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Der Israelit · 1882-09-27 · Heft 39-40 (27.9.1882) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 39-40 (27.9.1882)
Date
1882-09-27
Page
– (sequence 11)
Language
German
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983 schränken. Schlußthese 6 endlich erklärt, daß alle Nebel dieser Welt nur durch die Pflege christlichen Geistes behoben werden können; die Vernachlässigung dieses Geistes habe eben zur Abhängigkeit von Juden geführt. — 12. September. Heute Abends findet im Linkischen Bade der osficielle Vortrag der ungarischen Delegirten Jstoczy, Simonyi und Onody statt. Onody spricht über die Tisza-Eszlarer Affaire. Jstoczy geht mit dem heutigen Nacht-Eilzuge nach Berlin, wo für Donnerstag eine antisemitische Versammlung einberufen ist. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Alfü-Paly, 10. Sept. Die Sarvarer isr.- orth. Gemeinde beging am 8. und 9. ds. den feierlichen Act der Einweihung ihres neuerbauten, prachtvollen Tempels. Obzwar Sarvar schon eine alte, ehrwürdige Gemeinde ist, so hatte sie bis jetzt doch nur gepachtete Localitäten zur Abhaltung des Gottesdienstes. Das neue Gotteshaus ist nach echt jüdischem Ritus eingerichtet. Feierlich und weihevoll war das Uebertragen der Thorarollen unter einem Baldachin durch die Aeltesten der Gemeinde in den neuerbauten Tempel, wo sie am Eingang vom Herrn Oberrabbiner und dem im Gala versammelten Gemeindevorstande übernommen, und nach den rituellen Ceremonien in die wunderschöne Bundeslade gestellt wurden. — Eine unübersehbare Menschenmenge wohnte dieser Feierlichkeit bei, die Haute-Vol6e der Stadt war zahlreich erschienen. — Die Hauptwürze erhielt jedoch die Einweihung erst am Samstag durch die schwungvolle Festpredigt unseres Herrn Oberrabbiners Bernhard Ehrenfeld '"o, eines Sohnes des berühmten Mattersdorfer Oberrabbiner Sam. Ehrenfeld dem wir hiemit auch unseren innigsten Dank aussprechen. Dank sei auch allen Denen, die zur Erreichung dieses schönen Zieles mit Rath und That hilflich beigestanden; möge sie der Allmächtige hiefür reichlich lohnen. Frankreich. Paris. Monatsbericht (August) der „All. Jsr. Univ.": (Die Israeliten von Rußland.) Der von dem C.-Comits an die israelitischen Gemeinden 'gerichtete Aufruf, in welchem es dieselben bat, russische Familcn anzunehmen, damit der Anhäufung von 12,000 russ. Familien in Brody ein Ende gemacht werde, ist von der öffentlichen Meinung mit um so größerer Freundlichkeit ausgenommen worden, als das Specialcomitß von Paris sich bereit erklärt hatte, das Beispiel zu geben und 200 russiche Famlien in Frankreich aufzunehmen. Eine Unterstützung von 5000 Fr. ist vom C.- Comittz den Abgebrannten von Radzivilow und ebenso eine Unterstützung von 8000 Fr. den Israeliten von Smiela bewilligt worden. Das C.-Comittz dankt den Comitös und Gemeinden, die sich in Folge seines Aufrufs zur Aufnahme von russischen Familien bereit erklärt haben; es sind dies die ComitLs und Gemeinden von Hagenau, Nimes, Orleans. Pitigliano, Rotterdam, Saarburg, Savern, St. Etienne und Toulouse. Dasselbe richtet jedoch gegenwärtig einen Aufruf an die Comitös und Gemeinden zur Annahme einer Anzahl russischer Waisenkinder und bittet die Comiws, sich mit diesem besonders interessanten Hilfswerk zu beschäftigen, für welches sie sicher die Sympathie und mildthatige Unterstützung der israelitischen Gemeinden und Vereine finden werden. Das C.-Comitö bittet die Comittzs, welche 1 oder 2 dieser Waisen (Knaben von 10—13 Jahren, 1 von 9 Jahren, 1 von 15 Jahren und ebenso 3 junge Mädchen desselben Alters) annehmen wollen, ihm gefälligst hiervon bald Kenntniß zu geben. Das israelitische Consistorinm von Oran hatte den guten Gedanken, russische Israeliten dort unterzubringen, und hat sich bereit erklärt, 50 Familien aufzunehmen, um sie an die Gemeinden seines Sprengels zu vertheilen; dieser Beschluß macht der Gesinnung des Consistoriums und jder Thätigkeit seines verehrten Präsidenten H. Kanoui alle Ehre; allein das C.-Eomit6 fürchtet, daß die Sendung von russischen Israeliten nach Algerien sehr ernste Schwierigkeiten darbietet; die Emigranten würden sich plötzlich nach einem Lande verpflanzt sehen, dessen Sprache weit schwieriger zu erlernen ist, als eine europäische, und außerdem hat die mit den Elsässern gemachte Erfahrung gezeigt, daß für die Bewohner des Nordens die Niederlassung in Algierien sehr schwierig ist; es wäre für die Alliance ein ernste Verantwortlichkeit, 300 bis 400 Personen den Gefahren dieser Acclimatisation auszusetzen. Salo nichi. — Alle russ. Familien sind einquartirt, einige werden bis auf Weiteres auf Kosten der Gemeinde verpflegt. Untergebracht sind und können sich selbst erhalten: 1 Klempner, 1 Schneider, 1 Goldschmied, 1 Schuhmacher, 1 Tabakschneider, fast alle sind auf ihre Rechnung etablirt worden; sie haben das nöthige Handwerkszeug und eine kleine Geldsumme für den Anfang erhalten. Ein Lehrer, der etwas Deutsch versteht, ertheilt Unterricht und erwirbt sich gleichfalls sein Brod. Ein bereits etablirter Schuhmacher hat Salonichi verlassen und sich nach Galata begeben. — Man schreibt aus Salonichi:

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