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Der Israelit · 1882-10-11 · Heft 41 (11.10.1882) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 41 (11.10.1882)
Date
1882-10-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1014 In neuerer Zeit macht sich eine andere Strömung geltend. Man will die jüdische Nation wieder aufrichten , aber nicht auf der Grundlage der Gotteslehre und der prophetischen Verheißung, sondern durch Ankauf von Ländereien und Errichtung eines Directoriums zur Gründung eines jüdischen Staates. Dieser Gedanke, dem wir schon häufig begegneten, hat in einer soeben erschienenen Broschüre*) sehr beredten Ausdruck gesunden. Der Verfasser schildert das traurige Loos, das unfern Stammesgenossen seit vielen Jahrhunderten zu Theil geworden. Er selbst resümirt den Inhalt seiner Schrift in folgenden Sätzen: „Die Jaden sind keine lebende Nation: sie sind überall Fremde, daher sind sie verachtet. „Die bürgerliche und politische Gleichstellung der Juden genügt nicht, sie in der Achtung der Völker zu heben. „Das rechte, das einzige Mittel wäre die Schaffung einer indischen Nationalität, eines Volkes auf eigenem Grund und Boden, die Autoemancipation der Juden, ihre Gleichstellung als Nation unter Nationen durch Erwerbung einer eigenen Heiinath. „Man rede sich nicht ein, daß die Humanität und die Aufklärung jemals radikale Heilmittel für das Siechthum unsres Volkes sein werden. „Der, Mangel an nationalem Selbstgefühl und Selbstvertrauen, an politischer Initiative und an Einheit sind die Feinde unsrer nationalen Wiedergeburt. „Damit wir nicht gezwungen sind, von dem einen Exil in's andere zu wandern, müssen wir eine umfangreiche, produktive Zufluchtsstätte haben, einen Sammelpunkt, der unser eigen ist. „Der gegenwärtige Moment ist dem etnwickelten Plane günstiger als jeder andere. „Die internationale Judenfrage mutz eine narionale Lösung erfahren. Freilich kann unsre nationale Wiedergeburt nur sehr langsam vor sich gehen. Wir müssen den ersten Schritt thun. Unsre Nachkommen müssen uns in gemessenem, nicht übereiltem Tempo folgen. „Die nationale Wiedergeburt der Juden muß durch einen Congreß jüdischer Notablen angebahnt werden. „Kein Opfer wäre zu groß, um das Ziel zu erreichen, welches die allenvärts gefährdete Zukunft unsres Volkes sicher stellen soll. „Die finanzielle Ausführung des Unternehmens kann nach Lage der Sache keinen unüberwindlichen Schwierigkeiten begegnen. Helft Euch selbst, und Gott wird Euch Helsen." So freudig wir nun auch die Wiederbelebung des jüdischen Nationalitäts-Gedankens begrüßen, so gern wir es auch sehen, daß selbst in den modernen Kreisen sich die Ueberzeugung Bahn bricht, daß wir Juden Juden bleiben sollen und müssen, so müssen wir uns doch auf das Entschiedenste gegen derartige Pläne und Vorschläge aussprechen. Es liegt hier eine Verkennung des Wesens und der weltgeschichtlichen Aufgabe des Judenthums zu Grunde. All' das Unglück, all' der Hohn, all' die Schmach, all' die Schrecken und Verfolgungen werden reichlich ausgewogen durch das unendliche Glück, welches uns die Gotteslehre und die Gottesgebote verleihen. Deßhalb „Autoemancipation." Mahnruf ait seine Stammesgenossen von einem russischen Juden. Berlin S.W. von N. Jßleib. <G. Schuhr) 1882. wollen wir geduldig und ergeben alles Schmerzliche,! das uns die Verbannung bringt, ertragen bis M dem Zeitpunkte, da der allgütige Vater Seine über! den ganzen Erdboden zerstreuten Kinder in das so! schmerzlich vermißte Elternhaus zurückruft. Unsre! Freude und unser Glück liegen ganz wo anders als! in der Werthschätzung der Menschen. Wo wirsiej suchen und finden, das sprechen wir täglich in unsc-j rem Gebete aus in den Worten: sein p no3^> uirop U’t;« -jna .oora yo: Dbiy «rn noa nun „Gelobt sei unser Gott, der uns erschaffen! zu Seiner Ehre, der uns gesondert hat von deii Irrenden, der uns gegeben hat eine Lehre der Wahrj heit, der ewiges Leben gepflanzt hat in unsre'" Zeitungsnachrichten und Correspondenzen! Deutschland. Fürth, im October. Die jüngste Ankündigung in Bezug auf die israel. Bürgerschule dahier mi? gewiß allgemein mit Freuden begrüßt, ist doch bainij endlich für Bayern und ganz Süddeutschland eine« längst gefühlten Mangel in schönster Weise abg« fen. Da das Zeugniß dieser Anstalt nun auch m Einjährig-Freiwilligendienst berechtigt, so ist jetzt jeda orthodoxen Familie ermöglicht, durch diese An! das Gleiche zu erzielen, was alle königl. Real- Handelsschulen bieten, dabei aber ihren Kindern m echt religiöse Erziehung und Ausbildung angedcha zu lassen. Die Anstalt ist ganz besonders auswn Ligen Familien zu empfehlen, da auch für bi"^ Pension und gute Aufsicht bei einigen Lehrern Anstalt gesorgt und auch das jährliche Honorar eij sehr mäßiges ist. (Möge die bewährte, in echt j« dischem Sinne geleitete Anstalt zu recht gedeihlm Entfaltung und Blüthe gelangen! Red.) Berlin, 6. Oct. Im ersten Berliner W bezirk fand ^gestern eine fortschrittliche Wähler sammlung statt, in welcher Richter namentlich g! Stöcker polemisirte. Letzterer hat bekanntlich i gestern in einer Versammlung gesprochen, MW der Minister von Puttkammer beiwohnte. RM sagte: Die Judenhetze muß immer von Zeit zu,Z4 angefacht werden, und Herr Stöcker hat vorgcM eine Art von Galavorstellung gegeben, vielleicht/ Ehren der Anwesenheit des Herrn Ministers! Innern. (Lebhafter Beifall.) Herr Stöcker,Z sich immer gegen den Vorwurf verwahrt, da8 gegen die Juden hetze, sollte sehr ruhig sein, w] er ist um kein Haarbreit besser als jene 11«(r rufen I getan und u nicht d stmrmr diesem jes, da ch ni >der Fc auch et garn. es für Hetzrede Innern (Stärs Wenn lauf bcu rufen, < ivohenz »Landes wie sie ideutsche sich ein!nur du liüurbe. Ibis end Ihob uni des Leb Fl »bewegte IBegräbl lunb hoc |bie letzt |unermü' . ts hil IGaben; laufe un berzen peftrebe Wirken. P, reit ein lntersuc toinitat der den lbolcser l fren un Mchräu chatsäcl

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