute. Die drohende Verfolgung tritt einem Geschlechte entgegen, das sich vielfach seinem Vater im Himmel entfremdet hat. Zu Ihm zurückzukehren und die alte Gesinnungstüchtigkeit und Ueberzeugungstreue wieder zurückzugewinnen, muß unsre Hauptaufgabe sein. Dä^ durch erlangen wir eine Zuversicht, die uns am besten gegen die drohende Gefahr waffnet und mit Ruhe und Ergebung der zukommenden Zeit entgegensetzen läßt. In allen trüben und ernsten Perioden waren es die Frauen und Töchter in Israel, welche den Muth der Männer aufrecht erhielten und sie in Tugend und Frömmigkeit bestärkten. Um der Tugenden der frommen Frauen willen wurden unsre Voreltern aus den Sklavenbanden Aegyptens erlöst. In treuer Liebe und unaussprechlicher Hingebung suchten sie das trübe Loos ihrer zu