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Der Israelit · 1881-08-24 · Heft 34 (24.8.1881) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 34 (24.8.1881)
Date
1881-08-24
Page
– (sequence 20)
Language
German
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864 „Und doch" bemerkt treffend einer der geistvollsten Vertreter des Judenthums der Gegenwart*) — „nicht der, der dem Geächteten den Dolch in die Brust stößt, hat ihn getödtet, sondern Der, der über dm Unschuldigen die Acht ausgesprochen! Meint ihr, es habe in jenen alten, dunklen Tagen keine Edlen unter eueren Vätern gegeben, die, wie ihr, jene verübten Gräuel aus vollem Herzen verdammten, deren Blut wie das eurige bei dem Angstgeschrei der erwürgten Kinder und Säuglinge erstarrte? Die Schriften, die uns aus jenen Zeiten überkommen, vergasen es nicht, dankbar der nichtjüdischen Edlen zu gedenken, die die armen Schlachtopfer des Wahnes gerne gerettet. Aber sie vermochten es nicht — weil fte diese Schlachtopfer längst zuvor im Leben aus dem Genüsse des allgemeinen Rechts gestrichen und nun der entzügelten Leidenschaft nicht zu sagen vermochten: bis hierher und nicht weiter. Kein Gesetz hat es in seiner Macht, das Recht bis zu einem gewiffen Grade zu versagen und dem weiter schreitendm Unrecht entgegenzurreten. Nehmet irgend welchen Menschen und erklärt ihn — sei's auch aus der wohlmeinendsten Absicht — irgend eines Theils des Einw untheilbaren Rechts unwürdig und ihr habt ihn damit wider euren Willen und eure Absicht der Leidenschaft und dem Wahne im Voraus als 'einen Gegenstand bezeichnet, auf den sich ihre Wuth strafloser entladen dürfe. Daran denket und vergesset auch nicht, daß der trostlose Zustand der jüdischen Vergangenheit sich auch nicht auf einmal erzeugte. 1) Rabbiner Hirsch. Jeschurun I. S. 417. Aber die erste Parcelle eines an sich vielleicht wenig bedeutenden Rechtsgenuffes, die man versagte, stellte den Juden als Ausnahme hin, der man nicht alles Recht schulde — und hatte somit den Grund zu allem Folgenden gelegt." Das hohe Jntereffe einer Geschichte, der um ihre religiöse Ueberzeugung Geächteten, für die eigenen Enkel dieser Geächteten, braucht nicht erst betont zu werden. Zeugt doch eine bloße, trockene Autzählung aller der Gräuelthaten, die unsere Väter und Mütter über sich ergehen ließen von der wunderbaren, göttlichen Kraft, mit der das alte, überlieferte Juoenthum, seine Bekenner auszurüsten verstand. Dieses alte, einzige, wahre Judenthum, das man heutzutage das orthodoxe nennt, hat in der Geschichte unserer alten Kehilloth Triumphe gefeiert, deren Gedächtniß neu autzufrischen vielleicht noch nie so sehr von Nöthen war, als in einer Zeit, in welcher die Unkenntnis unserer glorreichen Vergangenheit nicht die letzte Ursache des traurigen, religiösen Verfalles bildet, der sich vor unseren Augen vollzieht und täglich größere Dimensionen annimmt. Die große Mehrzahl, derer, die eine Wische Sitte nach der anderen abstreifen, haben keine Ahnung von den Thränen und dem Blute, die an jeder Mrzwoh hasten, welche uns von unseren großen Ahnen überkommen ist. Dieses Bewußtsein kann aber kaum sicherer geweckt und gekräftigt werden, als durch die Leidensgeschichte der alten Mischen Gemeinden, zu denen auch diejenige von Trier zählt. (Fortsetzung folgt.) AN ISI«E9r. Für deu folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. Eine große Bäckerei zu verkaufen. Näheres unter 8. 8. 3153 an die Exp. d. Bl. CWit einen jungen Mann, der bei mir O das Ledergeschäft erlernt hat, 1 Jahr Commis ist und als zuverlässig empfehlen kann, suche veränderunaShalber Stellung, in einem Samstags geschlossenen Geschäfte. 3114) Beuthen O.-S., S. Piuezower. Leyrtingsgesuch. Ein Sohn achtbarer Eltern, der mit den nöthigen Schulkenntnissen versehen ist, wird für mein Marrirfactur, Leinenttufe Confeetto«»-Gefch»ft per sofort gesucht. Bedingungen: 31/* Jahre Lehrzeit Bet freier Station. A. Dresel, 3157) Chemnitz in Sachsen. Lehrlings- Gesuch. Für mein Tuch - und Buckskin - Geschäft (feinere Herrenschneider«) suche einen Lehrling. Gute Schulkenntnisse erforderlich. Eintritt sofort. Samstag und Feiertage geschlossen. B. Marxheimer, WieSdaverr, 3158) Webergaffe.

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