Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 27 (6.7.1881)
- Date
- 1881-07-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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LXII. Jahrgang. M 27. Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Jndenthnm. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 6. Juli 36*1 (1881). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 1V Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Die Well des Geistes. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Mainz. Darmstadt. Berlin. Posen. Cöln. — Oest.-Ungar. Monarchie: Pilsen. Raudnitz. — England: London. — Spanien. — Rußland : Petersburg. — Feuilleton: Akiba. Inhalt der ersten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. — Oest. - Ung. Monarchie: Paks. — Spanien. — Feuilleton: Zur Geschichte des Rabbi Joselmann von Rosheim. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Mainz. — Russland. — Feuilleton: Salomon Rothenberger. — Die allgemeine deutsche Patent- und Musterschutz-Ausstellung in Frankfurt a. M. Leitender Artikel. Pie Welt des Geistes. X. M ainz, den 29. Juni. Auch dem Honig ist die Thora verglichen. Einer der wundervollsten Psalmen ist der 19. Der königliche Sänger führt uns die Majestät der Schöpfung vor, wie sie den Ruhm und den Preis des allmächtigen Schöpfers verkündet: Der Himmel, das Firmament, der Tag, die Nacht, >die Gestirne, die Sonne — sie alle verkünden, ohne daß ihre Stimme vernommen wird, die Macht und Herrlichkeit des Allherrn. Aber nicht die Großartigkeit der Natur ist die wahrhafte Quelle der Gotteserkenntniß, sondern die Offenbarung, die Lehre Gottes, die vollkommene, die da die Seele erquickt, das Zeugniß Gottes, das wahrhafte, welches weise macht den Unerfahrenen, die Befehle Gottes, die geraden, die das Herz erfreuen, das Gebot Gottes, das lautere, welches die Augen erleuchtet, die Furcht Gottes, die reine, die da besteht fitr die Ewigkeit, die Rechte Gottes, sie sind Wahrheit, gerecht allesammt — sie sind lieblicher als Gold und künstliches Geschmeide, und süßer als Honig und Honigseim. Dieser letztere Vergleich der Thorah mit dem Golde und mit dem Honig fordert zum Nachdenken auf; beide, sowohl das Gold als der Honig, werden von den Menschen sehr geschätzt, beide haben ihre Licht- und ihre Schattenseite. Das Gold, so vielfach erstrebt, so hoch geachtet und erwünscht, so mächtig und einflußreich, ist doch nur Mittel zum Zweck; freilich ein Mittel, für welches fast alle Güter des irdischen Lebens zu erlangen sind. Dagegen kann das Gold nie Selbstzweck sein. Wenn Jemand durch die Wüste wandert, so Helsen ihm alle Schätze nicht, die er bei sich führt, und er kann trotz seines vielen Goldes und seiner großen Diamanten vor Hunger und Durst umkommen. Als die Römer Jerusalem belagerten und in der von Feinden eingeschlossenen Stadt für Geld keine Lebenmittel mehr zu haben waren, da warf Maratha, die Tochter des Beothus, alle ihre Schätze auf die Straße und sprach: Was können diese mir nützen! In geordneten Verhältnissen dagegen wird Niemand sobald des Goldes überdrüssig. Wer oas Geld liebt, wird des Geldes nicht satt," sagt der weise König; „Niemand stirbt, der auch nur die