Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1882-09-27 · Heft 39-40 (27.9.1882) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 39-40 (27.9.1882)
Date
1882-09-27
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2447898-2447936--19124-2475192
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

985 jien in einem einzigen Loeale hoffen wir die titerhaltungskosten bedeutend zu reduciren. Die Zahl der nach Europa zurückgekehrten Perlen betrug am 19. Juni: 56, am 13. Juli: 19, 17. Juli: 32, macht zusammen 105 Personen, lie Regel des Vereins war und ist, gewisse Emi- Iflnten nur in vereinzelten Fällen zurückzuschicken, 1K. solche, welche durch chronische Krankheiten oder srch jeden anderen dauernden Schwächezustand eine rmanenteLast für die Gemeinde wie für die Geselljaft zu werden drohen. In keinem Falle schickt au einen Erwachsenen zurück, wenn er nicht selbst iingend darum bittet. Man muß bedenken, daß tr als amerikanische Israeliten Pflichten gegen die emeinbe haben, in welcher wir leben, und daß diese lichten uns verbieten, permanente Arme der Stadt Last zu legen, die deren ohnehin eine große Anl hat. H. Dr. Goldmann hat als unser Vertreter igc Ackerbaucolonien in Nordwesten besucht, um erfahren, auf welchen Bedingungen der Erfolg fier Kolonisation beruhet. Die Schlüsse, zu denen gelangt ist, können als von der Gesellschaft angehnten betrachtet und daher hier angeführt werden: Mr müssen mit Sorfalt, Ueberlegen und mit Vorht bei der Auswahl und Unterbringung der Cololmi Vorgehen, wir müssen mit ihnen wie Geschäftsjite mit Geschäftsleuten handeln, wir müssen ihnen Liebe erweisen, die lediglich in der Darreichung w» Kapitals besteht an diejenigen, welche dessen kirdig sind, sonst würde das Geld verschleudert und Mac Bemühungen hätten keinen Nutzen, weder für ..selbst noch für die Rasse, der sie angehören. Für eine Person bin ich fest überzeugt, daß unsere Gellschaft gegenwärtig die Verantwortung zur Begrünung des Colonisationswerkes in größerem Maßstabe Icht übernehmen kann, noch sollte. Wir sind augenpcklich mit einem anderen ebenfalls wichtigen Werke tschäftigt, das uns nothgedrungen angewiesen worin ist, nänilich die Flüchtlinge, die für die Colonistion nicht geeignet sind, noch jemals sein werden, Hunehmen, zu unterstützen und unterzubringen." (Abgebrannte von Smyrna.) — Wir haben im ölen Bericht von dem großen durch den Brand von kmyrna verursachten Schaden gemeldet, sowie von kr Thätigkeit und Hochherzigkeit, mit welcher die Hilfsleistungen sofort organistrt worden sind. Gegenwärtig sind alle Abgebrannten in Sicherheit, die Weisten in Baracken untergebracht, welche durch die Wühnngen und auf Kosten des von Sr. Ex. Ali Pascha Leisteten Hilfscomitßs auf verschiedenen Grundstücken stichtet worden sind, einige in eigens gemietheten Mern. Es ist eine allgemeine Vertheilung von Decken, Bettzeug und Wäsche veranstaltet worden, süßer den Geschenken der Alliance, des H. von Hirsch rc., von denen im letzten Monatsbericht die Rede war, sind neue Summen in die Kaffen des Hilfscomittzs geflossen: H. Nissim Leon aus Paris schickte 1000 Fr., H. Modiano aus Salonichi 10 Pfd. trk. (230 Fr.)' (Ereignisse von Alexandrien.) — Die Israeliten von Alexandrien, welche sich nach verschiedenen Städten des Orients geflüchtet haben, riefen die Alliance um Hilfe an; das C.-Comitö war so glücklich, denselben von dem kleinen Rest der früheren türkischen Subscription einige Subventionen bewilligen zu können. Den flüchtigen Israeliten zu Alexandrien find 2000 Francs bewilligt worden. Tunis. — Eine große Anzahl junger Leute aus der Schule, welche ihre Lehrzeit beendigt haben, verdienen sich gegenwärtig ehrenvoll ihr Brod und komnien ihren Familien zu Hilfe; in diesem Augenblicke werden 70 junge Leute in verschiedenen Handwerken unterrichtet, als Tischler, Schmiede, Schlaffer, Stellmacher, Wagenbauer, Weber, Maler, Tapezirer, Bleiarbeiter rc. Feuilleton. per Sohn der Witwe. X. Mit großer Spannung hatte Frau Marbach die Rückkehr ihres Sohnes erwartet. Sie nahm den größten Antheil an dem Geschicke der Familie Silberstein, wiewohl der Herr Comerzienrath das weder um sie, noch um ihren Sohn verdient hatte; aber Frau Silberstein war ihr eine treue Freundin geworden, und Helene liebte sie wie ihr eignes Kind. „Nun," rief sie ihrem eintretenden Sohne entgegen, „hat die Frau Reuter in Mispelsheim Mittheilungen gemacht, die zu einer Rechtfertigung Silbersteins führen könnten?" „„Nein, geliebte Mutter; nichts, als was wir schon vorher wußten. Dagegen hat sie geglaubt, einen großen antiquarischen Fund gemacht zu haben, eine Silbermünze, die aber gar keinen antiquarischen Werth hat, einen sogenannten Machazis Haschekel — Phantasie-Münzen, die mit den alten jüdischen Werthzeichen nichts gemein haben."" „Ach, mein lieber Sohn, was Du sagst, weckt mir trübe Erinnerungen. Eine derartige Münze besaß Dein Vater und hielt sie sehr hoch. Sein Vater hatte sie ihm am Tage der Beschneidung um den Hals gehängt; ein Gleiches that er Dir, als das erste Gottesgebot an Dir vollzogen wurde; er hatte auch seinen Namen hineingravirt: Schmuäl bar Ahron."

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.