Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 35 (30.8.1882)
- Date
- 1882-08-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2447898-2447932--19034-2475098- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
XXm. Jahrgang. M ss. Der Israelit. Sin Central-Organ für das orthodoxe Indenthum. Herausgegebm von I»i-. Lehm»«» in Mai«,. Mittwoch, den 3«. August S«»2 (1882). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 85 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut CourS. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 ReichS-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Die Wege der göttlichen Vorsehung. — Prof. Dr. Strack über die TiSza-ESzlaer Affaire. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Pesth. Kremfier. — Frankreich: Paris. — Amerika. — Feuilleton: Der Sohn der Wittwe. Inhalt der erste« Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Lom Rheine. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Budapest. — England: Liverpool. — Rußland: Petersburg. — Amerika: Cincinnati. — Egypten: Alexandrien. — Feuilleton: Löb Munitz. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Main;. Ronsdorf. — Oest.-Ung. Monarchie: Mühlhausen bei Tabor. Lemberg. Aus Ungarn. Szenicz. — Rußland: Petersburg. — Leitende Artikel. Pie Wege der göttlichen Forschung. mu Scheveningen, 23. August. ybx i\js 'n “i«’ „Es wird leuchten lassen der Ewige Sein Antlitz dir und wird dich begnadigen." Als die. Erlösten Gottes aus Mizraim gezogen waren, da führte sie der Ewige an den Berg Sinai, um ihnen Sein Antlitz leuchten zu laffen und ihnen die heilige Lehre zu verleihen. Ausgerüstet, wie noch nie ein Volk, mit Weisheit, mit Erkenntniß, mit guten und wohlthätigen Gesetzen, zog Israel ein in das Land der Verheißung. Und als es sich in dasselbe eingelebt hatte und seine Feinde ringsumher bezwungen, als König David, der Mann nach dem Herzen Gottes, sein Volk groß und herrlich gemacht hatte, da erbaute auf Gottes Geheiß der weiseste König den heiligen Tempel. Das ist die Glanzperiode Israels, der zweite Theil seiner großen Geschichte. Wie herrlich, wie erhaben, wie groß, wie glücklich war dieses Zeitalter! Wir haben kaum noch eine Vorstellung davon. Der heilige Tempel war der Mittelpunkt des gamen Reichs. In Reinheit und Heiligkeit lebten die Priester und Leviten ausschließlich dem Dienste Gottes und pflegten das Studium der heiligen Lehre. Keine andere Arbeit lag ihnen ob. Durch den Zehnten des Getreides fanden die Leviten ihren Unterhalt, und die Priester durch den Zehnten der Leviten und die Priestergaben. Alljährlich dreimal versammelte sich ganz Israel in der heiligen Stadt, um vor Gottes heiligem Angesicht zu erscheinen und unter sich die Gefühle der Freundschaft, Liebe und Brüderlichkeit zu pflegen und das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit zu erhalten. An der Spitze des Volkes stand ein König, welcher es sich zur Aufgabe seines Lebens machte. Recht und Gerechtigkeit zu pflegen und für das. Wohl seines Volkes wie ein Vater zu sorgen. Gottbegeisterte Propheten standen ihm zur Seite und zeigten ihm die Wege, die er wandeln sollte. Und fruchtbar war das Land und ergiebig. Auf großen Weideplätzen weideten die Heerden, und die Euter der Kühe, Schafe und Ziegen waren so gefüllt, daß die Milch herniederfloß, noch ehe die Melkerinnen herankommen konnten. In den Wäldern wuchsen Dattelbäume und Feigenbäume, beladen mit den köstlichsten Früchten. Es waren nicht Hände genug da, die Früchte rechtzeitig abzu-