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Der Israelit · 1882-03-29 · Heft 13-14 (29.3.1882) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 13-14 (29.3.1882)
Date
1882-03-29
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXIII. Jahrgang. Zweite Beilage zu tlr. 13 & 14 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. München, im Ador. Nachdem die hiesigen Simultan schulen durch Landtagsbes chlnß gefallen sind, wird sich über kurz oder lang die isr. Cultus- Gemeinde wohl auch entschließen müssen, wieder eine eigene, jüdische Schule zu errichten. Möchten dann auch die „Herren Eltern" den Muth haben und den Unterricht in -,"4n und rosn mit bedecktem Haupte erlangen, anstatt, wie jetzt noch geschieht, mit entblößtem Haupte. Unsre erst ca. 50 Jahre bestehende und doch schon baufällige Synagoge wird demnächst abgebrochen werden. Aus diesem Grunde hat die Gemeinde bereits einen sehr schönen neuen Platz gekauft an der Maxburgstraße. Möge die neue Synagoge bemalten» echten isr. Gottesdienste erbaut werden, von der Orgel verschont bleiben und unser erhabener, unverfälschter Gottesdienst darin hergestellt werden. Das walte Gott! L. □ München, im Ador 5642. Das Königl. Bayerische Nationalmuseum enthält laut dem neuesten „Führer, officielle Ausgabe", folgende interessante jüdische Sachen: Saal XIV (Schrank 24). Gerätschaften für den öffentlichen und privaten Gottesdienst der Israeliten. X. Eine Thora (Pentateuchrolle) zur Vorlesung der mosaischen Gesetzbücher in der Synagoge. B. u. C. Mäntelchen und Vorhang für die Thora- Lade. v. Kostbarer Betmantel von weißer Seide mit oriental. Goldbrokat. E. Besomim- (Gewürz-) Büchse in Thurmform (Silberfiligran). E. Seder- Schüssel für das Peßach - Fest. GL Ehanukkah-Leuchter für 8 Kerzen. H. Trauringe (?) nebst den Ehepakten. I. Gestickte und bemalte Bandstreifen, sogen. Wimpeln, welche von den Eltern gespendet werden, wenn das (männl.) Kind zum ersten Male das Gotteshaus besucht. Eine künstl. Vervollständigung erhalten diese Gegenstände noch durch die beigefügten bildl. Darstellungen aus dem berühmten Werke Dav. Picart's: C6r6monies rSligieuses rc. Dazu kam noch in jüngster Zeit: X. Ein Thallis. L. Ein Paar Thephillin. M. Eine Mesusoh. N. Ein kl. geschr. Tephillah. Aus dem badischen Oberland. Vor einigen Tagen wurde in Schmieheim eine Wittwe Lichtenauer beerdigt, welche das seltene Alter von 106 Jahren erreichte. Dieselbe, welche sich bis wenige Tage vor ihrem Hinscheiden stets einer vortrefflichen Gesundheit erfreute, wurde häufig ihres hohen Alters wegen von vielen Personen der Umgegend, besonders von Lahr aus, ausgesucht. Höchberg (Bayern). Wenn Schreiber dieses auch nicht zu den sachkundigen Männern zählt, von denen die verehrliche Redaktion am Schluffe des Artikels in Nr. 10 d. Bl. Stimmen zu vernehmen wünscht, so gehört er doch zu Jenen, die sich für die dort angeregte Sache interessiren, und fühlt sich veranlaßt, zu dem diesbezüglichen Erwägungsmaterial Folgendes hinznzufügen. Der Einsender jenes Artikels mag wohl darin Recht haben, daß die Errichtung von Fabriken und Werkstätten in Erez Israel von großem Vortheil und der Ansiedlung unserer Glaubensgenossen in Palästina sehr förderlich sein werde; allein es dürfte doch in erster Linie mehr darauf zu sehen sein, ^daß nach und nach Land und — Land und — wieder Land erworben und urbar gemacht werde, weil Handwerk allerdings einen goldnen Boden, die Agrikultur aber immerhin lediglich den — Brodboden hat und der Landbauer mit himmlischer Hilfe immer sein Brod genießen kann, die Zeiten mögen kommen, wie sie nur wollen. Daß aber auch Gelegenheit geboten und das Verlangen nach Ernährung durch die Landwirthschaft in der Brust vieler Jehudim lebe, entnehme ich dem mir vorliegenden Briefe eines nach E. I. gewanderten Jehudi. Dieser schreibt darin an einen guten Freund in Rußland etwa Folgendes: „Ich habe schon mehrmals Ländereien gekauft und dieselben wieder mit Nutzen verkauft. Gegenwärtig besitze ich einen größeren Gütercomplex in der Nähe von Ramla. Dortselbst kann noch für fünfhundert Familien und darüber Land erworben werden. Die Gegend ist in der That „Milch und Honig fließend." Für ungefähr fünfhundert Rubel kann man a) ein neues bequemes Wohnhaus nebst Stallung erbauen, b) die nöthigen Ackergeräthe und e) den nöthigen Viehstand anschaffen. Bis zur ersten Ernte könnte man durch Milchlieferung nach der Stadt sich hinlänglich ernähren. Siehe zu, daß Du darauf Reflec-

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