Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 38 (21.9.1881)
- Date
- 1881-09-21
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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961 „„Sie ist zu Purim achtzehn Jahr alt geworden, unberufen."" „Nun, wenn Du einen guten Schidduch für sie hast, so soll es mich auf ein paar hundert Thaler nicht ankommen. Wir sind doch Vettern, und der liebe Gott hat niich gesegnet, und da es ist ja nicht mehr als Schuldigkeit für mich. Dich auszuhelfen." „„Du bist sehr gütig, und wenn es so weit sein wird, und es sollte mir an der Nedan noch etwas fehlen, so werde ich nicht versäumen, Deine Hilfe in Anspruch zu nehmen. Freilich, wenn es nicht nöthig wäre, so sollte es mir lieber sein. Du weißt, wenn ich auch nur ein geringer Mann bin, ein armer Hausirer, der seinen schweren Packen durch die Dörfer schleppt, so habe ich doch noch nie von einem Menschen etwas angenommen. Gott ist gut und hat noch immer geholfen. So hoffe ich, daß er mir auch helfen wiro, meine Tochter zu verheirathen, ohne daß ich Jemanden dazu in Anspruch zu nehmen nöthig habe. Das Kind ist ja noch jung und kann immerhin noch einige Jahre warten."" „Wie Du willst. Ich habe Dich jetzt mein Anerbieten gemacht und habe das Meinige gethan. Willst Du keinen Gebrauch davon machen, so soll es mich auch recht sein." Unter diesen Gesprächen waren sie bis in die Nähe von Kinsingen gelangt. Da hielt der Kozin das Pferd an. „Moses," sagte er, „ich habe Dich gern mitgenommen die Stunde Wegs, und Du brauchst Dich bei mich nicht zu bedanken; aber jetzt steige hinunter und schnalle Deinen Packen ab." „„Du fährst doch an meinem Hause Vorbeil Willst Du mir nicht mitnehmen bis an meine Thüre? Es war heute so heiß, und ich bin so müde und zerschlagen!" " „Nein, mein Junge," sagte der Kozin, „das geht nicht. Was würden die Honoratioren sagen, wenn sie mich und Dich beisammen sehen würden? Gleich am Thore ist das Amthaus. Der Herr Oberamtmann, oder seine Frau Gemahlin, oder einer von ihnen steht am Fenster und sieht uns vorbeifahren. Da würde der Herr Oberamtmann die Nase rümpfen und sprechen: „Jude bleibt Jude! Da sitzt mein Whistpartner neben dem Hausirer und hat dem Packen hinten aufgeschnallt. Ist das eine Gesellschaft für mich?" — Und die Frau Oberamtmännin würde sprechen: „Das kommt davon, daß Du Dich mit dem Juden so gemein machst!" — Und sie würden mich vielleicht ausstoßen aus dem Honoratioren-Club." „„Lieber Vetter,"" sagte Moses betrübt, „„es kränkt mir sehr, daß Du Dir meiner schämst. Sind wir doch leibliche Geschwisterkinder. Nimm Dir in Acht, daß Du Dir nicht versündigst."" Der Kozin wurde schneeweiß. „Ist das mein Lohn dafür," sagte er, „daß ich Dich und Deinen Packen mitgenommen habe? Statt des Dankes gibst Du mich böse Worte!" Moses sprang vom Wagen und schnallte seinen Packen ab. „„Ich bin ein ehrlicher Mann,"" sagte er, „„und kein Mensch braucht sich meiner Gesellschaft zu schämen, um wie viel weniger mein eigner Vetter! Ich weiß es Dir ja herzlich Dank, daß Du mir den weiten Weg zu Fuß zu gehen erspart hast; allein den Biusch hättest Du mir doch nicht anzuthun brauchen!"" Der Kozin antwortete nicht: er trieb sein Pferd an und fuhr rasch von dannen. Im Amthause standen der Herr Oberamtmann und die Frau Oberamtmännin am Fenster und erwiederten Josephs höflichen Gruß auf das Freundlichste. „Wie gut," sagte er zu sich selber, „daß ich mich nicht habe bestimmen lassen, den Moses bis an sein Haus zu fahren. Ein braver Mann sonst, aber gar zu stolz für einen Dalsen!" (Forts, f.) AJVZKICtElf. Für den folgenden Theil ist die Redactioa nicht verantwortlich. CVüi: mein Ledergeschäst en gros & en detail suche per 1. November einen angehenden Commis, der eine schöne Handschrift besitzt und mit den Comptoirarbeiten vertraut ist. Branche-Kenntniß erwünscht, doch nicht bedingt. Sonn- ».Festtage geschlossen. 3438 Falk Siegel, Mosdach in Baden. Mann, der den Leder - Ausschnitt gründlich versteht. Kost und Logis außer dem Hause, v"" ji3c geschlossen. Fürth (Bayern). Mathias Koschland, (3488 Leder - und Schuhmacherartikel - Handlung. I Zn-Mchen-Kenfiomt ch suche einen Lehrling mit den nöchigen Vorkenntnissen; auch einen jungen! Mit Beginn des Wintersemesters finden j wieder einige junge Mädchen, welche die i hiesige Schule besuchen, oder solche, die der | Schule entwachsen und sich weiter ausbilden ' wollen, unter sehr günstigen Bedingungen liebevolle Ausnahme. Streng religiöse Häuslichkeit. Angenehmes Familienleben. Vorzügliche Referenzen. Paulirre Wellhoff, 3471) Frankfurt a. M.