Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 47 (23.11.1881)
- Date
- 1881-11-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XXII. Jahrs«, an 7,. M «7. Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthnm. Herausgegeben von ZS,-. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 23. November S6T2 (1881). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirr ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Mennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. reitende Artikel: Der Segen Jizchak's. — Literarischer Bericht. — eüungsnachrichlen und Korrespondenzen: Deutschland: Nordhausen. — Oesterr. - Ungar. Monarchie: Prag. — Frankreich: Paris. — Feuilleton: Akiba. Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Philo, der Alexandriner. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Würzburg. Frankfurt. Gera. Aus Pommern. — Dest.-ll.ng. Monarchie: »mal Pesth. Ofen. Vrody. — Rumänien: Jassy. — Frankreich : Paris. — Rußland: Petersburg. Odessa. Podwoloczyska. — Türkei: Konstantinopel. — Inhalt der zweiten Beilage: Leitende Artikel: Literarischer Bericht. — Literarische Notiz. — Zeitungsnachrichten und Correspondenze«: Deutschland: Hamburg. — Italien: Rom. - Halland: Rotterdam. — Frankreich: Paris. — Rußland: 2mal Podwoloczyska. — Afrika. — Feu illeton: Aus den Papieren einer Schameß-Familie. Inhalt der Extra-Beilagen: Spenden-Berzeichnisse. Leitende Artikel. Per Segen öizchak's. Mainz, 17. November. „Und Gott gebe Dir vom Thaue des Himmels lind von der Fettigkeit der Erde und die Fülle des Getreides und des Mostes (1. B. M. E. 27, V. 28.) Unsere Weisen bemerken hierzu im Midrasch: pxn ’JDWD'I ,tnpa n 7DO Ü’TI7N ")7 sN't : mJWN nr m ,pn Dm n Und Gott gebe Dir vom Thaue des Himmels — das ist das geschriebene Gotteswort; und von der Fettigkeit der Erde — das ist die Mischnah; die Fülle des Getreides — das ist der Talmud; und des Mostes — das ist die Agadah. (Ialknt zur Stelle).-' Der Thau des Himmels, der die Lebenden mit Nahrung versorgt, der den Kranken Genesung bringt, der die Todten wieder belebt — das ist das geschriebene Gotteswort. Das Leben der Menschheit verdiente nicht diesen Nanien, solange sie der göttlichen Offenbarung entbehrte mmi ncrro nnns rrs ruitt6 7y “iDn. Mit Weisheit öffnet die Gotteslehre ihren Mund, und eine Lehre der Liebe wohnt aus ihrer Zunge. — Die heilige Schrift belehrt uns über den Ursprung der Welt uild der Menschheit; durch sie erfahren wir, daß alle Menschen von einem Elternpaare abstammen, das; sie deßhalb Brüder sind und sich gegenseitig achten, lieben und fördern sollen. Durch die heilige Schrift wurde der Welt das allgemeine Sittengesetz kuild, welches die Grundlage einer jeden geordneten, menschlichen Gesellschaft sein muß. Die heilige Schrift gibt die Mittel an die Hand, alle sittlichen Schäden zu beseitigen und alles Krankhafte aus dem Organismus der menschlichen Gesellschaft zu entfernen. Sie lehrt uns, das; mit dem physischen Tode das Leben des Menschen nicht abgeschlossen sei; sie baut uns jenseits des Grabes eine schönere, bessere Welt ans. Sie ist der Thau des Himmels, der die Lebenden ernährt, die Kranken heilt und die Todten wieder belebt. Die Feuchtigkeit, welche vom Himmel herniederströmt, verliert ihren Werth und hat nur geringen Nutzen, wenn sie auf unfruchtbaren Sandboden fällt. Ebenso wäre uns die hohe Bedeutung der schriftlichen Lehre fast ganz verloren, wenn uns nicht die mündliche Lehre ihren Sinn erschließen würde. Me der in der Thora offenbarte reine Gottesgeist aus irdische Verhältnisse angewandt wird, das lehrt uns'