Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 24 (13.6.1881)
- Date
- 1881-06-13
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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602 des Andenken unter ihren Glanbensbrüdern erhalten, indem sie unsere Pflanzstätte altjüdischer Frömmigkeit und Glaubenswissenschaft durch fromme Stiftungen bedenken! Wer uns eine Gabe spendet erwirbt sich das erhebende und lohnende Bewußtsein echt jüdischer und zugleich humaner Pflichterfüllung. Er hat damit einem befähigten, strebsamen, aber mittellosen Jünglinge die Vorbereitung zu einem ehrenvollen und gemeinnützigen Berufe und zur Gewinnung einer geachteten und segenspendenden Lebensstellung ermöglicht, dem Vaterlande einen kenntnißreichen und berufsfreudigen Mitarbeiter am allgemein menschlichen Erziehungswerke, einer jüdischen Gemeinde einen gottesfürchtigen Lehrer und Cultusbeamten zugeführt, und zugleich das Thorastudium und die Uebung frommer Werke befördert. Einer Anstalt von solchem Werthe in solcher Bedeutung für die Gegenwart und so vielverheißenden Folgen für die religiöse Belehrung und Erziehung und die bürgerliche Wohlfahrt der kommenden Geschlechter kann und wird es in Israel an den äußern Mitteln nicht fehlen, die zur vollständigen Lösung ihrer Aufgabe unentbehrlich sind. Zun: Schlüsse haben wir noch allen Spendern der im finanziellen Theile unseres Berichtes verzeichnten Gaben, insbesondere aber unfern hochverehrten Eollegen Herrn I. M. Marx hier und Herrn I. Frenke! in Frankfurt a. M. für deren unermüdliche und erfolgreiche Thätigkeit unseren wärmsten und tiefgefühltesten Dank auszusprechen. Herrn Sanitätsrath Dr. Cassel hier verdanken wir die unentgeltliche ärztliche Behandlung mehrerer Zöglinge, sowie unserm geehrten Freunde Herrn I. Weinberg in Nottingham das werthvolle Geschenk von 12 Exemplaren „Hirsch's Pentateuch" zur Verkeilung an besonders befähigte Zöglinge bei deren: Abgänge. Kempen Pr.-Posen, den 6. Juni. Gestern in der Mittagsstunde brach in dem Theile unserer Stadt, der zumeist von armen jüdischen Familien bewohnt wird, eine Feuersbrunst aus, die bei der Hitze des Tages mit solcher Eile um sich griff, daß in wenigen Stunden eine Reihe von Häusern ein Raub der Flammen wurde. Durch diesen sehr bedauerlichen Vorfall wurde leider in unserer Gemeinde ein sehr edles Werk, welches dieser Woche in Angriff genommen werden sollte, wenn nicht aufgehoben, so doch aufgeschoben. Es sollte nämlich auf Anregung unseres Herrn Rabbiners Dr. L. Münz, der in seiner Rede am letzten Tage rupwLin ergreifender und eindringlicher Weise auf die so überaus traurige und verzweiflungsvolle Lage unserer verfolgten Glaubensgenossen im südlichen Rußland hinwies, eine außerordentliche Collekte für diese Unglücklichen vorgenommen werden. Bei dem erschütternden Eindruck, den die Worte des Redners auf die zahlreichen Zuhörer machten, war zu erwarten, daß das Ergebnis; der Sammlung sich günstig gestalten werde. Da aber nun durch die verheerende Macht des Feuers eine Anzahl jüdischer Familien in der Mitte der hiesigen Gemeinde ihr Hab nnd Gut zun: größeren Theile eingebüßt hat und in eine hilfsbedürftige Lage gerathen ist, so wird angesichts dieses nahen Unglücks die öffentliche Wohlthätigkeit vorläufig zu keinem auswärtigen Zwecke in Anspruch genommen werden können und so die beabsichtigte Sammlung jedenfalls aufgefchoben werden müssen. Möge dieses edle Werk, die Unterstützung unserer verfolgten und so namenlos unglücklichen russischen Glaubensbrüder, durch den von der Nothwendigkeit gebotenen Aufschub keinen Abbruch erleiden. Bei dieser Gelegenheit wollen wir auch eine Ungenauigkeit in unserem Artikel in Nr. 11 des „Israelit", in welchem zwei unsere h. Ehegesetzc verletzenden Begebenheiten zur öffentlichen Kenntniß gebracht wurden, berichtigen. Der Ort, in dem die Frau Mina Goldstein mit einem Manne, Namens Sabel, in religionswidriger Ehe lebt, ist nicht das Sohrau, das in Oberschlesien sich befindet, sondern, wie schon Herr Dr. Immanuel Deutsch, laut seiner Aeußerung in dir. 13 d. Bl. richtig vermuthet hat, dasjenige Sorau, welches im Regierungsbezirk Frankfurt a. d. O. liegt. I. M. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Dem achten Jahresbericht der israelitischen Allianz zu Wien pro 1880 entnehmen wir: In unserem letzten Rechenschaftsberichte haben wir Ihnen eingehend die Motive dargelegt, welche uns zu dem Beschlüsse bestimmt haben an die Errichtung einer „Lehranstalt zur Heranbildung von Religionslehrern zu schreiten. Gestärkt durch Ihre Zustimmung, wurden die vorbereitenden Schritte in der Weise getroffen, daß die Lehranstalt im Oktober 1880 eröffnet werden konnte. Es wurde vorläufig blos für die beiden ersten der in Aussicht genommenen vier Jahrgänge ein provisorischer Lehrplan für die Vorträge entworfen, um an der Hand der erst zu sammelnden Erfahrungen etwa nothwendige Verbesserungen und Ergänzungen vornehmen zu können. Von dem Gedanken ausgehend, daß bei Eröffnung der Lehranstalt und für die Heranbildung der ersten Hörer Rigorosität am Platze sei, haben wir nur 16 Bewerbern die Aufnahme gewährt. Die Snbventionirung von Gemeinden nach nn-