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Der Israelit · 1882-05-31 · Heft 22 (31.5.1882) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 22 (31.5.1882)
Date
1882-05-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXIII. Jahrgang. 'S M 22. Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von I»r. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 31. Mai 3642 (1882). Liese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirr ganziährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Zahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Die neusten Judenverfolgungen. — Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Stuttgart. — Oesterr. - Ung. Monarchie: Pesth. — Feuilleton: Fürst und Jude. Inhalt der ersten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Aus Westphalen. Aus Hannover. Posen. — Oest.-Ung. Monarchie: 3mal Wien. — Frankreich: Paris. — Rußland: 2mal Petersburg. Moskau. Feuilleton: Löb Munitz. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Biblis. Feuilleton: Am Hamburger Bahnhof in Berlin. Leitende Artikel. Pie neusten Judenverfolgungen. V. Mainz, den 26. Mai. In dem Wochenabschnitte des nächsten Sabbats ir6yna finden wir zwei Verse mit besonderen Zeichen (naisn pj) eingeschlossen. Unsere Weisen erklären die Bedeutung dieser Zeichen folgendermaßen: Diese zwei Verse 'ui p«n j/oja w? und Pji avn' nrwai sollten eigentlich dort stehen, wo die Lagerung der Israeliten nach ihren Fahnen beschrieben ist. .->Mi n:nt£W~) nujn*D pa p’D£.-6 na ,po nana nuynis. ^.q’Jiwnea oyn '.-.n ,'wn wo noy-ns nber W’in' "ia- 'i -toxi /i ijD’i ' - . ♦?-! nrwo „Und warum wurde diesen beiden Versen hier ihre Stelle angewiesen? Um die Sünden Israels nicht in fortlaufender Reihe zu erzählen. Vorher heißt es: Und sie zogen hinweg von dem Berge des Ewigen, d. h., sie wollten sich losmachen von der Thora, die sie auf dem Berge Gottes empfangen hatten: und nachher heißt es: Und das Volk suchte einen Vorwand, sich von Gott loszumachen." (Siehe Raschi zu 4. B. M. Cap. 11, V. I (cpjjwnD pK oipon nnxo pscP n'pn) Sabbat f. 116 a. Es liegt ein großer Trost in dieser Erklärung unsrer Weisen. Auch unsre Zeit ist eine Zeit der Sünde und des Abfalls. Seit hundert Jahren etwa j hat man in jüdischen Kreisen begonnen, abzuweichen! von dem auf Sinai uns offenbarten Gottesgesetze,? und fortwährend ist man seitdem beschäftigt, Vor- I wände zu suchen, sich von Gott loszusagen. Was j wird da nicht Alles in's Treffen geführt? Bald soll es die moderne Wissenschaft sein, von der man behauptet, daß sie der Religion unsrer Väter entgegenstehe. Bald werden Gründe der Emancipation, der Cultur, der Civilisation geltend gemacht. Bald wird behauptet, daß das praktische Leben stärker sei als jede Theorie und alle die Beschränkungen Hinwegräumen müsse, welche das Gesetz unsres Gottes uns auferlegt. Und in der That, welche Verwüstungen sind vorgenommen worden im Weinberge des Herrn! Nur zu viele der Brüder und Schwestern sind kaum dem Namen nach noch Juden. Es ist in den jüngstverflossenen Jahrzehnten ein Geschlecht herangewachsen, welches die Vorschriften unsrer heiligen Religion nicht mehr kennt, das von der gottgebotenen Sabbat

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