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Der Israelit · 1882-07-12 · Heft 28 (12.7.1882) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 28 (12.7.1882)
Date
1882-07-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
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703 iuf Einbrüche, ohne daß man uns etwas anhaben onnte. Aber trotzdem merkten wir an so mancherei Anzeichen, daß wir den Herren von der Polizei lerdächtig geworden waren und daß man cm wachames Auge auf uns hatte. Wir beschlossen deßhalb msere Laufbahn m London zu beschließen. Wir lütten von unserem letzten Fange noch etwas Geld ibrig und kauften uns dafür Schiffskarten, uni nach »lustralien zu fahren. Vor unserer Abreise wollten vir jedoch die Mittel uns verschaffen, um in der imen Welt als Gentlemen leben zu können. Der ange Dick kam eines Abends freudestrahlend in untre Kneipe. — Kinder! sagte er, da habe ich etwas lusgefunden, was uns zu reichen Männern machen kann. In der City .... In der City, unterbrach ihn Oliver, nein, das ist zu gefährlich. — Hört mir nur zu, fuhr Dick zu reden fort, ich habe Alles überlegt, und es ist gar keine Gefahr vorhanden. In der City also wohnt ein alter Geizhals. Namens!ldam Smith, der keinem Menschen und keiner Bank ein baares Geld anvertraut. Er hat mindestens >0,000 Pfund in Souvereign's bei sich. Ich habe Jd)on die Gelegenheit ausgeknndschaftet. Nack der Straße zu befindet sich ein durch Eisenstäbe geschlos- »jenes Fenster. In dunkler, stiller Nacht feilen wir I die Eisenstäbe durch, heben das Fenster aus und i gelangen ungestört in das Schlafzimmer des alten I Geizhalses, überfallen ihn in seinem Bette und knebeln I ihn, erbrechen die Geldkiste und schleichen uns mit dem baaren Gelde wieder fort. Das muß in ha Nacht geschehen, bevor unser Schiff nbgeht. - Dann «werden wir, ehe die That ruchbar wiad, nick-hohe- »See uns uefutitn. Kein Verdacht wrvw uns treiien. I— Wir gaben unsere »war so schön ausgedackt und sollte so elend zu »Schanden werden. Ich möchte weinen, wenn ich daran Idenke. Ich muß trinken, um mir den Kummer zu »vertreiben!" I Jsak füllte ihm wieder sein Glas mit Thee »und goß einige Tropfen Rum zu. » „Mehr Rum," schrie John, „oder Ihr bekommt »kein Wort weiter zu hören." » Jsak goß noch etwas Rum in das Glas. John »leerte es, wodurch seine Trunkenheit noch bedeutend I zuuahm. » , „Ja," sagte er, „wo bin ich doch geblieben? »richtig, bei dem verdammten alten Geizhalse, dessen I Seele jetzt in der Hölle brennt. Die Nacht, welche I wir zur Ausführung unseres Planes bestimmt hatten, I war derselben außerordentlich günstig. Es war I stockfinster, und die Gaslaterncn verbreiteten nur ge- | riuges Licht. Der Regen rieselte sanft hernieder, | und die Menschen, auch die Sicherheitsbeamten, zogen I cs vor, im Trocknen zu bleiben. Die Eisenstäbe | waren bald durchgefeilt, das Fenster wurde ausgehoben, und der lange Dick, welcher sich die genauesten Lokalkenntnisse verschafft hatte, führte uns in den zweiten Stock, wo der alte Geizhals hauste. Geräuschlos öffnete Dick die verschlossenen Thüren, geräuschlos entfernte er die Nachtriegel am Schlafzimmer. O, er ist ein Meister in der Kunst, wie es keinen zweiten gibt! Als wir die Schlafzimmerthür öffneten, war der alte Smith noch nicht zu Bette gegangen. Als er uns erblickte, wurde er leichenblaß. Dann fing er an, um Hilfe zu schreien. Wir warfen uns auf ihn, um ihn zu knebeln, und ihm den Mund zu verschließen. Er aber wehrte sich wie eine wilde Katze und schrie dabei aus Leibeskräften. Da machte ich seinem Geschrei ein Ende und stieß ihm mein Messer in die Brust. Er röchelte noch einige Male; dann fuhr seine verdammte Seele in die Hölle. — Wir machten uns nun daran, die Geldkiste zu erbrechen. Da hörten wir schwere Tritte die Treppen heraufkommen. Das Geschrei des Alten mußte doch gehört worden sein. Wir huschten zur Thüre hinaus und verbargen uns im dunklen Gange. Ein Mann kam herauf, und als er die Thüre öffnete, fiel ein Lichtstrahl auf einen Revolver, den er in der Hand hatte. Eilig rannten wir davon, auf demselben Wege, auf welchem wir gekommen waren. Den andern Tag traten wir die Reise nach Sidney an, wo wir arm ankamen und uns trennen niußten, um in Roth und Elend unser armseliges Brod zu erwerben. Hier in Australien hörte ich, daß jener Mann, der uns verscheuchte, Eduard Garnham, der Neffe des alten Adam war, den man später als des Mordes verdächtig zur Deportation verurtheilte. Da habt Ihr meine Geschichte! Und nun laßt mich ranken!" Er ergriff bS Rumflasche, setzte sie an den Mund und goß den ganzen Rest in die Kehle. Eduard Garnham war leichenblaß geworden. „Schurke," schrie er, „also, um das Verbrechen, das Du begangen, habe ich unschuldig leiden müssen! Wart, jetzt ist Dein letztes Ständlein gekommen!" Er packte den Trunkenen, warf ihn zu Boden, kniete auf seine Brust und suchte ihn mit seinen Händen zu erdrosseln. Jsak Maibaum ergriff seinen Arm. „Mr. Garnham," schrie er, „was wollt Ihr thun! Wollt Ihr Euch des Mittels berauben, wieder ein ehrenwerther, wohlhabender, glücklicher Mann zu werden? Vergreift Euch nicht an dem Schurken da! Laßt ihn doch lieber am Galgen sterben! Wir l wollen ihn fesseln. Ihr bleibt bei ihm in der Hütte.! Ich aber laufe morgen früh bei Tagesanbruch fort,! um Leute herbeizuholen. Eure Unschuld wird er- 1 wiesen werden und Ihr kehrt nach England zurück, > wo Ihr die Erbschaft Eures ermordeten Oheims > antreten werdet!"

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