Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 39-40 (27.9.1882)
- Date
- 1882-09-27
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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990 Verbreitung der in Dresden erscheinenden „Deutschen Reform" zu sorgen, sondern diesem Verbandsorgane auch Annoncen und Berichte zu verschaffen. (Antrag von Pickenbach, Berlin.) 3. Jedes Mitglied eines Reformvereins hat monatlich mindestens 10 Pfennige zur Unterstützung der Partei-Organes zu zahlen. — Der Delegirten-Versammlung folgte ein gemeinschaftliches Diner, dann ein Ausflug mit Extra-Festschiff nach Loschwitz, Blasewitz (wo gegen den Wirth des Schiller-Gartens eine übermüthige Demonstration in Scene gesetzt ward, weil er ans die „Deutsche Reform" nicht abonnirt) und Wachwitzhöhe. — Aus der letzten Sitzung ist noch nachzutragen: Der Congreß beschloß (einem Stöcker'schen Vorschläge gemäß) die Bildung eines permanenten antijüdischen Comittzs nach dem Vorbilde der Alliance israSlite universelle, dessen Mitglieder verschiedenen Landern angehören und deren Namen verschwiegen bleiben sollen, sowie die Gründung einer „Internationalen antisemitischen Revue". Zuletzt brachte Herr v. Simonyi den Prozeß in Sachen der verschwundenen Esther Solyomssy in Tisza-Eszlar zur Sprache, wobei er behauptete, in Gestalt von Geständnissen habe er die Beweise in Händen, daß es sich hier thatsächlich um einen rituellen Mord handle. Der Congreß sprach darauf unter voller Anerkennung der Integrität des ungarischen Richterstandes die Erwartung aus, daß derselbe in dieser Affaire seinen hohen Verpflichtungen voll und ganz genügen werde. Oesterr -Ungar. Monarchie. Lemberg, 17. Sept. Abgeordneter Merunowicz behauptete gestern in öffentlicher Landtagssitzung, das Wiener Rabbinat habe auf die Anfrage einer galizischen Gerichtsbehörde geantwortet, daß die jüdische Religion in gewissen Fällen den Mord gestatte. In Folge dessen wendete sich der hiesige Gemeindevorstand und Rabbiner Löwenstein telegraphisch an das Wiener Rabbinat um Aufklärung, worauf heute folgende Depesche aus Wien angelangte: „Die Behauptung des Abgeordneten Merunowicz ist gänzlich erfunden. Wiener Rabbinat Dr. Güdemann." Das Wiener Rabbinat wird auch in einer Zuschrift an den Landmarschall erklären, daß Merunowicz die Unwahrheit behauptet hat. Feuilleton. <M Munitz. Kulturhistorisches Zeitbild aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts. Von S. Kohn. (Verfasser von „Gabriel".) (Fortsetzung.) Es trat eine Pause ein. Es war eine ganz eigenthümliche Scene von sonderbarster Färbung, die sich da in dem Zimmer in der Meiselgasse de» Prager Ghetto abspielte. Wäre Jemand anwesend gewesen, der die Sprache, deren sich Rabbi Jako» Cohen bediente, nicht verstanden und hätte er nur nach den Mienen und dem Behüben der Hauptbetheiligten die Situation beurtheilt, er hätte diese total falsch auffassen müssen! Der Frankfurter Ra» hatte sich in gerechten Zorne hineingesprochen, sein edles, ausdrucksvolles Antlitz war geröthet, er stand erhobenen Hauptes da, und seine großen, schönen, noch immer feurigen Augen schleuderten Blitze, so mußte man sich die eifervollen Propheten denken, die ihrem Volke Gottes Wort verkündeten; — und wer die Sprache, die Rabbi Jakow sprach, nicht verstand, der hätte glauben müssen, daß er Munch mit Vorwürfen überhäufe, und Munitz' dehmüthigeö Benehmen hätte diese Täuschung noch bestärken müssen! Er ließ das Haupt traurig auf die Bm sinken, als wären all' die hohen Lobsprüche, die sich aus so erlauchtem Munde auf sein edles Haupt ergossen, die bittersten, härtesten Vorwürfe. — Munch antwortete nicht, es zuckte nur eigenthümlich um seine Lippen; — nun aber drängte sich Feisch Jchenhausen keck hervor und schrie: „Mein Rabbi, nein! das kann mein Herr nicht ableugnen! Alles das, was Ihr angeführt, hat er gethan, und noch viel mehr als das ... . alo ihn der unerforschlich große Gott geprüft; als der unschuldige, edle Mann zu lebenslangem Kerker vcrurtheilt wurde; als er erfuhr, daß sein edles Weib, sein Kind unter ihrem Herzen, wie gehetztes Wild durch Deutschland fliehen mußte; — als er erfuhr, daß sie in Prag, als sie feinem Sohne, unserem herrlichen Benjamin da, das Leben gab, an gebrochenem Herzen in Kummer und Gram, um den edlen Gatten, der in Ketten im tiefen Kerker lag, gestorben; als er erfuhr, daß die arme Dulderin gestorben, ohne daß es ihm vergönnt gewesen, in ihrem letzten Momente an ihrem Bette zu stehen, den letzten Kuß auf ihre erbleichenden Lippen zu drücken, den Todesschweiß an ihrer Stirne zu trocknen, von ihr Abschied zu nehmen, ihr die lieben, todten, treuen Augen zuzudrücken, als er erfuhr, daß sie gestorben und ihm einen Sohn geboren, und er, der damals fünfunddreißrgl an sein aar nie danke, zu Tod da, die! er gem einem < salsleni Gott is!es so # so Herr!" , vor Ar nein - hausen schuldö die neu m Ani spreche trauen er All Munis gar tr ad biä wie m mesch nasze '1 die Id vorzus beiden sein 1 contoul auf s mit K treue miede mit d geguä schon Miller fragt scheid 5eel< wund merk! erkau in j, »um