Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 26 (29.6.1881)
- Date
- 1881-06-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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xxn. Jahrgang. M 2«. Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von ör. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 29. Juni 3041 (1881). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 2-» Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Dösterreichische Banknoten laut Cours. — Tirecte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Neicbs-Mark oder 7 sl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Pa mit dem 1. Juki 1881 ein neues Huartak beginnt, fo ertauben wir «ns, die geehrten Avon - rrenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich Sei der Wost das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Wersendung Keine Unterbrechung erleide. Inhalt. Leitender Artikel: Die Welt des Geistes. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Mainz. Rödelheim. Berlin. Altona. — Desterr. - Ungar. Monarchie: Prag. — Rußland: Aus Mariupol. — Feuilleton: Akiba. Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Ans Forchheim. Berlin. Aus Schlesien. — Test.-Ungar. Monarchie: Wien. — England: London. — Rußland: Czenstochau. —- Feuilleton: Salomon Rothenberger. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Wiesbaden. Trier. Breslau. Inhalt der Extra-Beilage: Spenden-Berzeichnisse. Leitender Artikel. Jie Welt des Geistes. IX. Mainz, den 24. Juni. Das Oel vermischt sich nicht allein nicht mit den anderen Flüssigkeiten, es bleibt stets oben. '*! 7JPJ1 D'hdid 'man *)« , p'ity nvyj nn Aehnlich verhält es sich mit Israel. Nicht etwa daß Israel ein weltbeherrschendes Volk war und ist, daß unser Volk jemals das Streben gehabt Härte, andere Nationen zu unterjochen — nichts von allem dem. Es soll mit dem oben angeführten Ausspruche unserer Weisen nur die Spannkraft des jüdischen Geistes bezeichnet werden, die weder vernichtet noch ans die Dauer unterdrückt werden kann. Wenn der jüdische Geist noch so lange gewaltsam niedergehalten wird, so schnellt er wieder empor und erringt sich Lust und Freiheit. Die Geschichte des israelitischen Volkes beweist das zur Genüge. In Aegypten wurden unsre Väter geknechtet; sie waren noch von geringer Anzahl, kaum mehr als eine zahlreiche Familie, ohne irgend welche Institutionen. Jedes andere Geschlecht wäre zu Grunde gegangen, wäre geistig, sittlich und körperlich verkommen in den langen Jahrzehnten der Sklaverei. Israel dagegen, kaum befreit, verläßt es mit hocherhobenem Haupte das Land der Unterdrücker, und die Heerschaaren des Herrn ziehen ihrer hohen Bestimmung entgegen. Im gelobten Lande verfällt Israel dem Geschicke, von seinen götzendienerischen Nachbarn verführt zu werden^ Sie alle knechten es der Reihe nach: Die Aramäer, die Moabiter, die Midianiter, die Amoniter, die Kanaaniter, die Philister; sie alle bedrücken es und versuchen cs zu vernichten. Aber Israel findet stets wieder den Weg zu seinem Gotte und damit zugleich Hilfe gegen die übermächtigen Feinde. Als das Haus unseres Gottes zertrümmert wurde und unser Volk in die Fremde wandern mußte, wurde es mehr als einmal von gänzlicher Vernichtung bedroht. Der Abfall vom Gottesgesetz hatte stets die Bedrückung von Seiten der Feinde