Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 30 (26.7.1882)
- Date
- 1882-07-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXIII. Jahrgang .*0 30. r Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von Sir. Seemann in Mainz. Mittwoch, den 26. Juli 8642 (1882). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirr ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Hoffnung. — Eine Colonisation Syriens. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Berlin. Altona. Einbeck. Guhrem. — Oest.-Ungar. Monarchie: Wien. Budapest. — England: London. — Rußland: Balta. — Feuilleton: In Australien. Inhalt der ersten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Hanau. Lmal Sulzburg. — Oest.-Ungar. Monarchie: Wien. Budapest. Papa. — Rußland : Nikolajew. — Feuilleton: Löb Munitz. Inhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Aus Thüringen. Wreschen Kempen. — Oest.-Ungar. Monarchie: 2mal Wien. Krakau. Kobe, sdorf. — Holland: Haag. — Frankreich: 2mal Paris. — Palästina: Jerusalem. — Inhalt der dritten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: 2mal Mainz. Aus Thüringen. — Türkei: Konstantinopel. — Leitende Artikel. Hoffnung. I. Mainz, den 21. Juli, rutpa ri'üo oi»n di ,rppnn >tdn „Kehret zurück zur festen Burg, Ihr, die Euch Hoffnung fesselt; schon heute verkünde ich es, zwiefachen Ersatz erstatte ich dir."*) (Secharjah Cap. 9, Vers 12.) Wann diese Zeilen in die Hände unserer geehrten Leser gelangen werden, dann ist der Fasttag des neunten Ab vorüber und es erklingen bald die Trostesworte: 'Dy iom ioru „Tröstet, tröstet mein Volk!" Ach schon länger als achtzehn Jahrhunderte ist alljährlich der Trauertag wiedergekehrt, an welchem wir all' die hohen Güter beweinen, die uns nun schon so lange verloren sind! Viele haben bereits die Hoffnung anfgegeben, daß jene erhabenen Güter jemals wieder gewonnen werden; wir aber und der weitaus größte Theil der Leser unseres Blattes gehören zu denrrpnn n’o*, zu den Hoffenden, zu denen der Prophet spricht: „Kehret zurück zur festen Burg, Ihr, die Euch Hoffnung fesselt; schon heute verkünde ich es, zwiefachen Ersatz erstatte ich dir." — Die Zahl der Hoffenden hat sich in jüngster Zeit wiederum sehr vermehrt. Viele, welche bisher glaubten, in den Ländern der Diaspora festen Fuß gefaßt zu haben, fühlen den Boden unter sich wanken, und in ihren Herzen erwacht die Sehnsucht, die fast erstorben schien. Gar mancherlei hat sich in unfern Tagen ereignet, was noch vor wenigen Jahren unmöglich schien. Wahnsinnige Mährchen, wie wenn Juden zu religiösen Zwecken Christenblut brauchten, werden verbreitet, und auch, man sollte es nicht für möglich halten, geglaubt! Schreckliche Verfolgungen, haben in einem der mächtigsten Reiche der Erde stattgefunden und blutige Gräuel sind verübt worden. In der Hauptstadt des deutschen Reiches, die sich so gern die Hauptstadt der Intelligenz nennen läßt, werden aufreizende Reden gehalten, werden über Juden und Judenthum abscheuliche Lügen verbreitet, ohne daß die Behörden sich bemüssigt fühlen, dagegen einzuschreiten. Und keinerlei Mittel, uns zu schützen, stehen uns zu Gebote! Aber alle diese Dinge, an sich so verwerflich, haben auch ihr Gutes. Sie lehren uns, sie zwingen uns, unsere Herzen zu Gott zu erheben und von Ihm allein Hilfe zu er- ') Nach Targum Jonathan.