Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 5 (1.2.1882)
- Date
- 1882-02-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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So gewiß tu Wahrheit hier immer n"^n helfen kann, so sind Sie doch gewiß damit einverstanden, daß ausnahmslos von allen dh\t etwas geschehen müsse. Sollten Sic, geehrter Herr, nicht Ihr weitverbreitetes Blatt dazu benützen wollen, daß überall in allen Gemeinden einige Männer als Eontit^ zusammentrcten, um Spenden für unsere unglücklichen Brüder zu veranlassen und entgcgenznnchmen? In einigen der russischen Gränze naher liegenden Gemeinden müßten Eentral-EomitEs znsammentreten, an welche die von den Gemeinden überall eingehenden Spenden von den Local-Eomite's entweder direct oder durch Ihre Permittelung gesandt wurden und welche dieselben je nach Bedarf für die Auswanderer oder die in der Heimath vom Unglück Heimgesuchtcu zu verwenden hätten. Leider ist bei der fast allgemeinen Deroute der Geschäfte jetzt keine "ibmd.i nyp, allein, die russischen Zustände sind doch noch schrecklicher, und da, wie ich mir denke, die Eomitb's und Sammlungen so lange t"n die mu und ihre Folgen dauern permanent bleiben müßten, so wird doch mit Gottes Hilfe durch das allgemeine und anhaltende Zusammcngreifen etwas Erkleckliches erzielt werden. Wenn Sie die Idee für ausführbar halten, so könnten Sie unmaßgeblich die russische Sache zu einem stehenden Artikel machen und in jedem Blatte das Interesse für die Sammlungen auf's Acne wecken und wachhaltcn. „Jedenfalls bin ich Ihrer gütigen Nachsicht, dafür den Gedanken geäußert zu habeil, sicher und bitte, die Versicherung vorzüglicher Hochachtung zu genehmigen, mit der zu verharren die Ehre hat Ew. Ehrwürdcu ergebenster Hirs ch." Mit unseren Jungen und mit unseren Ulten wollen wir gehen. (Schlich.) E. Als in jener Mitternachtstnude, tu welcher Gottes Liebe schonend über die jüdischen Häuser schritt, und den Tod von den Schwellen scheuchte, weil die Väter jedes Hauses burdj das Blutsymbol an diesen Schwellen den ernsten Vorsatz bekundeten, lammgleich ihren Hirten fortan selbst in die Wüste vertrauensvoll folgen zu wollen, da hätte selbst dieser hohe Weihcakt der Männer — stk onb tnpu — uns nicht der Freiheit würdig gemacht, wenn nicht auch an der zarten Jugend diese Weihe mit dem Blute besiegelt worden wäre, indem zu dem r,Dü cn noch ni trat. Und als die Erlösten : von Gott das Gesetz erhallen hatten, dessen Beach- > tung ihnen die Freiheit für alle Zeit sichern sollte, waren es wiederum nicht die Alten, war es die Jugend, welche dem Gesetz das erste Opfer brachte, waren cs die Jünglinge Israels, die Moses entsandte, um durch ihre Opferweihe die Hingebung des ganzen Volkes an das Gottcsgesetz zum Ausl druck zu bringen. Wenn dieses Gottesgesetz seine i Mission auf Erden endlich erfüllt haben, wenn der i Vorbote jener großen Zeit, wenn Elijahu das Herz! der Kinder den Vätern und das Herz der Vater! den Kindern zugeführt haben wird, so steht wiederum i die Jugend, dem Alter in der Empfindung der! Freude voran, die jene Zeit im Schooße trägt, i „Hört das Wort Gottes, Ihr Völker, und „verknndet's den fernsten Eilanden, sprechet es! „ans: Derselbe, der Israel zerstreute, wird es j „auch wieder sammeln und cs hüten wie der Hirt! „seine Heerde. Wenn Gott Jacob befreit und! „es erlöst haben wird aus der ihm an Mache i „überlc.zetten Hand, wenn sie dann jubelnd zur > „Zionshöhe kommen-dann freut | „sich die Jungfrau mit dem Neigen, Jünglinge „und Greise miteinander, dann habe ich ihre! „Trauer in Wonne umgewandclt und lasse ihnen! „Drost und Freude ans ihrem bisherigen Kummer i „erstehen. (Jeremias o!.) | Die thränenrciche jüdische Geschichte beginttt so- ' mit mit der Ankündigung eines Festes — 'n 21! — und schließt mit einer solcheit rnina not^n; nn> d»jp?t o’-rnm ^noa. Bei beiden wird die volle Ebenbürtigkeit jedes Alters und Geschlechts dadurch! betont, daß im Gegensatz zu der sonstigen Anschauung i die Jugend dem Alter nicht nur gleich, sondern geradezu voran gestellt wird. Es ist ungemein charakteristisch für die Lebensanschauung, die in unserer heiligen Sprache niedergelegt ist, daß sie jedes Fest — jn von un und tnna von aan — mit dem Begriffe der Kreisbildung in innigste Verbindung bringt. Ist doch der Kreis diejenige Figur, deren Eigenthümlichkeit darin besteht, daß jeder Theil der Peripherie von dem Mittelpunkte gleichviel entfernt ist. Wie tief auch das sociale Leben uns in Arm und Reich, Alt und Jung, Groß und Klein klüsten mag, unsere Feste machen uns Alle gleich, Alle reich, sie versammeln uns in einen Kreis, von dessen Mittelpunkte Alle nahe und gleichweit abstehen. Dieser Mittelpunkt ist Gott, von dem jede Freude ausgeht und zu beut jede Freude zurückkehrt und das Bewußtsein, daß der Millionär Gott nicht näher und der Bettler Gott nicht ferner stehe, das ist es, was uns Alle zu Brüdern, unsere Feste zu Gottes festen und Gottesfeste zu unseren Festen macht. — ‘n in Dies dürfte auch vielleicht der Ausspruch R. Eleasar's besagen: