Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 10 (8.3.1882)
- Date
- 1882-03-08
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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242 — Aber auch, wenn ich es gestatten würde, oder wenn mich Gott, boruch hu, von der Welt abriefe, und ich gar nichts darein reden könnte, könntest Du nicht Benjamin's Weib werden, Dein stolzer Großvater würde zu dem Schiduch seine Einwilligung nicht ertheilen — und ohne seine Einwilligung sollst Du nichts thun — nein! es thut nicht gut, wenn Kinder gegen ihrer Eltern Willen heirathen, ich Hab' das selbst erfahren und gar schwer verspürt." Das Gespräch wurde unterbrochen, ohne anzuklopfen stürmte ein ungewöhnlich kleiner und magerer Mann, den man von rückwärts seiner Statur nach für einen vierzehnjährigen Knaben hätte halten können, dessen grauer Ziegenbart aber mindestens ein Alter von 55 bis 60 Jahren verrieth, athemlos herein. „Reb Sabel. Reb Sabel! was treibt Ihr denn heute?!" schrie er und seine Stimme schmetterte wie die eines trefflichen Kanarienvogels: „e ganzer Haufen Leut stehen schon e viertel Schoh^) im Schnee, vor der Schul und jetzt is gar auch der Gabbe Reb Gadel gekommen — und die Schul is noch nit aufgesperrt. Ihr wißt ja, Reb Gadel is e großer Rachsen!"19) 18) Stunde. 19) Jähzorniger, auffahrender Mann. Ein jäher Schreck durchzuckte den Schammes, als ihm der Fistel^) Lippmann die unheilvolle Kunde brachte, an Schnelligkeit den Blitz beschämend, fuhr er in den Sabbatrock, setzte den dreieckigen Hut in der Eile windschief — auf den Kopf. Er wußte es, sein Vorsteher war ein sehr heftiger und stolzer Mann, der von seinen Untergebenen die größte Pünktlichkeit und Unterwürfigkeit forderte und sich bei hervorragenden Anlässen nicht immer mit einer strengen Rüge begnügte; sondern dieselbe zuweilen zur nachhaltigen Erinnerung durch einen kräftigen Rippenstoß oder eine saftige Ohrfeige in zweckerreichender Weise zu unterstützen pflegte. „Wenn mich Gott nur von dem Brod — oder wenn er das nit will, wenigstens von dem Gabbe befreite, daß Reb Gadel entweder das Gabors'") ablegte oder in eine andere Schul gehen möcht'", murmelte der tiefbekümmerte, erschrockene Mann, „Hodu und Halle! möcht ich singen." (Fortsetzung folgt.) 20) Sopranist aus dem Chor, das mit dem Vorbeter — damals allerdings ohne Notenkenntniß, nur dem Gehöre nach — sang. 21) Vorsteherschaft, Vorsteherltelle. 22) Loblieder. A1VZE I O E Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. Inseraten - Annahme für Frankfurt a. M. bei I. Kanffmann, Buchhandlung; für Hamburg bei A. Goldschmidt, Buchhandlung, Kohlhöfen 35; für Cöln bei Leo Frank, Steinfeldergasse 7; für München bei N. Bettelheim, Färbergraben 29; für Fürth in Bayern M. Dornberger, hebr. und deutsche Buchhandlung. 67>as Sommersemester an unserem Institute beginnt Montag den 17. April. Zur Nebersendung von Prospekten und Ertheilung näherer Auskunst sind jederzeit bereit Frankfurt a. M. »r. H. Heinemann. 952) Jda Heinemann geb. Mayer. c^ch suche Stellung für ein 16jähr. Mäd- <0 chen, das bürgerlich kochen kann und gute Schulbildung hat. Frau Therese Sichel, 934) Hannover. /Xim junges Mädchen (Israel.) , w. bürgerlich kochen und kleineren Kindern bei den Schulart). Helsen kann, sucht Stellung zur Stütze der Hausfrau zu Ostern oder zum 1. Mai. (948 Gefäll. Offerten unter H. D. 328 an Rudolf Rosse in Hamburg erbeten. Zucker nDD by Mit dem Versandt unseres sein gemahlenen Melis haben wir begonnen nnd halten solchen weiter billigst empfohlen. Samuel Baer's Söhne, 946) Halberstadt. kleine durchaus perfecte Köchin gesucht. Hütet Kaufmann, 914) Cöln a. Nh. c>ür ein Kurzu. Wollenwaarengeschaft, Jj welches Sonnu. Feiertage streng geschlossen ist, suche ich ein Lehrmädchen und kann sich solches auch womöglich im Haushalt beschäftigen. Offerten unter bl. 925 besorgt die Expedition d. Bl. (Xnne alleinstehende ältere Dame in einer Kreisstadt, in der Nähe von Saarbrücken, sucht für ihren Haushalt sowie zur Unterstützung eine Person gesetzten Alters, welche selbständig einem Haushalte vorzust.hen vermag. Offerten sab Nr. 951 beliebe man an die Exped. d. Bl. einzusenden._ /Xiine j. examin. Lehrerin (Jsr.), w. in '2' Sprachen, Wissenschaften u. Musik bewandert ist, sucht, gest. ans g Reser., Stell, als Erzieherin zum 1. Mai oder Ostern. Gefäll Offerten unter 8. 6. 327 an Rudolf Rosse in Hamburg erb. (947 CVn der Bäckerei der Unterzeichneten kann <V> ein ordentlicher Junge sofort als Lehrling eintreten. Therese Oppenheimer, Bäckermeisters-Ww. 87V) in Fürth (Bayern).