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Der Israelit · 1882-04-12 · Heft 15 (12.4.1882) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 15 (12.4.1882)
Date
1882-04-12
Page
– (sequence 14)
Language
German
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358 Vater, seinen größten Wohlthäter, in solcher undankbaren Weise benimmt, ihn verläßt, zu einem Concurrenten Übertritt, willst Du thörichter, unerfahrener Mensch Dein Vertrauen schenken? Wenn er mich, dem er so viel Dank schuldet, so behandelt, wie wird er Dich behandeln?" „Pardubitzer war Dir früher sehr zugethan, aber Du hast Dir seine Anhänglichkeit verscherzt; er hat um meine Schwester Vögele geworben, Du hast ihm ihre Hand versagt." „Der nichtswürdige Heuchler, der tückische Duckmäuser! — Er mußte ja meine Gründe anerkennen, mich konnte er für die Abweisung nicht verantwortlich'machen, ich selbst hätte nichts gegen ihn gehabt; aber das junge, schöne Mädchen wollte den häßlichen Menschen nicht — ich werde ja mein Kind nicht zwingen, einem Manne, der ihm mißfällt, die Hand zu reichen!" Zodok zuckte die Achsel. „Es kann nicht Jeder schön sein und die Häßlichen wollen auch schöne Frauen haben!" Opotschna war von dem Vorgehen seines Sohnes in hohem Grade empört; je egoistischer der Mensch ist, desto häßlicher erscheint ihm der Egoismus eines Andern. Die Plötzlichkeit, mit der er es erfuhr, daß sein Sohn und sein Buchhalter zwei Menschen, die er vollständig zu beherrschen geglaubt hatte, von ihm abgefallen, seine Gegner geworden, feindlich und hinterlistig gegen ihn auftraten, verschärfte seine Bitterkeit; er erkannte es, jeder Versuch, Zodok's Entschluß zu erschüttern, wäre ein vergeblicher, er fühlte brennend das Bedürfniß, sich an seinem Sohne für die von ihm erlittene Demüthigung und für die große Schädigung, derer von diesem entgegensah, zu rächen, er glaubte ein Mittel gefunden zu haben, ihn zu kränken und sprach: „Ich habe es schon gesagt, der Vater hat nicht das Recht, seine Tochter gegen ihren Willen zu zwingen, in vielen Fällen auch nicht die Macht. Auch Du bist Deiner Sache bei Ester Ulitz nicht ganz gewiß, der Vater ist ein armer Mann, der unter dem Pantoffel seiner zweiten, jungen, bösen Frau steht. Du hast ihm, dem bettelarmen Schammes, ein großes Kapital angeboten, wenn er Dir die hohe Ehre und Huld erweist, Dich als Schwiegersohn anzunehmen; — dem kann es schon recht sein; — aber ob Dich Ester zum Gatten will, das weißt Du nicht — wenigstens hast Du mir's nicht gesagt . . . ." „Warum sollte sie mich nicht zum Gatten wollen?" fuhr Zodok zornig empor. „Jedes Mädchen hat ihren eigenen Geschmack, — vielleicht gefällst Du Ester nicht!" Eine flammende Röthe überzog Zodok's pockennarbiges Gesicht, an diese Möglichkeit hatte er früher nicht gedacht; jetzt schien ihm plötzlich die Erkenntniß seiner Häßlichkeit zu überkommen. Für diese konnte er allerdings seinen Vater nicht verantwortlich machen; — wohl aber dafür, daß er ihm durch das Erinnern an seine unschöne Hülle wehe thun wollte; er wollte seinem Vater etwas Kränkendes erwidern und nach kurzem Bedenken sagte er mit bitterer Ironie: „Ich bin von Deiner väterlichen Theilnahme für mich überzeugt — aber überlasse diese Sorge mir und sorge Du nur dafür, daß ich mein Vermögen rechtzeitig erhalte." (Fortsetzung folgt.) AlfZEICfElf. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. 9C Inseraten - Annahme für Frankfurt a. M. bei I. Kauffmann, Buchhandlung; für Hamburg bei A. Goldschmidt, Buchhandlung, Kohlhöfen 35; für Cöln bei Leo Frank, Steinfeldergasse 7; für München bei N. Bettelheim, Färbergraben 29; für Fürth in Bayern M. Dornberger, hebr. und deutsche Buchhandlung. Wiesbaden. "lEED Restauration Hirschberger, Häfncrgaffe 5, in der Nähe des Theater und Kurhauses, empfiehlt seine Restauration den geehrten Cnrgästen und Reisenden. Table d’liöte 1 Uhr, A l;i carte ju jeder Tageszeit. Billige und prompte Bedienung. (1091 Unterzeichneter Cultnsvorstand sucht per fofort oder bis zum 15. Mai einen Religionslehrer, Cantor und Schochet. Gehalt nack Uebereinkunft, mindestens über 800 Mark. Uuverheirathete Bewerber belieben unter Eingabe ihrer Zeugnisse sich an D. Schamberg in Herborn, Hessen-Nassau, zu wenden. (1356

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