Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 42 (19.10.1881)
- Date
- 1881-10-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2447850-2447888--18090-2474119- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
XXll.Jahrgang. Jfe ^2. Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von LS,-. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den IS. Oktober 4642 (1881). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 st. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Die historische Weltstellung der Juden. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Regensb^d»Karlsruhe. Berlin. Ncumark Breslau. Stolp. Bremen. AWWstwerder. — Oesterr. - Ungar. Monarchie: 5mal Wren. Brody. — Schweiz: Zürich. — Holland: Amsterdam. — England: London. — Dänemark: Randers. — Inhalt der ersten Beilage; Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Glogan — Oest.-Ung. Monarchie: Rikolsburg. — Feuilleton: Geschichte der Juden in Trier. Inhalt der zweite« Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenze«: Deutschland: Mainz. Frankfurt a. M. Altona. — Italien: Turin. — Frankreich: Paris. — Feuilleton: Ueber die Lage des Gartens Eden. Inhalt der dritten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Karlsruhe. Berlin. Bremen. — England: London. Leitender Artikel. Air historische Weltstestung der Juden. X. Mainz, 5. October. Wir haben in den vorhergehenden Kapiteln vielfach die Bemerkung zu constatiren gehabt, daß wir Juden bestimmt sind, die besonderen Wege zu wandeln, welche die göttliche Vorsehung uns führt. Dadurch geschieht aber unserer indrviduellen Freiheit kein Abbruch. Es liegt in unserer Hand, unsre Wege zu erfreulichen und glücklichen zu gestalten. Zu diesem Zwecke dürfen wir unser erhabenes Ziel niemals ans den Augen verlieren, dürfen das Licht nicht verschmähen, welches Gott uns als Leuchte für unfern Lebensweg verliehen hat. -idio nroin "pn nx mm mso u '3 | „Denn eine Leuchte ist das Gebot und die Lehre das Licht, und der Weg des Lebens ist die Ermah-! nung zur Zucht." J Israel, welches die große Aufgabe erhalten hat,! der gesammten Menschheit das Licht der Wahrheit; zu bringen, muß vor Allem sich selbst dieses Licht j bewahren. Wie aber das Licht nicht an und für! sich existirt, sondern eines Trägers bedarf, ohne den > es sofort erlöschen würde, so ist auch das Licht der Gotteslehre an das Gottesgebot, an die Mizwah geknüpft. Es wäre ein thörichtes Wollen, so Jemand vermeinte, die ewigen Wahrheiten des Judenthums, losgelöst von den Geboten desselben, festhalten zn können. Wie das Licht erlischt», wenn man ihm den Brennstoff entzieht, so müssen sich die Lehren verflüchtigen, wenn die Gebote nicht mehr erfüllt werden. „Und der Weg des Lebens ist die Zurechtweisung zur Zucht." Das Wort nram Zurechtweisung, bezieht sich auf die Vergangenheit, wie es heißt: ■ppDj; m rpzrn nun „Zurechtweisen, zurechtweisen sollst Du Deinen Nächsten!" Du sollst ihn ermahnen in B^ug auf das Unrecht, welches er bereits begangen hat. — Das Wort tod (von td, wie es heißt: jno -.io, „weiche dem Bösen aus") bezieht sich auf die Zukunft, auf die Pflicht, die Mitmenschen zu belehren, damit sie vermeiden lernen, das Böse zu thun.*) Daher ist es jedem ernstmeinenden Israeliten eine heilige Aufgabe, seine Glaubensgenossen in Be- ') Vergleiche im Anfang.