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Der Israelit · 1881-10-19 · Heft 42 (19.10.1881) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 42 (19.10.1881)
Date
1881-10-19
Page
– (sequence 26)
Language
German
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1062 auflöjcn müssen, und enthalte er, da die Auflösung nicht erfolgt ist, für bcn überwachenden Polizeilieutenant Meisterer den Vorwurf der Psiichtwidrigkeit. Ferner ist inkriminirt der diesen Gegenstand behandelnde Leitartikel der „Voss. Ztg", in welchem dieser Vorwurf noch schärfer präzisirt worden ist. Aus den voll dem Polizeipräsidium gestellten Strafantrag sind die drei Angeklagten der Beleidigung des Polizeilietttenants Leisterer beschuldigt. Tie Zellgenaussagen bestätigen, daß die in der Versammlung ailwcsenden Juden auf das Gemeinste insultirt worden seien. Der Vorsitzende des Gerichts ilennt die Rede des Hcnrici s eine empörende und spricht seine Ansicht dahin aus, daß schon Hcnrici o Rede den Polizeilieutenant Leisterer hätte veranlassen müssen, die Versammluüg auszulvscn. Ter Gerichtshof verkündete llach einer!sehr kurzen Berathung das Urtheil dahin, daß der Rcdactcur Stephanie der Beleidigung schuldig und mit einer Geldstrafe von 50 M. zu bestrafen sei, dagegen die Schriftsteller Thiele trnd Redakteuer Ternburg von der Anklage freizusprechen seien. Der Gerlchtshof hat in dem betreffenden Artikel der „Vossischen Zeitung" eine Bcleidiglmg finden müssen. Bremen, 14. Oct. Bei seiner Wahlrede erklärte der Kandidat der liberalen Parteien, zum Reichstage, Herr Gonsul H. H. Meier hier auf die Interpellation, wie er über die Judenfrage denke, Folgendes und zwar unter großem Beifall der bedeutenden Versammlung: „Es ist eine Schande für unser Vaterland, daß Solches hat Vorfällen können, daß so etwas in der Reichshauptstadt hat passircn können, was dort vorgekommen ist. Die Juden haben durch die Verfassung das volle gleiche politische Recht wie alle anderen Staatsbürger, und sie müssen und sollen darin geschützt werden! < Bravo!) Ich freue mich, daß an allerhöchster Stelle dieselbe Gesinnung vorherrscht. Wir sind ja hier weniger dadurch berührt, aber es sind anderorts Dinge vorgefallen, daß man sagen muß, es empört jeden rechtlich denkenden Menschen." (Anhaltender Beifall.) Trotzdem hier noch zwei Reichstags-Eandidaten außer Herrn Eonsul Meier aufgestellt; von der Partei der neuen Steuern und den Socialdemokraten; so ist doch die Wahl des Herrn Meier nicht im Mindesten zweifelhaft. Möge cs überall in Deutschland gelingen, Männer die von gleicher Gesinnung für unsere Glaubensbrüder wie Herr Eonsul Meier, beseelt in den Reichstag zu wählen. M. S. E n g l a n d. Kondon, 4. Ort. Während der Gottesdienst am gestrigen heil. Versöhnungstage in unserer Hauptsynagoge (Dukes-Place) in der erhabensten Weise abgehalten und die herrlichen Gebete von dem unübertrefflichen Meister Revd. Mr. M. Hast mit größter Andacht vorgetragen wurden, so daß dieselben sichtlich die andächtige Versammlung (in deren Mitte sich auch Baron v. Rothschild während des ganzen Tages befand), rührte, auch die schönste Ordnung dortselbft, sowie irr den übrigen Synagogen der Eity herrschte, ereignete sich ein den Gottesdienst in unangenehmster Weise störender Vorfall j in der großen Westend - Synagoge (Great Portland- Street). — Man hörte plötzlich eine Stimme erschallen . die folgende Worte ausrief: „Bekehrer Euch zum . ..wie lange seid ihr noü blind. — Ein junger Mann ergriff den Ruhestöre', und führte ihn zur Thüre hinaus, wonach ihn der Vorstand Mr. Jonas der Behörde übergab. — En wurde vor den Magistrat gestellt und zu zehn Pfund Sterling Kaution verurtheilt, welche drei Monate lang deponirt zu verbleiben haben und nur dann zurückzuerstatten sind, wenn der Angeklagte sich während dieser Zeit ganz ruhig verhält. R u ß l a n d. Libau, 26. Sept. Für einen Augenblick sind hier alle Fragen des kommunalen Lebens in den Hintergrund getreten, man hört nicht mehr von der Libau-Ronlnyer-Bahn, von der Börse, von den Getreidezufuhren sprechen, man sieht nur Kopfschüttelu und hört nur Ausdrücke von Verwunderung über die vom hiesigen Herrn Polizeimeister Ramedlow verfügte Ausweisung des hiesigen Journalisten Friedenftein. Am Dienstag letzter Woche ward er zunr Polizeimeister citirt, F. ist als Mitarbeiter des „Tagesanzeigers" durch vielerlei Rügen der hiesigen communalen Verhältnisse diesem ein Dorn im Auge, und da ward dem F. angezeigt, daß er bis Schluß der Woche Libau zu verlassen habe, dc er als nicht in Kurland geborener Jude kein Recht habe, sich in Libau aufzuhalten. Er ist Ungar und wandte sich sofort an den hiesigen österreich-ungarischen Consul. Dieser richtete ohne Zeitversäunmiß einen Protest an das Polizeiamt, während F. an demselben Abend noch nach Mitau zum Herrn kurländischen Gouverneur fuhr. In einer Audienz am anderen Tage theilte F. demselben die Sachlage mit und auf des Herrn Gouverneurs Anordnung ging am selben Tage eine Depesche an das Polizeiamt in Libau ab, wonach die Ausweisung auf vie^ Wochen zu sistiren sei. Bemerkenswerth ist, daß der Libau'sche Herr Polizeimeister am 18. d. Mts. ar die Gouvernementsregierung schrieb in dieser Sache, und, anstatt die Antwort abzuwarten, am 22. selbstständig die Ausweisung F.'s decretirte. Gegenwärtig ist bereits der Eonsulatsbericht a:: die nn ein we ist D näh «ine unke rrehr tutiei 3697 9 ur n wird für C Kost : unter dieses R ein is wohl ständii haltSa Bl. u, 1

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