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Der Israelit · 1881-09-28 · Heft 39 (28.9.1881) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 39 (28.9.1881)
Date
1881-09-28
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXII. Jahrgang. Zweite Leilage;n Ar. 39 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 22. Sept. In der hl. Stadt Jerusalem existirt eine Suppenanstalt dw ’jnonn rva genannt, in welcher Arme ohne Unterschied des Geschlechts und des Alters au Wochen-, wie an Sabbat- und Festtagen eine Portion Suppe und Gemüse erhalten. Diese wohlthätige Anstalt erhielt bisher nicht unerhebliche Unterstützungen aus Rußland , die jetzt aber in Folge der dort statt gehabten Verfolgungen fast ganz aufgehört haben. Der Vorstand der Suppenanstalt ersucht daher die deutschen Glaubensgenossen, daß sie durch reichlichere Gaben als bisher den Fortbestand der Anstalt bewirken möchten. Heilbronn a. IT Auf den I. Juli d. I. hat der Württ. Bezirksverein zur Unterstützung armer durchreisender Israeliten sein IV. Vereinsjahr pro 1880—81 abgeschlossen und sein Rechenschaftsbericht kann zugleich als geeignete Erwiderung auf die Klagen aus Paderborn am Rhein und aus Mergentheim an der Tauber, welche in den jüngsten Nummern des „Israelit" erschienen, angesehen werden, worin einerseits über zu geringe Unterstützung der armen Wanderer durch ein kleines ähnliches Institut ein Tadel ausgesprochen und andererseits bekannt wird, daß die Belästigung der Gemeinde und ihrer Genossen groß sei, weil sie sich dem hiesigen Verein nicht angeschlossen haben. — Der Württ. Vezirksverein hat sich im verflossenen Jahre durch den Hinzutritt von 12 inländischen und benachbarten hohenzoller'schen Gemeinden wesentlich ausgedehnt und umfaßt jetzt 37 Gemeinden. Es ist die Hoffnung vorhanden und geschehen Schritte, daß der Bezirksin einen Landes- Berein mit mehreren Vororten wie in Bayern sich umgestalte, während bisher Heilbronn allein die Funktionen des Vororts, nämlich die Gaben-Vertheirkng und das Rechnungswesen zu besorgen hatte, obschon es an der Nordgrenze Württembergs liegt. Bei der wünschenswerthen Ausdehnung des Instituts würden die Armen auch im Centrum und an den anderen Grenzstädten gebührend bedacht und damit der Aufwand an Zeit und Reisekosten für die Wanderbettler noch mehr vermindert werden. Die Jahresbeiträge der Gemeinden bewegen sich nach Maßgabe ihrer Größe und Finanzlage zwischen 40 bis 3000 M. und ergeben einschließlich der Zinsen eine Gesammteinnahme von ca. 13100 M. y. a. — Im verflossenen Jahre kamen 2193 Armen an die Kasse, welchen in Summa 11,400 M. 30 Pf. in Gaben verabreicht wurden, die von einer Scala zwischen 2 bis 15M. ä Person umrahmt sind und von dem Anweisenden gegen Solar in seiner Privatwohnung zu jeder Tagesstunde, gemäß dem Beschlüsse des Ausschusses, bestimmt werden. Alter, Würdigkeit, Gebrechlichkeit, Bedürfniß, Entfernung werden dabei berücksichtigt. Der Arme hat die schriftliche gedruckte Anweisung in verschlossenem Couvert dem ebenfalls salarirten Kassier zu bringen. Die Gabengröße beträgt in diesem Jahre durchschnittlich 5 M. 20 Pf. Die Armen aus Württemberg und Hohenzollern und aus 40 benachbarten badischen Orten erhalten ihre Gaben jährlich zweimal, die entfernteren nur einmal im Jahre. Aus Oesterreich kamen 596, aus Rußland 420 und ans den Staaten des deutschen Reiches 1123 Personen an die Kaffe und zwar aus Norddeutschland 545, Baden 234, Württemberg 107, Bayern 98, Hessen 85 und Elsaß-Lothringen 54. Von Frankreich, der Schweiz, Türkei, Holland und Palästina rc. kamen nur je wenige Armen zu uns. — Im Delegirtentag anr 19. Juni l. I. wurde ein Antrag auf Reichung ritueller Kost als unpraktisch wieder zurückgezogen, dagegen beschlossen, ausländische Frauen von dem ambulirenden Bettel, Angesichts der damit für Person und Familie verbundenen Gefahr allmählich, fern zu halten und endlich ganz auszuschließen. Auch sollen die Armen der aus dem Verbände wieder ausgetretenen und der notorisch reichen Gemeinden, in welchen gme Armenanstalten ausreichend existiren, nur mit der Hälfte der tarifmäßigen Gaben, winzig oder gar nicht bedacht werden, um die Mittel den Bedürftigen zu reserviren. Neben dem Bezirksverein für Wanderbettler besteht hier seit 18 Jahren noch ein stets zunehmender Ortsvereiu, welcher seine Wohlthaten auf Gemeindeangehörige beschränkt, welchen er Wochen- oder Monatsgaben nach Bedürfniß und unverzinsliche Darlehen gegen sichere Bürgschaft reicht. nitw Heilbronn, Sept. Zum Schluffe des Schuljahres 1880—81 betrug die Schülerzahl des König!.

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