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Der Israelit · 1881-08-24 · Heft 34 (24.8.1881) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 34 (24.8.1881)
Date
1881-08-24
Page
– (sequence 12)
Language
German
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856 Da ward das Herz der Fürstin gerührt und sie empfand Mitleiden, so daß sie zu ihrem Gemahl sprach: „Habet doch Erbarmen, Gemahl, — sehet unser armer Hofjude hat seit vierundzwanzig Stunden nichts gegessen und getrunken; er wird vor Hunger sterben, wenn Ihr ihm nicht die Bitte erfüllet." Da blickte der Fürst ebenfalls milde drein und er sagte: „Die Juden sind doch ein gar seltsames Volk; — da liegt der reiche angesehene Hofjude hungrig und durstig vor mir im Staube und weint und fleht um das Leben und die Freiheit eines elenden armen Juden, den er nicht einmal kennt, der aus fernem Lande hierhergekommen, der ein Dieb ist — er, der redliche, hochangesehene Jude! — Na, wenn es denn nicht anders sein kann, so nehme er den Juden hin! Ich schenke ihm das Leben um seinetwillen, Hofjude. — Er soll morgen früh fünfundzwanzig Streiche erhalten und über die Landesgrenze gebracht werden." Und so geschah es. Die ganze Stadt war höchlich erstaunt ob der Begnadigung des Verurteilten, denn der Fürst pflegte sonst an Dieben keine Gnade zu üben. Die Juden aber gaben dem Armen, als er zum Thore hinausgeführt ward, einen Zehrpfennig, so daß er nicht ganz ohne Mittel bis zur nächsten Gemeinde in dem angrenzenden Lande gelangen konnte. Sie schrieben auch an oen Vorstand der Gemeinde, daß man ihn dort unterstützen möge, damit er im Stande sei, Deutschland ganz zu verlassen und anderwärts Unterkunft finden könne. Bald nach dieser Begebenheit suchte Gott unsere Gemeinde heim, indem unser Oberrabbiner an einer schweren Krankheit zu leiden begann und zu seinem Volke versammelt wurde. Großer Jammer herrschte in der Gemeinde, Wehklage und Trauer. Denn mehr als dreißig Jahre hatte dieser Große, Gerechte und Weise unsere Gemeinde geleitet und wir Alle beweinten in ihm unseren Lehrer und Vater. Die Vorsteher aber ermannten sich zuerst wieder, und am Tage nach dem Begräbniß versammelten sie sich, um den Entschluß zu fassen, einen Nachfolger zu berufen, damit die Gemeinde des Herrn nicht wie eine hirtenlose Heerde sei. Siebenundzwanzig Wahlmänner wurden ausgelost, welche mit dem Vorsteher zusammen, die Wahl Dornehmen sollten, so daß das Wahlkollegium aus zwei Mal achtzehn Männern bestand. Und Gott erleuchtete das Herz dieser mit solch' wichtigem Amte Betrauten, so daß sie einstimmig den so berühmten wie weisen, so gelehrten wie frommen Rabbiner erküten, der noch heute zum Segen der Gemeinde und zu Ehren Gottes und seines heiligen Gesetzes unser Führer und Leiter und oberster Lehrer ist. Dazumal aber waltete er des heiligen Dienstes in der großen Gemeinde im benachbarten Lande. Gleich nach der Wahl reisten fünf Bevollmächtigte hin, um ihm den Bestallungsbrief der hiesigen Gemeinde zu überreichen; und der fromme Rabbiner willigte ein dem Rufe zu folgen. Mit großen Ehren und unter lautem Jubel wurde er hier empfangen, und als er zum ersten Male dem Volke das Wort Gottes verkündete und außerdem einen gelehrten Vortrag hielt, da erstaunte die ganze Gemeinde ob der Weisheit und Gelehrsamkeit dieses großen Mannes und dankte Gott, daß er in seiner Gnade den würdigen Nachfolger für den entschlafenen Gerechten uns zugeführt hat. — — Die Jahre schwinden dahin und der Mensch altert in dem Wechsel der Tage. Auch Abraham wurde alt und hochbetagt; seine Augen wurden schwach und seine welken Hände vermochten nicht mehr die Schlüssel des Heiligthums zu führen. Meine Gattin, die treue Genossin meines Lebens, war heimgegangen. Aber sie hat mir euch, meine geliebten Kinder, zurückgelassen, euch, die sie erzogen hat in Gottesfurcht und Tugend. Ihr seid der Trost meines Alters, in eurer Liebe fand ich die Ruhe der Seele wieder, welche der Schmerz über den Tod der frommen, tugendhaften, über Alles Geliebten mir geraubt. Ich fühlte aber, daß ich nicht länger meines Dienstes warten konnte und so bat ich die Vorsteher, daß sie an meiner Stelle meinen Sohn einsetzen möchten. Die edlen Männer erhörten meine Bitte, daß ich die Freude habe noch die Amtsführung meines Sohnes zu schauen. So lange mir Gott noch zu leben vergönnt, suche ich zu forschen in dem Gesetze und habe das Glück meine Enkel zu lehren. Gott möge sie heranblühen lassen allesammt auf dem Schooße der Thora und meine Nachkommen segnen, wie ich sie segne. — So weit reichen die Aufzeichnungen des Rabbi Abraham Löb, des Aelteren, welche ich unter den Papieren des Enkels vorgefunden. Es mögen hieran sich die Mitteilungen des Letzter» anreihen. (Fortsetzung folgt.) i für Steil ittti D Jnsti jeder? st von Hann Aufm direct dighera billig ii 2720) 12 Dem ps'ehle ic richtetes 2946) in einei und Mc käufer u h Octol tadt mö Primo Diensten Offert, wstlag.;

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