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Der Israelit · 1881-06-13 · Heft 24 (13.6.1881) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 24 (13.6.1881)
Date
1881-06-13
Page
– (sequence 25)
Language
German
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XXII. Jahrgang. Dritte Beilage zu Nr. 24 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Köln. Dem Rechenschaftsbericht des Vereines zur Unterhaltung eines jüdischen Lehrer-Seminars in Rheinland für das vierzehnte Jahr seines Bestehens entnehmen wir: Mit dem Beginne dieses Wintersemesters sind wiederum fünf Zöglinge nach vollendeter Ausbildung entlassen worden und haben in Hohenlimburg (Wests.), Witten (Wests.), Kirn (Rheinpr.), Bensheim (Darmstadt) und in Elberfeld Verwendung gefunden. Wir können unseren Freunden die Versicherung ertheilen, daß nach den uns zugehenden sehr erfreulichen Berichten diese jungen Lehrer nicht nur in der Schule, sondern auch außerhalb derselben durch Lehre und Beispiel in treuer und gewissenhafter Pflichterfüllung sich in dem kurzen Zeiträume ihrer amtlichen Wirksamkeit bereits vortrefflich bewährt und ehrende Anerkennung gefunden haben. Mit dem Beginne dieses Semesters war es uns vergönnt, zwölf neuen Aspiranten die Pforten unserer Anstalt erschließen, so daß dieselbe nunmehr von 26 Zöglingen besucht wird. Neun derselben werden, wie wir hoffen, mit dem Schlüsse des Sommersemesters ihre Ausbildung vollendet haben und den sich bewerbenden Gemeinden als Lehrer zugewiesen werden könuen. Die aus allen Theilen unseres Vaterlandes uns zugehenden und stets sich mehrenden Gesuche jüdischer Gemeinden um Zuwendung von Lehrern, sowie die große Zahl der sich zur Aufnahme meldenden Aspiranten, sind einerseits ein ehrendes Zeugniß des unserer Anstalt entgegengebrachten Vertrauens, zugleich aber für uns eine ernste Mahnung zur stetigen Erweiterung unseres Wirkungskreises durch die Aufnahme einer bei weitem größeren Schülerzahl, durch welche wir dem in so weiten Kreisen sich kundgebenden Bedürfnisse ausgiebiger als bisher Genüge zu leisten vermögen. Wenn wir uns der thätigen Theilnahme unserer Freunde, die sich ja auch in unserem Spcndenverzeichniffe erfreulich kundgibt, wie bisher in vollem Maße würdig erhalten wollen, so dürfen nicht mehr so zahlreiche Gesuche beiderlei Art unberücksichtigt bleiben. In Anerkennung dieses Bedürfnisses ist jüngst in Fulda eine Anzahl von thatkräftigen, einsichtsvollen und für unsere Bildungszwecke begeisterten Männern zu einem Comits zufammengetreten. Es besteht aus den Herren Nath. Eschwege, Heinr. Hessdörfer, A. Birnbaum, A. Klebe, M. Neilhaus und Ed. Stiebet und erstrebt das Ziel, für unseren Seminar-Verein neue Mitglieder und reichere Mittel zu gewinnen, um unserer Anstalt die Aufnahme einer größeren Schülerzahl aus dortiger Gegend zu ermöglichen. Die Wirksamkeit dieses Eomite's hat bereits in erfreulicher Weise begonnen und soll in nächster Zeit aut das ganze ehemals kurhessische Gebiet ausgedehnt werden. Herr Provinzial-Rabbiner Dr. M. Eahn in Fulda, unser hochverehrter College im Curatorium, hat ebenfalls dem gedachten Eomite bereits namhafte Summen zur Uebermittelung 'au uns eingehändigt. Mit den Gefühlen des innigsten Dankes müssen wir die entschlossene Thätigkeit dieser wackern und hochachtbaren Männer begrüßen und ermuntern. Wir können nur lebhaft wünschen, daß auch in anderen Gebieten unseres Vaterlandes solche Eomiw's gleich denen in Fulda und Frankfurt a. M. sich bilden und sich uns anschließen möchten. Es ist eine für den Menschenfreund tröstliche und erfreuliche Erscheinung, wenn in unserer angeblich nur auf das Materielle gerichteten Zeit das Streben nach den höheren und höchsten Lebenszielen so warme und opferwillige Freunde und Förderer gefunden hat. Für uns jedoch erwächst aus dieser erfreulichen Wahrnehmung eine neue Verpflichtung. Wir dürfen nicht verhehlen, daß die jetzigen Lehrräume unserer Anstalt schon für unseren gegenwärtigen Schülerbestand kaum ausreichend sind und daß wir die Wohn- und Schlafräume für eine größere Anzahl schon jetzt außerhalb unseres Hauses haben aufsuchen müssen. Wir müssen daher allen unseren Freunden nah und fern die dringende Bitte an's Herz legen, uns durch ihren Einfluß stets neue Gönner und immer reichere Mittel zuzuführen, damit wir nicht nur für die Verpflegungskosten einer größeren Schülerzahl, sonder auch für einen Neubau Sorge tragen können, welcher die zur Aufnahme derselben und zur Bildung neuer Klassen unbedingt erforderlichen Räumlichkeiten darbietet. Mögen insbesondere die Reichbegüterten in Israel sich selbst oder ihren Heimgegangenen Angehörigen zu ihrem ewigen Seelenheile ein bleibendes ehren-

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