Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1881-12-07 · Heft 49 (7.12.1881) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 49 (7.12.1881)
Date
1881-12-07
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2447850-2447895--18302-2474338
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1230 dels die Provinz zu schwächen; später vereinigten sich dann die Flüsse zu einem Mündungsstrome, der sich erst kurz vor seiner Mündung wieder zertheilt. Neberhaupt tft es unmöglich von vier S t r öm e n zu sprechen, wenn drei derselben einen so kurzen Lauf haben und nur Mündungsströme sind. Denn von dem Oberlauf dieser Flüsse spricht ja die heilige Schrift, nach Ansicht des Herrn D., gar nicht. Ich kann mich freilich nicht rühmen, die erwähnte Landschaft mit eigenen Augen gesehen zu haben, aber ich habe versucht, soweit dies durch Karten und Bücher möglich ist, eine Anschauung von ihr zu bekommen. Daß alljährlich Hunderte von englischen Touristen die bczcichnete Stelle besuchen, in dem festen Glauben das biblische Paradies vor sich zu haben, hat auch Herr O. nicht als Argument aufgestellt. Fester Glaube kann doch gewiß in solchen Dingen nicht entscheidend sein. Sollte die mitgetheilte Ansicht Delitzsch' in Gelehrtenkreiscu Anklang finden - wie cs allem Anschein nach geschieht, - so werden die schaulustigen Söhne Albions wohl in Zukunft Mittelbabylonien besuchen, im festen Glauben, das parauesische Land vor sich zu sehen. H. Ehrentren. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Wnrzburg, 29. Nov. Daß die antisemitische Agitatation hier in Würzburg keinen Boden findet, beweist am Besten die Tbatsachc, daß das hier erscheinende Wochenblatt „Deutscher Antisemit" nach kurzem Leben nunmehr seelig entschlafen ist: Am vergangenen Sonnabend erschien die letzte Nummer. Inzwischen hat der Redakteur und Herausgeber des Hctzblättcheus, der, Ihnen bereits mitgcthcilt, vom hiesigen Schwurgericht wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit im sachlichen Zusammenflüsse mit zwei Vergehen der Berufsbeleidigung, verübt durch die Presse, zu einer Gefängnißsträse von 5 Monaten verurtbeilt worden ist, ein Gnadengesuch an den König eingercicht. Berlin, 29. November. Zuni 21. November, dem Hohen Geburtstage Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit, der Frau Kronprinzessin, ist über das letzte, das 38. Jahr des Bestehens der unter dem Hohen Protektorat Ihrer Kaiserlichen Hoheit stehenden Baruch-Auerbachschen Waisen-Erziehungsanstalt für jüdische Mädchen von ihrem Director, Dr. Lconh. Auerbach, sowie über die segensreiche Wirksamkeit derselben ein eingehender Bericht veröffentlicht worden. Derselbe gibt zunächst von dem Neubau der Anstalt, sowie von der regen Theilnahme, die das Hohe Herrscherpaar auch im letztverflossenen Jahre der Anstalt bewiesen und von dem Vorstande der Anstalt Nachricht und verbreitet sich sodann über die Leistungen der Anstalt im abgelaufenen Jahre (die Frequenz der Anstalt, den Gesundheitszustand der Zöglinge, die Erziehung, den Unterricht und die Ausbildung derselben, ferner über den Religionsunterricht, die häusliche Beaufsichtigung und Ordnung, sowie über die häuslichen Festlichkeiten der Kinder, hierauf über die Bibliothek der Anstalt, über die ausgeschiedenen Zöglinge, die Verheirathuug früherer Zöglinge, endlich überden Baruch-Auerbach- Verein und die Räume der Anstalt). Hierauf geht der Bericht dazu über, die bedeutenden Schenkungen und Legate, welche der Anstalt im abgelaufenen Jahre zugefallen, im Einzelnen aufzuzählen. Daran schließt sich ein Verzeichnis; der Ehrenmütter der Anstalt. Alsdann wird über die einzelnen (28) Familienstiftungen eingehend berichtet. Ein besonderes Kapitel handelt von dem Ausstattungsfond zur Verheirathung der Waiseumädchen, den die Anstatt bereits besitzt, sowie von der neuen, der Samuel und Bertha Mischstiftung, die zu gleichen Zwecken im verflossenen Jahre gegründet worden. Hierauf folgen Berichte über die Einnahme und Ausgabe und über den Bestand der Fonds der Anstalt, sowie über die Gelder und Fonds der zu bestimmten Zwecken und für die Zöglinge gegründeten Stiftungen. Den Schluß bildet eine Chronik der im abgelaufenen Jahre in der Anstalt stattgehabten Feierlichkeiten, sowie Verzeichnisse der eingegangenen Gaben und der neu hinzugetretenen Wohlthäter, der verstorbenen, immerwährenden Mitglieder, endlich der immerwährenden Mitglieder und aller Wohlthäter, welche bestimmte jährliche Beiträge zahlen. — Dem vorstehenden Berichte, den wir soeben skizzirt, zufolge, zählte das Mädchen-Waisenhaus der Baruch-Auerbachschen An- Z statt, das am 1. November 1843 mit der^ Aufnahme j von 2 Zöglingen eröffnet wurde, am Schlüsse des s abgelaufenen Jahres 22 Zöglinge. Das Knaben- | Waisenhaus zählte in demselben Zeitraum 52 Waiz sen, so daß in beiden Waisen-Erziehungsanstalten ' 74 Zöglinge erzogen wurden. Das Mädchen-Waisen- \ Hans besitzt außer den beiden Anstalten gehörigen j schuldenfreien Grundstücken ein unantastbares Verf mögen von 326,799 M. 81 Pf. Für die ausges schiedenen und gegenwärtigen Waisenmädchen ist in den zu ihren Gunsten errichteten Familienstistungen und in den für sie bestimmten Guthaben die Summe von 136.175 M. 75 Pf, als ihr Eigenthum nieder-! gelegt worden. Die Einnahme wie die Ausgabe der j Baruch-Auerbachschen Waisen-Erziehungsanstalt für | jüdische Mädchen betrug beim Schluffe des Rech- I

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.