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Der Israelit · 1881-08-31 · Heft 35 (31.8.1881) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 35 (31.8.1881)
Date
1881-08-31
Page
– (sequence 10)
Language
German
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882 Resultate auf dem Gebiete unserer heiligen Religionswissenschaft; denn nebst Bibel- und Sprachkunde erlangen die Zöglinge so viel Kenntniß in rtwo und o’jh, daß sie im Stande, das heilige Studium darin selbstständig fortzusetzen TS*)*?, aber auch dieses Gut ihres Wissens auch auf andere zu übertragen und vielleicht in ihren Gemeinden und Schulen Einzelne für mm -uobn zu gewinnen. Mögen die nunmehr entlassenen, in die Praxis übergetretenen Schüler sich dies zur Aufgabe machen, überhaupt den wahrhaft jüdischen Geist der Anstalt in ihre Wirkungskreise verpflanzen und des Guten recht viel erstreben. Auf der Anstalt selbst aber ruhe der Segen Gottes, auf daß sie erfülle, wozu sie bestimmt und was ihr großer, unvergeßlicher Begründer v"rri von ihr erhoffte, daß sie eine Stätte des Heils und des Segens werde für den Einzelnen wie für das Allgemeine! Wiesloch. Es dürfte den vcrchrlichcn Lesern des „Israelit" nicht uninteressant sein von einer Feierlichkeit zu lesen, die in unserem Nachbarorte Reilingen zu Ehren des Herrn Lehrers A.Heimberger, der am verflossenen 12m nus? sein 25jähriges Dienstjubiläum feierte, veranstaltet wurde. Den Glanzpunkt der Feierlichkeit bildete die Rede des Herrn Jubilars während des Gottesdienstes, der in schönen Zügen mit ergreifenden Worten seine 25-! jährige Wirksamkeit als Neligionslehrer vorführte, j auf die Worte 'n un;y n:n nj; sich stützend, warf er j einen Rückblick auf seine verflossene Amtsthätigkeit. > Wenn er sein Verhältnis; zu der Gemeinde während > seiner hiesigen Wirksamkeit betrachte, müsse er sagen, : daß es Gott zu danken sei, wenn sich Gemeinde und! Lehrer in einem guten Einvernehmen befänden, auch j das Judenthum brauche nicht zu verzagen, wenn, j wie in der neuesten Zeit gefahrdrohende Wolken am; Himmel sich aufzuthürmen scheinen. „Bis hierher! hat Gott geholfen, Gott wird auch weiter helfen, j wenn Euch maoi mm heilig sind." Thnt Eure! Pflicht und Schuldigkeit, so werde ich auch das aus-! führen, tuet* ich Euch versprochen habe. na nttfi/N ’j» *1» mw'PM na un’yy"; Raschi spy 's. — Den weiteren Ausführungen des > geehrten Redners zu folgen, würde zu lveit führen j Ich will nur noch anführen, daß sich eine recht ge- : müthliche Festesstimmung bei der im Hause des! Jubilars stattfindenden n'L'Hu' n-ryc bei sämmtlichen Theilnehmern zeigte und daß es an Toasten und sinnreichen Trinksprüchen nicht fehlte. Als Beweis für die Liebe und Anhänglichkeit > zu ihrem Lehrer überreichte der Synagogenrath 3la= Utens der Gemeinde und der Schuljugend dem Inj bilar einen prachtvollen, silbernen Pokal und noch verschiedene sehr nennenswerhe Geschenke. Möge es dem Jubilar vergönnt sein, noch viele Jahre zum Heile seiner Gemeinde in dem schönen Berufe eines Religionslehrers wirken zu können; möge der Allgütige ihn bewahren vor jedem Ungemach in Frieden und Freuden, noch lange bei seinen Angehörigen verbleiben zu können, damit wir nach weiteren 25 Jahren von einem ähnlichen Feste berichten können. A. Berlin. Glicht allein der Jude Verthold Auerbach, auch der Rostocker Professor der protestantischen Theologie, Dr. Baumgarten, greift zur Feder, um dem Münchener Stiftsprobst Dr. Döllinger als „berufenen anerkannten katholischen Theologen ersten Ranges" den Dank dafür auszusprechen, daß er den Mund ansgethan habe wider die Judenhetze. Zur Sache schreibt Baumgarten in seinem Briefe: „Sie haben die jetzt brennende Judenfrage bei ihrer Wurzel angefaßt, indem Sie den Schatz ihrer geschichtlichen Gelehrsamkeit aufgethan, um mit thatsächlicher und urkundlicher Vorführung der mittelalterlichen Gräuel, mit denen die Kirche und vor Allem ihre geistlichen Führer und Berather sich an dem Judenvolk versündigt haben, sich an das christliche Gewissen zu wenden. Denn so lange die Kirche sich nicht durch öffentliche Buße von jenen durch die Jahrhunderte sich fortsetzenden öffentlichen Sünden losgesagt, bleibt sie kraft unverbrüchlicher Gottes - ordnung solidarisch unter dem Bann jener Schuld verhaftet. Diese Sühne ist bisher nicht erfolgt; auch die Reformation hat sie nicht geleistet. So ist es denn kein Wunder, daß das, was jetzt in Rußland und in Pommern geschieht, sich als die corrccte Uebcrsetzung aus dem Mittelalter in das neunzehnte Jahrhundert darstellt. Dann aber gibt es für die christlichen Geistlichen jeder Eonfession keine dringendere Pflicht, als das Versäumte nunmehr nachzuholen und durch strenge Verurtheilung jener sündigen. Vergangenheit endlich dein wilden Feuer Einhalt zu thun. Mit Recht haben Sie daher Ihre Verwunderung ausgesprochen über das, was gegenwärtig in der Hauptstadt des deutschen Reiches geschieht. Es ist ein sehr trauriges Symptom heilloser Verwirrung in der deutschen Kaiserstadt, daß ein evangelischer Hofprediger sich mit einer unglaublichen und eine-? Theologen ganz unwürdigen Oberflächlichkeit und Leichtfertigkeit in seiner Eigenschaft „als Geistlicher" in die Judenverfolgung hineingestürzt und damit einen großen Anhang gefunden hat. Jeder ernstlich Denkende hat es vorhergesehen, Viele haben es vorausgesagt, daß wenn ein Hofprediger sich an der bekannten schmachvollen Antisemiten-Petition betheiligt und dieselbe mit seinem Namen unterschreibt,

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