Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 7 (15.2.1882)
- Date
- 1882-02-15
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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166 soll er sein, und hundert Jahre soll er von heut' an leben!" „Ewadde!" schrie der ganze Chor, denkrummen Jtzig ausgenommen; dieser aber meinte: „Ich glaub' auch, daß Reb Kalmen meo schonim21) leben wird — unbeschrien, eine gesunde Brust hat er dazu — ge schrien hat er, man soll ihm noch e paar Pfund Fleisch für seine Orchim^- schicken, — daß man's bis zum altstädter Ring hatte hören können, — sein Meschores ist ein Chammer!^) wozu geht er zu Euch, Reb Nochum, und sagt Euch's noch einmal? Habt Jhr's denn nit auch gehört?" Der Fleischer konnte diesmal dem krummen Jtzig nicht ganz unrecht geben, und er sagte halb verlegen, halb lachend, indem er dem Näh ^tretenden die ihm bestimmte Portion Fleisch hinreichte. „Ihr bleibt immer und ewig ein Schuppenjung'!2')" 21) hundert Jahre. 22) Gäste. 23) Esel, Dummkops. ' 24) Im Prager Ghettojargon so viel als Gassenjunge, weil; sich die Taugenichtse jener Zeit zumeist in der „Schuppe" einer j Straße der Judenstadt Herumtrieben. „Ihr bewerft mich mit Steinen, ich bewerf Euch mit Lampel2^)," meinte der krumme Jtzig, das Fleischstück ergreifend. „Redet was Ihr wollt! Ich sag' Euch, Ihr seid doch der allerbravste Katzow auf der ganzen Welt!" „Wie so?" frug Reb Nochum, von dem unerwarteten, hohen Lobe etmas verblüfft. Der krumme Jtzig entfernte sich zuerst einige Schritte, als er sich außer RebNochum's Handweite befand, schrie er lachend: „Mein Tat2^) olof hascholoni hat mir gesagt, in der Gemore^) steht: tow schebetabochim schuttof schel amolek!2^)" (Fortsetzung folgt.) 25) Ein vorzüglich gutes Gebäck. Der ganze Satz bildet eine scherzhafte Veränderung der namentlich in jüdischen Kreisen oft gebrauchten Phrase. Du bewirfst mich mit Steinen, ich Dich mit Brod, so viel als: ich lohne Dir Böses mit Gutem. 26) Vater. 27) im Talmud. 88) Der beste Fleischhauer ist ein Genosse Amaleks. — Die Metzger standen im Alterthnme in schlechtem Rufe, man warf ihnen Rohheit und Streitsucht vor und bezeichnete sie deßhalb als würdige Genossen jenes Volksstammes, welcher bekanntlich ohne jeden Grund mit den aus Egypten ziehenden Israeliten Streit und Kampf begann. 4 S K E I E Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Inseraten - Annahme für Frankfurt a. M. bei I. Kauffmann, Buchhandlung; für Hamburg bei A. Goldschmidt, Buchhandlung, Kohlhöfen 35; für Cöln bei Leo Frank, Dteinfeldergasse 7; für München bei A. Bettelheim, Färbergraben 29; für Fürth in Bayern M. Sörnberger, hebr. und deutsche Buchhandlung. HHeranlaßt durch die feststehende Thatsache, daß Nerven - und Gemüthskranke, die •"O unter unfern Glaubensgenossen leider sehr zahlreich verbreitet sind, um so eher und sicherer genesen, wenn sie neben einer gründlichen Behandlung in ihrer religiösen Ueberzeugung nicht beeinträchtigt werden, beabsichtigt ein jüdischer Arzt, der sich mährend langer Zeit speciell mit dem Studium und der Heilung von Nerven- und Gemüthskrankheiten beschäftigt hat, in einer durch Naturschönheit und günstiges Klima ausgezeichneten Gegend Deutschlands eine Anstalt zu gründen, in welcher Nerven- und Gemüthskranke bei streng koscherer Verpflegung eine gewissenhafte, sorgfältige Behandlung erfahren sollen. Die Angehörigen von israel. Nerven - und Gemnthskranken werden daher gebeten, behufs Einleitung weiterer Correjpondenz unter Nr. 561 sich an die Expedition d. Bl. zu wenden. Referenzen von wissenschaftlichen Autoritäten stehen zu Diensten. hiesige Cantor - und Schächterstelle,! 2"™ 1 April wird für einen kleinen verbunden mit einem jährlichen Gej (O Haushalt eine gute religiöse Köchin bei halte von 930 Mark und circa 690 Mark j gutem Lohn gesucht. Nebeneinkünften, wird zum 1. Mai c. va-; Hermann Mayer, c«nt. Qualificirte Bewerber wollen ihre j 543) Prenzlau. Meldungen nebst Zeugnissen bis zum I. j---- März c. an den Unterzeichneten einsenden. j C^n anständ. israel. Hanse in Düsseldorf Reisekosten werden nicht vergütet.! <\j sind Zimmer mit guter Pension zu Lessen s Westpr.), den 31. Jan. 1882. haben. Der Vorstand der Synagogen - Gemeinde. 1 Offerten unter L. L. 103 postlagernd 545) M. I. Moses. ' Düsseldorf. (551 Annonce. Die hiesige, zum 1. April l. I. erledigte Religionslehrer - und Cantorstelle soll alsdann wieder besetzt werden. Die Stelle ist mit einem jährlichen fixen Gehalie von 800 Mark, freier Wohnung und Garten, auch mit ca. 150 Mark Nebeneinkomme» verbunden. Bewerber müssen seminaristische und auch musikalische Bildung besitzen, und wollen sich mit entsprechenden Zeugnissen bei dem Unterzeichneten melden. Russen und Polen werden nicht berücksichtigt. Westerburg, den 29. Januar 1882. Der israel. Cnltusvorsteher 509) Gerson Ullmann. E in Lehrmädchen nisten bei freier 526) mit guten Schulkennt- Statton gesucht von N. Frank, M. Gladbach.