Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 5 (1.2.1882)
- Date
- 1882-02-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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120 öden Mündungsdelta des Schat-Al-Arab verlegen lassen, er wird wahrnehmen, daß das Hawilah-Land des Pischon (Schat-Al-Arab) von Kurnah bis zum Delta, mit dem sruchtbaren Bassorah in der Mltte, nicht „einige", sondern 40—50 und noch mehr Quadratmeilen umfassen könnte*). Auf die fernere Bemerkung des Herrn Ehrentreu, wie sich nyrnto \-n auf den Kercha, der doch ein Nebenfluß ist und sich nicht abzweigt, anwenden ließe, entgegne ich, daß •*-*n hier in dem Sinne von Abtheilung zu nehmen ist, wie es deutlich -po p v"ino hervorhebt. Auch im Arabischen kann -oPn o*n — “>njn pki ebensogut den Anfang, den Ursprung des Flusses als auch das Ende, die Mündung desselben bedeuten. Das dvdi ist analog mit icyo -nsn nn« (Gen. 13' 14") nämlich von dort wendete er (der Fluß) sich weg nymio n\T D’5?N“) und gelangte dann zu vier Wasserstraßen. .Das rrn ist hier analog dem arabischen Verb -m*, welches die Doppelbedeutung hat, factus fuit und pervenit. (S. Freitags arabisches Wörterbuch zu diesem Worte). Herr E. führt zur Widerlegung meiner Ansicht freilich noch folgendes Argument in's Feld. „Es ist bekannt — sagt er — daß in früherer Zeit Euphrat und Tigris abgesondert in den persischen Meerbusen mündeten, also keinen vereinigten Fluß bildeten. Erst nach der Eroberung Babyloniens durch die Perser verschütteten diese die Mündungen beider Flüsse, um durch die Abschneidung des Handels die Provinz zu schwächen; später vereinigten sich dann die Flüsse zu einem Mündungsstrome, der sich erst kurz vor seiner Mündung wieder zertheile." Ich bemerke dagegen, daß Alles das von ihm hier Angeführte nichts weiter als bloße VermutHungen sind, denen Niemand eine wirkliche Beweiskraft zuschreiben wird, und daß die unwiderlegliche Thatsache von dem gegenwärtigen Lauf dieser zwei mächtigen Ströme wohl für Jedermann ein weit überzeugenderes Argument bilden, als bloße Conjecturen. Diese ganze Erzählung von dem Verschütten der beiden mächtigen Flüsse durch die Perser gehört überhaupt mehr in das Gebiet der Fabel als der Historie. Einige von den Alten erzählen blos, daß Cyrus Heer — das bei der Belagerung Babyloniens an derjenigen Stelle postirt war, wo der Euphrat in die Stadt hineinfloß — Befehl erhielt, durch Abgrabungen des Euphratwassers und dessen Leitung in einen großen See, sein Bett trocken zu legen. Von da ab mag nun der Euphrat in Babel sein *) Die Entfernung in grader Linie von Kurnah bis Baüorah beträgt 17 Stunden und von da bis zum Delta mag sie 9—1v Stunden betragen. altes Bett verloren haben — und daraus mögen sich auch die Worte des Talnllids nwnn ü"j nu-o NJTNni n'z/n-,2 nvy *p-ü idin Pm coct'jiwx ms (* ’vatfr »ao \xd-)s m’jicn beziehen. Es ist aber sicher anzunehmen, daß bei dem flachen, ebenen Boden, der Euphrat sich unterhalb Babels wieder seinem alten Belte zugewendet hatte, was umsomehr anzunehmen ist, als wir ja bei seinen alljährlichen Ueberfluthungen noch immer sehen, wie gerade in der Gegend des alten Babylon's seine (des Euphrats) Westseite in weitläufigen Sümpfen sich verwandelt, dann dennoch wieder in sein altes Bett zurücktritt. Wenn ich endlich die Thatsache anführte, daß Hunderte von Europäeril alljährlich die von mir bezeichnete Stelle in dem festen Glauben aufsuchen, eben da auf dem klassischen Boden des einstmaligen Paradieses sich zu befinden, so wollte ich damit blos sagen, daß wahrscheinlich die von mir angegebenen geographischen Merkmale schon längst gebildete Männer zu derselben Ueberzeugung geführt hatten, zu der auch ich mich bekenne. Und somit nehme ich von meinem geehrten Herrn Gegner in dieser Frage achtungsvollen Abschied. Jacob Oberin eher aus Steinhart. Um diese literarische Fehde nicht bis in's Endlose zu spinnen, glanbe ich, nachdem wir unsere beiderseitigen Ansichten in diesen Blättern dargelegt haben, auf eine fernere Replik, schon mit Rücksicht auf den Leserkreis des „Israelit" verzichten zu müssen. Mein sehr ehrenwerther Herr Gegner hat in der obigen Erwiderung seine Ansicht so ausführlid)' dargelegt, daß jedem aufmerksamen und urtheilsfähigen Leser die Vorzüge, aber auch die Schwächen derselben in's Auge fallen. In seinem ersten Artikel kamen nur die Vorzüge derselben zur Schau, daher hatte ich mich bemüssigt gesehen, Einiges darauf zu erwidern. Gegen die Erklärung des Wortes D’r*n sowohl, als auch gegen die Auffassung der betreffenden Schriftstelle von Seiten des Herrn Obermeyer, wird mancher Leser mit mir mit Recht gewichtige Bedenken haben. Da es sich nun bei derartigen Hypothesen, die sich nicht streng mathematisch beweisen lassen, nur um die mehr ol er minder große Wahrscheinlichkeit handelt, weil jede derselben Vor- *) -USB» ’S ist wahrscheinlich das oberste Viertel Babylon's. Nach unten gibt die Gemarah keine Grenzbestimmung an, weil diese wahrscheinlich durch natürliche Merkmale zu erkennen mar. Der Talmud, nach meiner Ansicht, specificirt hier 'SSI «oz-'jx rns um anzndeuten, daß auch in den Städten, wo gewöhnlich die Flüsse regnlirt, deren Wände ansgebant und daneben Quais aufgeworfen sind, und sie so alles. originelle "Aussehen verlieren, — man dennoch über sie n’2\X"G nsny ansznsprechen habe. Anders aber, wie mir die X£'D angibt, wenn der Strom von seinem Urbettc abgeleitet wurde.