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Der Israelit · 1882-07-05 · Heft 27 (5.7.1882) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 27 (5.7.1882)
Date
1882-07-05
Page
– (sequence 13)
Language
German
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681 „Mir wären zehn Gulden viel lieber! Wenn ich sonst für einen Oschir Tillem sage/") fügte er mit großer Offenheit hinzu, „denk' ich immer daran, was die armen Leut' verlieren möchten, wenn Gott boruch hu den Menschen von der Welt nehmen möcht, und da thut mir schon um meinetwillen das Herz weh' — an Löb war' nit viel für die Anijim verloren!" „Wer sagt Euch das?" erwiderte der Melamed lebhaft. „Ich sag' Euch, Ihr seid Euch stark toe! Denkt e bist nach," wandte er sich an die Umstehenden, „seit wie lange bekommen die armen Leut in der Kehilla nit mehr Fleisch und Barches auf Schabbos?" und als diese wichtige Frage eine kurze Zeit unerledigt blieb, fuhr er mit scharfer Betonung fort: „genau so lange als Reb Löb Munitz krank is!" Einen Augenblick versetzte die Kühnheit dieser Kombination das gesammte Auditorium in tiefes, athemloses Schweigen; aber dann gab sich die stark verbesserte Auflage der öffentlichen Meinung viel- 9) Bevor das eigentliche Gebet für den Kranken verrichtet wird, recitirt man einige Kapitel aus den Psalmen (Tillim) und hat daher dieser ganze Akt im Volksmunde die Bezeichnung „Tillimsagen" erhalten stimmig kund. Jeder fand es unbegreiflich, daß er nicht schon früher aus dem deutlich sprechenden Zusammenhänge der Thatsachen den geheimen Wohlthäter errathen hatte. „Ihr habt Recht, Reb Elije, wo Thoro is, is auch Chochmo,") schrie einer. „Reb Nochum Kazow u) hat ja gesagt: Reb Dowid Wodnian bringt ihm immer das Geld für das Fleisch. Wodnian war der einzige Mensch, der zu Löb Hund — ah . . . . was red' ich, Reb Löb Munitz, — gesund und stark soll er werden, — gekommen is!" „Kein anderer als Reb Löb Munitz is der choschewe Mensch, der uns so viel Gutes erwiesen hat!" schrie ein Dritter und vom äußersten Ende des Haufens erscholl eine machtvolle Stimme, die iu solcher Stärke und Tiefe nur dem Baß 9 * * 12) der Altneuschule angehören konnte. „Und darum wird ihm Gott eine Refuo schlemo13) schicken!" Worauf ein hundertstimmiges, stürmisches „Omen" erscholl. (Fortsetzung folgt.) 10) Bei Thorakeimtniß, Kenntniß der Gottes lehre findet man auch Klugheit, praktischen Verstand. Ein oft angewendetes Sprüchwort. 11) Fleischhauer. 12) Baßisten. 13) Vollkommene Heilung. AlVZEICrElV. Für den folgenden Thcil ist die Redaction nicht verantwortlich. MT Inseraten - Annahme für Frankfurt a. M. bei I. Kauffmann, Buchhandlung; für Hamburg bei A. Golbschmidt, Buchhandlung, Kohlhöfen 35; für Cöln bei Leo Frank, Steinfeldergasse 7; für München bei N. Bettelheim, Färbergraben 29; für Fürth in Bayern M. Dornberger, hebr. und deutsche Buchhandlung. Bei I. Kauffmann in Frankfurt a. M. ist erschienen und durch alle Buchhandlungen, ebenso durch die Expedition des „Israelit", zu beziehen: Akiba. Hotel-Restaurant Historische Erzählung aus der Zeit der letzten Kampfe der Juden gegen die römische! Weltmacht. Preis: 2 Mark. Aus Vergangenheit und Gegenwart, I. Thell: Inhalt: Des Königs Eidam. — Graf oder Jude. — Rabbi Elchanan. — Die Verlassene. — Das Licht der > Diaspora. — Preis: 2 Mark. I Aus Vergangenheit nnd Gegenwart, II. Thell: Inhalt: Bostanai. —! LÜß Oppenheim. — Der Fürst von Coucy. — Preis: 2 Mark 50 Pf. Ans Vergangenheit nnv Gegenwart, III. Thell: Inhalt: Der Königliche Resident. — Esther Chiera. — Preis: 2 Mark. Aus Vergangenheit und Gegenwart, IV. Thell. Inhalt: Gegenströmungen. — Vor hundert Jahren. — Zwei Schwestern. — Preis: 2 Mark. Rabbi Joselmann von Rosheim, I. und II. Thell. Preis jedes Bandes 2 Mark. Preis für sämmtliche 7 Bände 12 Mark, elegant gebunden 21 Mark. Braunschweig. Komfortable Zimmer, grosser Speisesaal, vorzügliche Küche und Weine. 2113) Massige Preise. Bad Homburg. Restaurant Strauss uro 12 Andenstraste 12, (2227 empfiehlt seine Restauration und Pension.

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