Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 39 (28.9.1881)
- Date
- 1881-09-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2447850-2447886--18024-2474051- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
p XXll. Jahrgang. J|J AM Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von Idr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 28. September 5042 (1881). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirr ganzzährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. VE" Aa mit dem 1. Hct. 1881 ein neues Hnartat öeginnt, so erkanöen wir uns, die geehrten A-annenlen darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich Sei der Kost das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Werfendnng keine Itnterörechnng erleide. Inhalt. Leitender Artikel: Die historische Meltstellung der Juden. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Karlsruhe. Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. Stolp. — Oesteir.- Ung. Monarchie: Wien. Wien. Krakau. — Rumänien: Bukarest. — Deutschland: Berlin. Berlin. — Frankreich: Paris. — Türkei: Smyrna. — Feuilleton: Akiba. Inhalt der ersten Beikagr: Leitender Artikel: Die „Judenfrage" vor der August-Conferenz. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Wiesbaden. — Dest.-Ung. Monarchie: Wien. — Feuilleton: Der Kozin. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenze»: Deutschland: Main;, Heilbronn a. N. Heilbronn. Berlin. Breslau. Danzig. — Rußland : Alls Petersburg. — Spanien: Madrid. — Palästina: Jerusalem. — Amerika: New Pork. — Feuilleton: Geschichte der Juden in Trier. Leitender Artikel. Aie historische Weltstellung der Juden, vra. Mainz, 21. September. Dankbarkeit ist ein Grundzug im jüdischen Nationalchärakter. ' Der Jude vergißt leicht die ihm geschehene Unbill und ist dankbar für das Gute, das ihm zu Theil wird. So haben denn auch die Juden der neueren Zeit sich .nit der größten Hingebung und Liebe an den nationalen Aufgaben der Völker betheiligt, in deren Mitte sie leben. Sie haben nicht einen Augenblick gezögert, wenn es galt, mit Aufopferung von Gut und Blut dem Vaterlande m dienen. Ueberall sind von Juden großartige Stiftungen in's Leben gerufen worden, welche allen Mitbürgern ohne Unterschied des Glaubens zu Gute kommen. Wir deutsche Juden sind Deutsche in unsrem Fühlen und Denken; wir lieben unser Vaterland und stehen in dieser Liebe Niemandem nach. Und diese Vaterlandsliebe wird uns auch durch unsre heilige Religion geboten. Als Juda in die Verbannung zag, ließ ihni Gott durch Seipyr, Propheten sagen, daß es das Land seines künftigen Aufenthaltes lieben und dessen Wohl mit allen Kräften befördern solle. Die Gegenwart ist nur ein kurzer Moment im Vergleiche mit der vieltausendjährigen Vergangenheit und der endlos sich dehnenden Zukunft. Wir dürfen, unbeschadet der Erfüllung unsrer Pflichten als deutsche Staatsbürger, mit unsrer großen Vergangenheit nicht brechen, wir dürfen unsre erhabene Zukunft nicht verscherzen. Die eigentümliche Sonderstellung der Juden inmitten der Nationen ist nichts Zufälliges; sie ist vielmehr von der allweisen Vorsehung so geplant, damit die Völker allmählich über die engen Schranken des Volksthums hinweg zu dem großen Gedanken der allgemeinen Menschenverbrüderung geführt werden. Die eigenthümliche Sonderstellung der Juden inmitten der Nationen ist von den weisen Verfassern unsrer Gebete bereits da angedeutet, wo Wir für das Wohl des Landesherrn und des Vaterlandes beten. Dort heißt es: i":"i?rv.n, „Er, welcher Hilfe verleihet den Königen und Herrschaft den Fürsten — Sein Reich ist das Reich aller Ewigkeiten — der da ör'reit hat den David, Seinen Knecht, vom mörderischen Schwerte, der da bahnt einen Weg durch das Meer und einen Pfad durch