Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 49 (7.12.1881)
- Date
- 1881-12-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXII. Jahrgang. J|ß Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von . Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 7. Dezember 5642 (1881). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in nlindestens 2 Doge?:. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abormirr ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Posiänner nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — ^österreichische Bankno.'en laut Eours. — Directc Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fi. österr. an die Erpedition sranco einzitseirden. Inhalt. Leitende Artikel: Wie der Sand am Ufer des Meeres. — Jakob und Esau. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Desterr.-Nngar. Monarchie: Pesth Feuilleton: Akiba. — Der Gang, zur Synagoge. — Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: 2mal Mainz. Goldbach. Aus Köslin. — Oest. - Ungar. Monarchie: Wien. - Feuilleton: Die Brüder. Inhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Noch einmal „Ueber die Lage des Gartens Eden". Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Würzburg. 2mal Berlin. Köslin. — Oest.-Ung. Monarchie: Duna-Földvür. — Serbien: Belgrad. — Italien: Rom. — Frankreich: Paris. — England: London. — Rußland: Aus Odessa. — Arabien. Feuilleton: Aus den Papieren einer Schamesz-Familie. Leitende Artikel. Wie der Sand am Ufer des Weeres. Mainz, 30. November. Als unser Vater Jakob aus der Fremde in die Heimath zurückkehrte, ließ er dieses vorher seinem Bruder Esaw melden, unr den ihm feindlich Gesinn-; sen für sich günstig zu stimmen. Aber die Boten! kehrten zurück und meldeten ihm, daß ihm Esaw mit I einem Gefolge von vierhundert Mann entgegenrücke. j Da fürchtete sich Jakob gar sehr und flehte zu Gott! um Rettung und stützte sein Gebet mit der Ver-! heißung: j „Und Du, o Gott, hast gesprochen: ich will! dir Gutes erweisen und will machen deine Nachkommen, wie da ist der Sand des Meeres, der nicht gezählt werden kann vor Menge." Schon Raschi macht darauf aufmerksam, daß dem Jakob eine solche Verheißung nicht zu Theil ist worden. Gott hat dem Abraham eine dreifache Verheißung gegeben, daß seine Nachkommen werden sollen, wie der Staub der Erde, den Niemand zu zählen vermag (1. B. M. Cap. 13. V. 16); wie die Sterne des Himmels (daselbst Cap. 15. V. 5.) und wie der Sand am User des Meeres (daselbst Cap. 22 V. 17). Dem Jizchak hatte Gott die Verheißung wiederholt, daß seine Nachkommen so zahlreich werden sollten, wie die Sterne des Himmels (daselbst Kap. 26 V. 4), und dem Jakob, daß seine Nachkommen werden sollen — so zahlreich wie der Staub der Erde (daselbst Cap. 28 V. 17). Raschi erklärt, daß die Worte Jakobs sich darauf beziehen, daß Gott gesprochen: „Denn ich werde dich nicht verlassen, bis ich vollbracht haben werde, was ich in Bezug auf dich verheißen." (Daselbst V. 15.) Zu Abraham aber hat Gott in Bezug auf Jakob gesprochen: „Vermehren, vermehren werde ich deine Nachkommen, wie da sind die Sterne des Himmels und der Sand am Ufer des Meeres." — Ans diese, dem Abraham in Bezug auf Jakob gewordene Verheißung bezog sich Jakob in seinem Gebete. Also hebt Raschi die Schwierigkeit, die jedem aufmerksamen Leser der heiligen Schrift aufstoßen muß. Aber es ist noch eine andere Frage zu erörtern: Warum hat Jakob sich nicht auf die ihm selbst gewordene Verheißung bezogen? Er hätte ja eben so gut sprechen können: Und Tu hast verheißen: ich will dir Gutes erweisen und es sollen werden