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Der Israelit · 1882-06-21 · Heft 25 (21.6.1882) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 25 (21.6.1882)
Date
1882-06-21
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXIII. Jahrgang. ZwciteLeilage zu Nr. 85 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Fürth, im Juni In hiesiger Gemeinde und in Nürnberg, mit Einschluß einiger kleinen Nebengemeinden, wurden für die Russen ungefckhr M. 70,000 gesammelt. Das hiesige Comittz hielt es für das Beste sich dem Londoner Central-Comittz anzuschließen, da dieses die größte Bürgschaft und die weitesten Garantieen bietet; einige tausend Mark, wurden jedoch direkt an die Uebergangsstationen Lemberg, Brody und Memel abgeschickt, um der dortigen momentan so intensiv auftretenden Noth unter die Arme zu greifen. Eine weitere Eollecte in Kleidern und Wäsche, die erst seit wenigen Tagen angeregt worden ist, zeigt wiederholt, welch rege Antheilnahme in allen Kreisen diese Noth findet, denn von allen Seiten strömen Massen von diesen Artikeln zu und findet man hier, daß dadurch bedeutende Ersparungen seitens des Central-Comittzs erzielt werden können; denn der neue Ankauf, wenn auch nur veralteter Kleidungsstücke, würde doch beträchtliche Beträge abforbiren. Hagenau (Elsaß). Gewiß ist es für die Herren Borsänger von Interesse von einem neuen Werke jüdischer Gesänge zu vernehmen. Ein Elsässer Vorsänger, in Lunöville (Frankreich) angestellt, der in der Musik sehr gewandte Herr Samuel Behr hat die Hauptgebetftücke des Freitagabend- und Samstagsmorgen-Gottesdienstes in Musik gesetzt, und ich muß es sagen, es ist ihm in vortrefflicher Weise gelungen, ein Werk zu schaffen, das ich bestens den Herren Cantoren empfehlen kann. Es war mir bei meinem öfteren Aufenthalt in L. vergönnt, von Herrn Behr diese Gesänge vortragen zu häxen, welche mich und alle Zuhörer auf das Höchste erbauten. Diese Gesänge kann man in allen Synagogen benutzen, da sie mit und ohne Chor vorgetragen werden können. Das Werk, „Kohl Schemuel" genannt, von den Herren Oberrabbinern zu Nancy und Lyon besonders empfohlen, kann um den Preis von nur 12 Frs. durch den Verfasser bezogen werden. E. Scheid, Vorsteher der isr. Gemeinde in Hagenau (Elsaß).! Frankreich. Paris. Die Beerdigungs-Kommission sprach sich für die Uebernahme der Begräbnisse durch die Gemeinden aus. Bisher waren nämlich die Kirchen- und Synagogen-Verwaltungen mit dem Beerdigungswesen betraut, und waren daher alle Begräbnißutensilien mit den religiösen Abzeichen der betreffenden Kulte versehen, auch wenn sie von und für Freidenker benutzt wurden. Nach den Vorschlägen des Ausschusses würde fortan der gemeindliche Begräbniß- Apparat einen durchaus neutralen Charakter tragen und es den Leidtragenden überlassen bleiben, die Symbole ihres Glaubens oder Unglaubens auf das Bahrtuch, den Leichenwagen 2c. zu heften, natürlich unter Ausschluß aufrührerischer Zeichen. Die Einnahmen aus dem Bestattungswesen sollen in das Gemeindebudget fließen. Feuilleton. Die Juden von Jalia. Zur Charakteristik der jüdischen Gemeinde von Balta sei zunächst die Thatsache verzeichnet, daß es daselbst eine treffliche, von der Regierung autorisirte israelitische Volksschule mit russischer Vortragssprache gab, welche sehr stark freguentirt wurde; außerdem einige gleich organisirte Privatschulen, deren Zöglinge an der öffentlichen Anstalt ihre Prüfungen machten. In Balta genossen etwa 60 Percent der schulpflichtigen israelitischen Jugend den ordnungsgemäßen Unterricht, und was dies in Rußland und im Vergleiche zur Erziehung der griechisch-orthodoxen Jugend bedeuten will, mag daraus resultiren, daß z. B. in der Stadt Petersburg 41, im Gouvernement Petersburg 20, in der Stadt Moskau („Moskau ist Rußland," sagt Aksakow) kaum 12, im Gouvernement Kostroma gar nur 4,5 Percent der schulpflichtigen Kinder wirklich die Schule besuchen. Auch zum Gymnasium des Gouvernements, zu den Universitäten Charkow und Kiew stellte Balta ein ungewöhnlich großes Contingent. Weitaus wichtiger und bezeichnender ist natürlich der Zustand der großen Masse, welchen ich durch einige Daten auf Grund eigener Anschauung zu beleuchten in der Lage bin. v.= l;,i i;i. >! l * t M'

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