Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 39-40 (27.9.1882)
- Date
- 1882-09-27
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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987 Der Polizeipräsident ließ sich Alles genau Achten. „Eine lange Zeit." sagte er dann, „ist seit jener hrecklichen That verflossen. So weit ich weiß, ist »r noch ein Beamter in Funktion, der damals bei ff Untersuchung betheiligt war. Ich werde ihn finnien lassen." Bei diesen Worten öffnete er eine Thüre und |ep „Der Polizeirath Schmitt soll kommen!" Es währkenicht lange, und ein alter, im Amte Muter Mann erschien.! /Schmitt," redete ihn sein Vorgesetzter an, „er- Inent Sie sich noch des vor achtundzwanzig Jahren [er vorgekommenen und unentdeckt gebliebenen Raubordes?" „„Gewiß, Herr Präsident. Der Banquier sanmel Marbach ist an hellem Tage in einem der Mesten Theile der Stadt ermordet unb beraubt orden. Alle Nachforschungen hatten nur geringen rfolg." " /Sie sagen, lieber Schmitt, nur geringen Erfolg, lso doch Erfolg. Wissen Sie noch, was die Unterjchung damals zum Tage förderte?" „„Ich erinnere mich nicht mehr genau; aber da Fall bis heute unerledigt geblieben ist, so sind Akten darüber noch vorhanden. Gestatten Sie |tr, sie herbeizuholen." " „Thun Sie das, lieber Schmitt!" Nach einiger Zeit kehrte der Polizeirath zurück, Ken Bündel bestaubter Akten vor seinem Vorgesetzten tsbreitend. Aus denselben ging hervor, daß der Jn- |ber eines Cigarrenladens, welcher dem Marbach'schen omptoir damals gegenüber wohnte, gesehen hatte, [fs ein ungewöhnlich großer und starkknochiger Mann st einem zusammengerollten Sacke unter dem Arme das Haus, in welchem sich Marbach's Comptoir befand, eingetreten war und dasselbe kurzeZeit nachher, einen schweren Sack tragend, wieder verlassen habe. Auch ein dolchartiges Messer, welches der Mörder zurückgelassen hatte, lag den Akten bei. — Das war Alles; man hatte weder jenen Mann auffinden, noch den Besitzer des Messers eruiren können. Man hatte die sorgfältigste Umfrage gehalten, in welchem Laden wohl das Messer gekauft worden war. Diese Messer waren aber in der Gegend allgemein in Gebrauch, so daß die gefundene Mordwaffe nicht auf die Spur des Mörders hatte führen können. „Ist niemals," fragte der Präsident, „der Verdacht auf einen Müller Namens Vollmar aus Mispelsheim gelenkt worden?" „„Nein,"" antwortete der Polizeirath. „„Es kamen zwar Denunciationen in Menge; denn viele Leute wünschten den ausgesetzten Preis zu verdienen. Gegen alle Denuncirten wurde die Untersuchung eingeleitet; allein, diese mußten bald wieder eingestellt werden, da sich stets die völlige Unschuld der Angeklagten ergab. Hier ist ein Verzeichniß der Namen aller derer, die sich in Untersuchung befunden haben. Der Namen Vollmar ist nicht dabei."" Nunmehr setzte der Polizeipräsident seinen Untergebenen von dem Funde in Kenntniß, welchen Adolph Marbach gemacht hatte. „Ich kann noch hinzufügen," sagte Adolph, „daß die Beschreibung des Cigarrenhändlers auf die Person des Müllers Vollmar paßt, derselbe ist ein ungewöhnlich großer und starkknochiger Mann." „Das ist er," sagte Dr. Funk, „und ein Glück ist, daß der Cigarrenhändler Schröder noch lebt; vielleicht erinnert er sich noch der Erscheinung jenes Mannes, wenn derselbe ihm vorgeführt wird." (Fortsetzung folgt.) AHZEIftEX. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. WF“ Inseraten - Annahme für Frankfurt a. M. bei I. Kauffmann, Buchhandlung; Hamburg bei A. Goldschmidt, Buchhandlung, Kohlhöfen 35; für Cöln bei Leo Frank, temseldergasse 7; für München bei 9d. Dettelheim, Färbergraben 29; für Fürth in Bayern M. Hornberger, hebr. und deutsche Buchhandlung. Annonce. jpeimtttm Stern in Montabaur yt^um baldigen Eintritt einen Lehrling , sein Glas- und Baumaterialien-Handp Gngros unter günstigen Bedingungen ^engagiren. Samstag und Feiertage Glossen. E (3605 ds. Bl. rn Wittwer mit drei kleinen Kindern, wovon das äffte 4 Vs Jahr, das 2. 2 Jahr 10 Monat, das kleinste 5 Wochen alt ist, sucht eine zuverlässige Person, Israelitin, als Kindererzieherin, die dem Haushalt vorstehen kann. Eintritt sofort. Osi. unter Nr. 3591 besorgt die Erpedit. k^as seit 60 Jahren von den «Ci feinste« und frommsten Gästen besuchte israel. „Hotel Schweb" in Bad Kisfinge« ist vielen Wünsche« entsprechend vergrößert und mit hübschen Balcouzrmmeru n. Salons versehen worden und kann in jeder Hinsicht empfohlen werden. (2145