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Der Israelit · 1881-10-05 · Heft 40-41 (5.10.1881) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 40-41 (5.10.1881)
Date
1881-10-05
Page
– (sequence 15)
Language
German
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1010 Erstaunt hatte Run na den Worten des Rabbi gelauscht; die sanfte, wohltönende, von edler Wehmuth durchklungene Stimme des Greises drang in die tiefsten Tiefen ihres Herzens. Alle ihre leichtsinnigen Vorsätze waren vergessen. Sie fing an laut zu weinen. „„Rabbi,"" sprach sie unterThränen, „„ist es möglich, daß ich meine Zukunft anders gestalte?"" „Es ist möglich," sagte Rabbi Akiba sanft und liebevoll. „Der allmächtige, allgewaltige Gott ist gnädig und barmherzig, voller Wohlwollen für die reuigen Sünder " „„Rabbi, kann ich, darf ich znm Indcnthum übertreten?"" „Du kannst und darfst. Lerne die Lehre unseres Gottes kennen, meine Tochter, und suche Dein ewiges Heil zu begründen. Dann aber mußt Du den Göttern entsagen und all' den Lastern, welchen das römische Volk sich hingibt; aber prüfe Dich zuvor, denn es ist sehr schwer, all' die jvielen Vorschriften und Gebote der heiligen Lehre Israels zu befolgen, die Sabbatruhe, die Speisegesetze und die Verordnungen über rein und unrein und all' die anderen." „„Rabbi, ich bin hierhergekommen, um Dich durch meine Schönheit zu bestechen, Dich zu bethören und Dich vor dem Kaiser und allem Volk lächerlich zu machen, damit mein Gatte, den Du so oft beschämt hast, über Dich triumphire. Du hast mich entwaffnet durch Deine sanfte, belehrende, überzeugende Rede. Wie ich heute sofort diese leichtsinnigen Vorsätze ausgegeben habe, so werde ich von nun an und weiter über mein Leben Nachdenken und es zu veredeln suchen, indem ich ihm einen wahrhaften Inhalt gebe. Ich werde schöpfen aus den Lehren der Weisheit und mit Durst trinken an den Quellen der Wahrheit."" „Und Dein Gemahl?" „„Ich werde Rufus zu veranlassen suchen, ein anderes, besseres Leben zu beginnen. Auch er spottet der Götzen in seinem Herzen und bringt ihnen nur zum Scheine Verehrung entgegen."" „Es ist wahr, wer der Lüge entsagt hat, kann leichtlich für die Wahrheit gewonnen werden. Trotzdem ist es sehr unwahrscheinlich, daß Tinius Rufus ablassen wird von den Wegen der Sünde und des Lasters, au; denen zu wandeln seit langer Zeit er sich gewöhnt hat. Auch klebt das unschuldig vergossene Blut vieler edler Männer, Frauen, Jünglinge und Jungfrauen an seiner schuldigen Hand. Allein, es ist keine Sünde so groß, daß sie nicht durch aufrichtige Reue und Buße gesühnt werden könnte." »,„Wohlan denn, ich will es versuchen, auch Rufus für die Wahrheit zu gewinnen, ich will durch Bitten und Flehen sein hartes Herz zu erweichen suchen, und wenn er sich weigert, den Pfad der Tugend zu betreten . . . ."" „Und wenn er sich weigert?" „„So werde ich Mittel und Wege zu finden wissen, unfern Ehebnnd zu trennen. Lebe wohl, Rabbi, Du wirst noch von mir hören."" (FortseyuntzD^ilgt.) A £ £ H» E AT. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Inseraten - Annahme für Frankfurt a. M. bei I. Kanffmann, Buchhandlung; für Hamburg bei A. Goldschmidt, Buchhandlung, Kohlhöfeu 30; für Eöln bei Leo Frank, Steinfeldergasse 7; für München bei N. Bettelheim, Färbergrabeu 29. , Die zum 1. Dctober neiietngctretencn Abonnenlen erhalren dieOrum-; suche für mein Kur;- rurd Porzellanmeui 68 ii. 69. die Un- -yj raren - (Geschäft, möglichst rür sofort, _ r, . , . fan9e . der Erzählung! evA Lehrmädchen ober eine angehende Bcr- „ Der Kozrn , gratis und sranco, sobald Oc : fäufertu ans achtbarer Familie, dreielben der uns deitellen. ,vur den ^eparar- _ . . v . . . Abdruck der neuirrnddre fug bereits mröst! ^^chum «^suphaleu). fenUicknen Kapitel der Erzählung „Akiba"! 3586) R. Rosenthal, und 75 Pf. (tu Briefmarken) lerzulegen. Die Expedition des Israelit". Un ordentlicher Zunge mit guten Lchulkennmissen kann in mein Geschäft als Lehrling eintreteu u. die Kaufmannschaft gründlich erlernen. Dabbat- und Feiertage geschloffen. 0*582 Ärorr Hecht in Maroldsweifach. fZ\n junger Mann, Realjchulprimaner mir guten ^Zeugnissen, sucht Lehrlmgsstellc in gutem Engros- oder Bankgeschäfte. Duetten werden rmter L;\. M. Ofr. 3587 Elber-reld an die Erped. d. Bl. erberen.

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