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Der Israelit · 1881-08-10 · Heft 32 (10.8.1881) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 32 (10.8.1881)
Date
1881-08-10
Page
– (sequence 13)
Language
German
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805 Ioesen, daß im Laufe der Jahre ein Krankenhaus, i Asyl für Greise, eine Waisenanstalt gegründet rden konnten, und außerdem viele gute und Heil- Agende Zwecke gefördert worden sind. Auch für den Unterricht ward in diesem großen erke der Statutenfestsetzung Neues und Zweckißiges verordnet. Es war nämlich erkannt worden, daß es heiln und nothwendig sei, auch in den weltlichen ngen eine größere Einsicht den Schülern Heizungen, so besonders in der Kenntniß der deutschen irache, dem Schreiben und dergleichen, damit wir ht beschämt werden, wenn wir im Verkehr mit t Behörden und mit den Angesehenen des Landes reden oder zu schreiben haben, auch aß uns n Spott treffe im Handel und Wandel mit den chtjudeu, in deren Mitte wir leben. So hat uns auch unser großer Lehrer Gamliel gelehrt: daß s Studium des Gesetzes in Verbindung mit der eise des Verkehrs angemessen sei, und da wir ter der deutschen Nation leben, so kann es nicht rdhaft sein, sondern vielmehr nur recht und löblwenn wir richtig sprechen und schreiben nach t Weise des Landes. Das Erlernen des Gesetzes iß natürlich die Hauptsache bleiben. Ich muß den Weisen unserer Zeit, welche echten, daß diese Hauptsache zur Nebensache gercht werden könnte und dadurch unsere Kinder vom ffetze abfallen möchten, dahin nur beistimmen, wenn hiervor das Volk warnen und es ermahnen, treu bleiben der Lehre Moses und der Eltern frommer itte. Das schließt aber nach meiner geringen Einht nicht aus, daß wir des Mannes Rabbi Moses essau zum Guten dafür^gedenken, daß er durch ne Uebetragung heiliger Schriften in reines Deutsch isern Sinn für die Aneignung der Fertigkeit in r nützlichen Kenntniß dieser Sprache, sowie für nstiges allgemeines Wissen geweckt hat. Ueber N selbst habe ich auch nur Gutes gehört, er führt h nach dem Gesetze und redet zum Guten für sein olk offen und unverzagt vor den Mächtigen und weisen der Völker. Aber wunderbarer Weife weichen ele seiner Freunde und Genossen von dem Gesetze >, und was ich am Abende meiner Tage erfahren tb gesehen habe, läßt mich vermuthen, daß die Zeisen, welche vor diesem Beispiele gewarnt haben, eiter und tiefer geschaut haben, als ich und Viele it mir ehedem angenommen haben. Die Wohlhabenden in unserer Gemeinde ließen re Kinder von tüchtigen Lehrern, deren es mehrere unserer Gemeinde gab, in der Kenntniß der Heizen Schriften sowohl, wie im allgemeinen Wissen iterrichten, aber für die Kinder der Armen, die h, wie ich bereits erwähnt habe, gemehrt hatten, ar nicht das Erforderliche vorgesehen. Unsere Weisen aber haben gesagt: sorget für die Kinder der Armen, von ihnen wird die Lehre weitergetragen. Deshalb haben die weisen und gerechten Statuten auch hierin das Richtige festgesetzt. Es sollte eine große Talmud-Thora-Schule errichtet werden, an welcher fromme und geschickte Lehrer in genügender Anzahl die Kinder der Armen in allen Fächern unterrichten würden. Nicht nur in der heiligen Schrift und der Mischna, sondern auch im Deutsch-Lesen, Deutsch-Schreiben, Rechnen und der Beschreibung der Erde. Die Befähigten sollten auch den baylonischen Talmud lernen. Diese Schule gedieh unter Gottes Segen und brachte herrliche Früchte, die wir noch heute genießen. Sie dehnte sich immer mehr aus, und viele gottesfürchtige Fanlilienväter, welche heute geachtet und in guten Vermögensverhältnissen sind, habe ich zu dieser Schule wandern sehen, als sie jung waren. Der guten Unterweisung verdanken sie, was sie sind. Gott gedenke es den einsichtigen Männern, die solches geschaffen, zum Guten in dieser Welt und im ewigen Leben! Und es war auch bestimmt worden, daß die Vorsteher achten sollten auf die Sitte des Hauses und das Gedeihen der Familien, daß Friede herrsche in den Häusern, daß der Lehre Gehorsam gezollt werde, daß Niemand durch Verschwendung und Ueppigkeit zu Schaden komme u. s. w. Denn hieran hängt das Wohl der Einzelnen und der Gesammtheit ab. Demnach war der Vorstand verpflichtet, durch milde Rede und harte Ermahnung das Volk zum Guten und Rechten anzuhalten, so daß, wenn die Vorsteher vernahmen, daß irgendwo etwas nicht nach der Weise des Guten geschah, so ließen sie den Irrenden zu sich entbieten und redeten ihm zu Herzen. Hierdurch wurde verhindert, daß das Feuer der Zwietracht in den Häusern loderte, die heilige, gute Sitte entschwinden konnte, die Familien durch Ausgaben über das Maaß verarmten, — so daß jeglicher an seiner Stelle in Ruhe und Frieden und Gottesfurcht weilte. Dieses ist aber in den letzten Jahren nicht mehr zur Ausführung gekommen, und um das.Privatleben der Einzelnen kümmerte sich die Gemeinde nicht mehr. Es soll dieses die Weisheit der Jugend sein, — ich kann solches nicht begreifen; — ich bin der Meinung, daß das Allgemeine nur in dein Einzelnen gedeihen und der Einzelne nur in dem Wohle des Ganzen gedeihen kann. Eins hat das Andere zu tragen — wenn die Einzelnen fehlen, so gereicht ihr Fehler auch dem Ganzen zum Nachtheil, — darum war, wie ich glaube, hierin das Alte besser als das Neue. (Fortsetzung folgt.)

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