Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 35 (30.8.1882)
- Date
- 1882-08-30
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Herr Br. Herzberg, Director des israelitischen Waisenhauses in Jerusalem, schreibt dem Unterzeichneten über denselben Gegenstand: „Ich kann mich heute nur wieder mit einer dringenden Bitte Ihnen nahen, denn alle meine freie Zeit ist durch unsere unglückseligen russischen Brüder in Anspruch genommen, die in die Falle der Mission gerathen sind. Es sind etwa 30 junge Männer und mehrere Familien mit Kindern, welche von jenen Seelenfängern verlockt wurden unter dem Vorwände, ihnen aus Humanität Arbeit zu geben und die man jetzt auf alle Weise zum Abfall zu verleiten sucht. Die Unglücklichen haben sich an mich gewandt und mich thronenden Auges gebeten, sie vor der Versuchung und Sünde zu retten. Auf der einen Seite die Kirche, auf der andern der Hungertod, Sie flehen nach Hause zurückgeschickt zu werden, weil sie in Russland wenigstens als Juden Arbeit finden können. Wir hier sind leider ganz ohne Mittel, das Jaffaer sogenannte Comite will nur Geld zu Colonisationszwecken erhalten haben. Herr Pines und ich, wir haben einige brave Russen nach Smyrna gesandt, wo sie, wie ich hoffe, durch Vermittelung meines Freundes Perierte, des Directors der dortigen Alliance-Schule Arbeit oder Weiterbeförderung erhalten werden. Für 6 andere arbeite ich* jetzt bei den hiesigen Gemeindevorständen um Zuschuss. — Gott gebe, dass es gelingt. Aber auch für den Rest muss gesorgt werden und darum ergeht mein energischer Aufruf an Sie, Herr Rabbiner, der.Hier gilt es, jüdische Sklaven aus den Händen falscher Priester zu befreien. Die Unglücklichen sind hergekommen, weil das Gerücht sie glauben machte, dass hier Land und Werkzeuge zur Colonistaion bereit wären, ihre wenigen Mittel waren bald erschöpft, und so trieb sie der Hunger in die Arme — der Mission.“ Der Unterzeichnete hat diesen erschütternden Aufrufen nichts weiter hinzuzufügen, als dass er selbstverständlich freudig bereit ist, Gaben für diesen hochheiligen Zweck entgegenzunehmen und Herrn Ober-Rabbiner S. Salant zu übermitteln. Um reiche Spenden bittet innigst Dr. Adolf Salvendi, Bezirks - Rabbiner.