Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 29 (19.7.1882)
- Date
- 1882-07-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXIII. Jahrgang. v JTi 29 Der Israelit. Ein Central-Organ sur das orthodoxe Indenthum. Herausgcgeben von I»r. Lehmann in Mai»,. Mittwoch» de« I«. Juli S«42 (1882). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Ran abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 88 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 18 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Der Ueberrest Jakobs. Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: 2mal Mainz. Würzburg. Georgensgmünd. Hannover. — Oesterr.- Ungar. Monarchie: Brody. Pesth. Steinamanger. — Rußland: 2mc( Petersburg. — Türkei. — Feuilleton: In Australien. Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Palästina und Amerika. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: AuS Thüringen. — Oest. - Ungar. Monarchie: Wien. Budapest. — Louaufürstenthümer: Jassy. — Feuilleton: Löb Munitz. Inhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Erklärung. Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. — Schweiz: Zürich. — Oest. - Ung. Monarchie: Prag. Inhalt der Extra-Beilage: Cpenden-Verzeichnisse. Leitender Artikel. Aer Ueberrest ZaKobs. IV. Mainz, den 13. Juli. Der zum Lichte erweckende Thau, nm« dem der Ueberrest Jakobs verglichen wird, ist, wie wir im vorigen Kapitel nachgewiesen haben, ein gedoppelter rwLQ tldi min rv, nicht nur der theoretische, der Thau der Gotteslehre, sondern auch der praktische, der Thau der Gottesgebote. Die Gotteslehre ist das Licht an sich, die Gottesgebote sind gleichsam die Verkörperung desselben. Sie sind es, die den Ueberrest Jakobs erhalten, kräftigen, stärken, die ihm ewig Dauer verleihen. Die Erziehung durch die Gottesgebote ist eine immerwährende; sie beginnt > lange vor der Geburt des Menschen und erstreckt sich' bis über das Grab hinaus. Es klingt wohl paradox, von einer Erziehung vor der Geburt zu sprechen, und doch ist dem so. Von langer, langer Zeit her sind durch die göttliche Vorsehung die Vorbedingungen für die Erlangung der höchsten geistigen und irdischen Vollkommenheit gegeben. Durch die Speise- und Reinheitsgesetze, durch die Vorschriften über das eheliche Leben werden alle schädlichen Einflüsse serngehalten, die bei der Zeugung des künftigen Weltbürgers vorwalten könnten. Schon am achten Tage nach der Geburt wird das Zeichen des Bundes, den Gott mit unseren Voreltern geschlossen, dem jungen Israeliten aufgedrückt. Die ersten Worte, die sein kleiner Mund lallen lernt, sind das Bekenntniß der Einheit des Gottes Israels. Allmählich wird das Kind an die Ausübung von Gottes- Geboten gewöhnt, bis daß die Tephillin die Gewöhnung abschließen, indem sie die Kraft des Armes und die Gedanken des Hauptes dem Weltenschöpfer unterwerfen. Und wie die Gottesgebote den Israeliten seinem Gotte heiligen vmisozi uenp -ucn, so regeln sie auch das Verhäktniß zu den Mitmenschen in wunderbar herrlicher Weise. Wo noch findet sich eine so innige, heiße, aufopferungsfähige Liebe zwischen Eltern und Mndern, zwischen Kindern und Eltern, wie in den gesetzestreuen Kreisen Israels? Wo nock findet sich ein Band, das in Treue und Liebe Gatte und Gattin umschlingt, wie in den Wohnungen des Ueberrestes Jakobs? Und diese Liebe und diese Treue, diese Hingebung und Aufopferung erstreckt sich auf die weitesten Kreise, auf die Geschwister, auf die Familienangehörigen, auf die Glaubensgenossen, auf