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Der Israelit · 1882-03-22 · Heft 12 (22.3.1882) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 12 (22.3.1882)
Date
1882-03-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M 12 XXIII. Jahrgang. Der Israelit. Ei« Central-Organ für das orthodoxe Jndenthnm. Herausßkgebm von Hr. Seemann in Mainz. Mittwoch, de«g22.lM«»z |S642 (1882). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirr ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 88 »Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francoznsendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Pa mit dem 1. April 1882 ein neues Hnartak beginnt, fo ertaube« wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich Bei der H>ost das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Merfendung keine Unterbrechung erleide. Inhalt. Leitende Artikel: Eine Intervention europäischer Mächte zu Gunsten bedrohter Juden um die Mitte des vorigen Jahrhunderts. — Rabbi David Weißkopf r":. — Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Mainz. — Palästina: Jerusalem. — Feuilleton: Parthenope. Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Feuilleton: Löb Munitz. Inhalt der zweite» Beilage: Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Soldin. Aus Altona. — Oest. - Ung. Monarchie: Wien. Aus Galizien. — Frankreich: Paris. — England: London. —^Rußland. — — Palästina: Hebron. — Inhalt der dritten Beilage: Zeitungsnachrichtekl und Eorrespondenzen: Deutschland: Würzburg. Frankfurt a. M. Jnowraclaw. Leipzig. Leitende Artikel. Line Intervention europäischer Mächte zu Gunsten bedrohter Juden um die Mitte des vorigen Jahrhunderts. Mainz, den 20. März. Als durch Baron Worms vor einiger Zeit im englischen Parlamente die Frage an die Regierung Ihrer Majestät der Königin gerichtet wurde ob und welche Schritte zu Gunsten der schwerbedrohten Juden in Rußland geschehen sollten, da antwortete der Ministerpräsident, daß es inopportun! sei, sich in die inneren Angelegenheiten eines befreundeten Staates zu mischen. Demgegenüber wollen! wir auf einen Vorgang Hinweisen, aus welchem deutlich hervorgeht, daß das Haupt eines großen und mächtigen Reiches es bei; ähnlicher Gelegenheit nicht ver-! schmähte, die Stimmen der europäischen Mächte, die sich für die bedrohten Juden verwendeten, zu hören und ihnen Folge leistete. Am 22. Dezember 1744 wurde in Prag ein Edict der Königin (später Kaiserin) Maria Theresia publicirt, welches alle Juden aus Böhmen verbannte. Ein ähnliches Edict ordnete die Vertreibung der Juden aus Mähren an. Den Vertriebenen sollte es nicht gestattet sein, sich an irgend einem Orte der österreichischen Monarchie niederzulassen. — Welche Verzweiflung, welches Entsetzen dieses grausame Edict hervorrief, läßt sich nicht beschreiben. Mehr als hunderttausend Juden sollten mit ihren Frauen und Kindern, mit ihren Greisen und Kranken die Heimath verlassen, sollten heimathlos umherirren, sollten dem Hunger, der Roth und dem Elende preisgegeben werden. Unterdeß wurden Fasttage angeordnet, Gebete abgehalten. Man zog stchaarenweis auf die Gräber der Frommen und betete dort um Abwendung des Unheils zu dem allmächtigen Gott. Stets um Mitternacht versammelte man sich in den Synagogen, und die Thränen flössen in Strömen, die Stätten

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