Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 36 (7.9.1882)
- Date
- 1882-09-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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902 oto v'vp irm o»ey imn. Dann werden die großen mächtigen Nationen (ü'mtb), Me jetzt der Bruderzwist der einzelnen Volksfamilien nicht zur gedeihlichen Entwickelung kommen läßt, sich freuen und jubeln; denn Gottes Gerechtigkeit ebnet alle Bahnen der einzelnen Staatswesen, und die mächtigen Nationen, zusammengesetzt aus den verschiedenen Volksstämmen und unter sich uneinig durch den Kampf der Classen, Parteien und Racen, werden mit Freuden gewahr werden, daß sie alle Raum haben auf der Erde, neben einander, für einander, zur gedeihlichen, glücklichen Entfaltung. TtP’D D'DV O 2VN '2, Q’Dl*6 1331’) INvM .-it>D orun pN3 „Es werden sich freuen und jubeln die Nationen, wenn Du richten wirst die Völker in Geradheit und die Nationen auf Erden Du leiten wirst. Selah." Und dann wird in erhöhetem Maße die Anerkennung des einzigen Gottes von allen Völkern zum Ausdruck gebracht werden; denn Raum genug hat die Erde und reichlichen Ertrag für Alle. Der Segen Gottes vollbringt das, der mit Seiner Gnade, Liebe und Gerechtigkeit Alles lenkt und leitet, der Gott des Weltalls, der sich auf den langen Wegen der Jahrtausende hindurch bewährt hat als unser Gott, und der für uns sorgt, uns leitet, uns führt, uns schützt, uns segnet, 333 roiff ü’V't1 u« D’iznn uby '«3 der nach jeder finsteren Nacht uns einen Hellen Morgen hat folgen lassen, und dadurch erkennen wir sowohl wie alle Weltenbewohner, daß groß ist, o Gott, Deine Fürsorge und Deine Treue für das ganze Menschengeschlecht. Ü^bw ”)3 DEMI 1*3» V*3S 'l KSJM Denn, nachdem die Leidenszeit Israels zu E ide, wird uns Gott nur Sein Antlitz zuzuwenden brauchen, um uns die vollkommene Erlösung und der ganzen Welt den Frieden zu verleihen. p« »DS&t 33 WIN 1fiO”1 DHb« '3333 So wird Gott uns segnen, und in Ehrfurcht werden Ihn anbeten alle Bewohner der Erde. Zeitungsnachrichten und Correspondeuzen. Deutschland. Mainz, 1. Sept. Aus Straßburg i. E. erhalten wir die erfreuliche Mittheilung, daß sich daselbst unter dem Namen E"r, yy eine Gesellschaft constituirt hat, die die religiöse Erziehung der Jugend zu fördern sich als Aufgabe stellt. Es ist dies ein Gebiet, das durch besondere locale Eigenthümlichkeiten gerade in Straßburg besonders im Argen lag, und ist die diesen Mißstand beseitigende Sorgfalt daher doppelt erfreulich. — Der von der Gesellschaft feit einigen Wochen berufene Rabbimr hat bereits eine Schule gegründet, die zu den schönsten Hoffnungen berechtigt. Die Regierung hat die Beaufsichtigung der Schule huldvollst übernommen, besonders hat das Consistorium, an dessen Spitze Herr Grand- R abbin Aron steht, das junge Unternehmen durch sein wohlwollendes Entgegenkommen wesentlich gefördert. Der Friedensliebe des letzteren ist es besonders zu danken, daß die Gesellschaft ihren eigenen Gottesdienst abhalten kann. Mögen sich die Hoffnungen, welche die gesinnungstüchtigen Gründer und Förderer der Ez-Chajnu- Gesellschaft an dieselbe knüpfen, in schönster Weise erfüllen. Mainz, im Sept. Ich hatte vor einigen Wochen in Ihrem w. Blatte eine ganz kurze Schilderung der bisherigen Thätigkeit des Verpflegungs- Comitss der russischen Juden in Berlin gegeben, die immerhin, wie ich glaube, hinreichend war, um von dem großartigen Wirken dieser Institution einen hohen Begriff zu bekommen. — Darauf fußend, fügte ich die Bitte an, dem dort eingetretenen Mangel an Kleidungsstücken und Wäsche Abhilfe zu leisten, Sammlungen derartiger Gegenstände allerorten zu veranstalten, um der gräßlichen Noth zu steuern, die alle Geschlechter und alle Alter jener unglücklichen, nnstät zwischen Ost und West hin- und herwogenden Glaubensgenossen zwingt, halb entblößt und halb mit Lumpen bedeckt, dem Gespötte frecher Augen dazustehen. Was war der Erfolg meines Notl>- schreies? Bis zu diesem Augenblick ist nicht ein Stück Kleidung oder Wäsche weder an die von mir genannte Adresse noch an das Asyl gelangt, ein Umstand, der die Leiter der Berliner Hilfsstätte ganz verzweifelt machen muß; denn täglich strömen Schaareu zu, zu Rosch-Haschonoh erwartet man einen bis jem noch nicht abzusehenden Andrang von russischen Flnänlingen, und geholfen, unterstützt wird vom übriger Deutschland nur wenig, obgleich doch die Verpflicktung vorhanden ist, für jeden einzelnen deutsche!! Juden mitzutragen an der Arbeit Berlins, das den Strom der Auswanderer dort sestbält, der sich sonst über ganz Deutschland ergießen würde; dann hätte jede einzelne Gemeinde beträchtliche Lasten Zu überwältigen; unter gegenwärtigen Umständen kann scher durch Übersendung von möglichst viel Kleidungsstücken und Wäsche der herantretenden Pflicht genüg: werden; und dies wollten die Gemeinden in der Städten, Städtchen und Dörfern nicht einmal thun'r Ich hoffe, daß mein zweiter Aufruf eine um so belfere Wirkung haben wird und daß um so zahlreichere