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Der Israelit · 1881-11-30 · Heft 48 (30.11.1881) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 48 (30.11.1881)
Date
1881-11-30
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXH. Jahrgang. Zweite Beilage;« Ur. 48 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. Der Orient, geschildert von A. v. Schweiger- Lerchenfcld (A. Hartleben's Verlag in Wien. In 8.0 Lieferungen rr 80 Kr. ö W. " 00 Pf. Rttt 200 Illustrationen). In den vorliegenden Lieferungen Kl bis 22 zeigt sich dieses ausgezeichnete Werk mehr noch als in den vorangegangenen Heften in feinem originellen Kleide, Es find fast durchweg citüm> geographische Magen, welche wir da, bei außergewöhnlicher Reichhaltigkeit des Stoffes, behandelt finden. Die Geschichte der Stadt Aden, des „Arabischen Gibraltars", eine anziehende Wanderung durch die Kaffeebezirke von Jemen, ferner eine mit lebhaften Farben bedachte Schilderung des „Alpenlandes Asyr", der Heimath der ASra'S, sowie ein interessanter Abschnitt über die Prophetenstädte Mekka und Medina beschließen des Autors Mittheilungen über Arabien. Wenn in diesem Abschnitte hauptsächlich culturgeschichtliches Material verarbeitet ist, so kommt andererseits in den (5apiteln über Syrien ulld Palästina die „historische Landschaft" wieder zu Ehren. Wir verweisen diesfalls ans das farbenprächtige Gemälde von Palmyra, auf die Schilderungen von Damascus und den alten Eulturftätten ^idon und Tyrus. Ans palästinensischem Boden durchwandern wir an der Hand des Autors, als kundigen und außergewöhnlich belesenen Führers, das obere Jordanthal,- Galiläa und Samaria, und galten zuletzt in Jerusalem unseren Einzug. Hier ist es, wo das jüdische Interesse am Meisten in Anspruch genommen werden dürste, das Gemälde, welches uns der Antor von Jerusalem gibt, ist ganz besonders interessant. Die Geschichte rritt fast ganz in den Hintergrund und unsere Führerin wird die Legende, die aus jerusalemitischem Boden mehr als irgend sonstwo ans dieser Welt zu erzählen weiß. Ein „Ritt nach Bethlehem" entführt uns aus Zions Mauern. Wir steigen gern zum Todttn Meere hinab und besuchen Hebron, Gheza, das Felsenthal von Edom und halten zuletzt, von dem geheiligten Scheitel des Sinai Umschau über ein Stück Land, dessen erhabene Großartigkeit nfft den reichhaltigen Erinnerungen wetteifert, die dieser Boden birgt. Damit sich unsere geehrten Leser von der Hub-¬ scheu Schilderungsweise überzeugen können, wollen wir hier den Anfang der Beschreibung von Palästina und der Sinai-Halbinsel wiedergeben. „Es ist ein stilles, so inniges Bild, das wir beim Betreten. Palästinas erblicken. Von der Höhe des kahlen Gebirges, durch welches der Parmak, tief eingeschnitten, in die weite Thallandschast des Jordan einströmt, sehen wir aus einen silbern erglänzenden See hinab, der uue in einem tiefen Kessel eingebettet ist, mit einer weißschimmernden Stadt daran und Garteninseln im weiteren Bereiche. Es ist der See Genezareth: die Stadt, welche wie ansgestorben, ihre weißen Häuser in der Diese spiegelt, ist Liberias (arabisch: Dabarisch). Ernst war es eitle bedeutende ^tadt, heute ist sie elend und heruntergekommen. Zwar die Oleanderbüsche und das Grün der Wiesen und Felder geben ihr ans der Ferne ein heileres Ansehen: im Innern aber ist der Ort lvüst und verfallen, voller Ruinen, die von den verschiedenen Erdbeben herrühren, von beueu bk Gegend wie der See immer wieder heimgesucht werden. Alan sieht eine verfallene Moschee, in deren Hose eine Palme ragt, gespaltene Portale und znsalnmengesnnkene Terassen. Die Bewohner sind meist Inden, und dürsten die Zahl von zwei-! tausend kaum überschreiten. So lange Liberias! noch blühte, war auch der Lee von vielen Ruderj booten belebt, von denen man nun keine ^pur mehr! erblickt. Kein einziger Kahn schlieidet die klare! Spiegelfläche des Sees, der noch immer wie in! früheren Zeiten, reichen Fischsegen birgt. Zn einem! lebhaften Verkehr ist übrigens kein Anlaß, dcnnZion ' den Städten, die einst den Uferrand des Sees; säumten, ist nun nichts mehr vorhanden. ' Gleichwohl ist das heutige Liberias eine von! den Juden hochgehaltene Stadt und auf dem Fried-! Hofe zunächst der Stadt, gibt es zahlreiche Gräber; jüdischer Heiliger. Es ist ein Berg, der sich über : dem mohammedanischen Friedhose erhebt. Tort ruhen Rabbi Ehia, Ras Hamnunas, Rabbi Meir bat Hanes, Rabbi Jochanan Ben ^ackai u. v. A. Das berühmteste Grab aber ist dasjenige, des hochweisen und weltberühmten Rabbi Akiba. Es ist der Berg selbst, der sich über den übrigen Gräbern erhebt. Er starb bekanntlich den Mürtyrertod und die 24000 Schüler, welche er zu Lebenszeit um sich versammelt hatte, ruhen nun gleichfalls, wie die Legende behauptet, in jenem Berge, rings um ihren

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