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Der Israelit · 1882-03-15 · Heft 11 (15.3.1882) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 11 (15.3.1882)
Date
1882-03-15
Page
– (sequence 13)
Language
German
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269 eine entsetzliche Angst und Bangigkeit — (zu jener Zeit gab es keine Eisenbahnen, keine raschen bequemen Verbindungen und die beiden Weltpole scheinen uns Kindern der Neuzeit näher aneinander zu liegen, als den Männern jenes Zeitalters Preßburg und Prag) — ein erschrecktes, zärtliches Vaterherz erhebt zuweilen die sonderbarsten Ansprüche — er forderte, daß wenn, wie er hoffe, die Ehe des jungen Paares mit Kindern gesegnet würde, der erste Sohn sein Enkel ihm zur Erziehung übergeben würde, damit er ihm Ersatz für die abwesende geliebte Tochter bieten sollte. — Wie das zuweilen im Leben zu geschehen pflegt, trafen die Befürchtungen des zärtlichen Vaters ein. Neb Kalmens junge Frau starb, als sie Zodok das Leben gab. Ihr Vater war trostlos und scheute trotz der ungünstigen Jahreszeit und seines vorgerückten Alters, die weite beschwerliche Reise nach Prag nicht, um das Einzige, was ihm von feiner Tochter geblieben, seinen Enkel zu sehen, diesen mit sich in die Heimath zu nehmen. Das kleine mutterlose Kind war damals ein recht hübscher Knabe, dem zärtlichen Großvater erschien er an Schönheit und Anmuth ein Engel. Der thörichte Mann wollte das zarte Kind gleich mit sich nehmen; er wollte mit drakonischer Strenge auf die sofortige Erfüllung ihrer Vereinbarung, daß ihm der erste Sohn seiner Tochter zur Erziehung übergeben werde, bestehen; selbst die Einsprache der bedeutendsten Aerzte jener Zeit, daß ein so kleines schwächliches Menschenkind eine so beschwerliche Reise nicht auszuhalten vermöge, hätte den eigensinnigen Mann nicht von seinem Vorsatze abgebracht, und nur der Intervention des damaligen Oberrabbiners, der höchsten Autorität in Gewissensfragen, gelang es, ihm die Thorheit seines Vorhabens klar zu machen. Der Oberrabbiner erklärte die Reise eines vierwöchentlichen Kindes, das noch der Amme bedürfe, für eine Pikuach-Nefesch^b) — die er geradezu verbiete. Der Prager Oberrabbiner brachte es endlich auch dahin, daß Zodok bis er etwas herangewachsen und stärker geworden, in seines Vaters Hause bleiben, dann aber zu seinem Großvater gebracht werden sollte. Zodok war — wir wissen dies schon aus Elke Ulschitz Berichten ein schwächlicher, kränklicher Knabe gewesen, der sich nur langsam entwickelte und dadurch wurde der Zeitpunkt, da er nach Preßburg gebracht werden sollte, sehr verzögert. (Fortsetzung folgt.) 13) Lebensgefahr. 1 A * K I K \ . Für deu folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. IE" Inseraten - Annahme für Frankfurt a. M. bei I. Kanffmann, Buchhandlung; für Hamburg bei A. Goldschmidt, Buchhandlung, Kohlhöfen 35; für Cöln bei Leo Frank, Steinseldergasse 7; für München bei N. Bettelheim, Färbergraben 29; für Fürth in Bayern M. Dornberger, hebr. und deutsche Buchhandlung. Restauration. Hierdurch erlaube mir. meinen werthen Gönnern anzuzeigen, daß ich meine Restauration betcutenb vergrößert und mit einem Cafe- und Billardsalon, sowie Logirzimmer versehen habe. Zugleich empfehle meinen nur 252 Wein von der Firma Hugo Bondi & Co. Festessen und Hochzeiten werden stets übernommen und billige und gute Bedienung zugesichert. Hochachtungsvoll Moses Marx, Mainz, Welschnonnengasse 34, vis-ä-vis dem „Mainzer Anzeiger". Daß Herr Moses Marx von hier in Bezug auf vwr2 volles Vertrauen verdient. bezeugt gern (122) Dr. Lehmann. Briefkasten der Expedition. Koscher Handkäse . « „ „ ,.r bei Marx Wieseneck, Herrn S. W. rn K.: fl. 6 oft. Wahr. Frankfurt a. M-, erhalten. Danken besten?. 1007) Seilerstr. Cannstatt. Hotel Ldweutlial Empfehle mein neu und komfortabel ■ eingerichtetes Hgtel in unmittelbarer Nahe des Bahnhofs zum Logiren wie auch zur Abhaltung von Hochzeiten. 1 Restauration zu jeder Tageszeit. 1038) Simo« Lötvertthal. Lehrling gesneht für unser Tuch - La xros - Geschäft mit den nöthigen Vorkenntnissen. Samstag und Feiertage geschlossen. Aachen, im März 1882. 1024) Mayer St &tcvn.

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