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Der Israelit · 1881-06-13 · Heft 24 (13.6.1881) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 24 (13.6.1881)
Date
1881-06-13
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXII. Jahrgang. Zweite Leilage zu tlr. 24 des Israelit. Leitender Artikel. Israels Heerlager. Von Naphtali Simon. Ein volles Jahr war verflossen, seitdem die „Bene Jisrael," die Söhne Jakob-Israels, als die 'n nwas, als die „Heere Gottes" aus Egypten geogen waren — zwölf verschiedenartige Stämme, urch den einen gemeinsamen Ahn, durch die gleiche gemeinsame Aufgabe, zu einem Volke verbunden. In der Wüste, dem nächsten Ziele ihres wunderbaren Auszuges, war ihnen das Gesetz offenbart worden, für welches sie im Lande ihrer Väter zu einem blühenden Staate sich entwickeln sollten. Dieses üppige Land befand sich im Besitze der entarteten kenanitischen Völkerschaften, die vor der Majestät der göttlichen Allmacht, welche in dem, das Gesetz Gottes getreulich befolgenden Volke Israel ihren Herold an die Menschheit finden wollte, zurückweichen sollten. „Ich werde den Schrecken Meiner Macht vor dich hersenden," lautet die Verheißung 2. B. M. 23, 27, und die ganze Bevölkerung, unter welche du einziehen wirst, in jähe Verwirrung bringen; Ich lasse alle deine Feinde dir den Nacken zuwenden." Und außer dem Gesetze war in der Wüste das „Heiligthum," die „Wohnung" erstanden, das nach göttlicher Vorschrift errichtete Zelt, das Symbol einer Stätte, in welcher das Gesetz seine Verwirklichung auf Erden findet. Dieses Zelt barg die „Tafeln des Zeugnisses," des Zeugnisses, daß das dem lebendigen Geiste des Volkes zur ewigen Ueberlieferung von Geschlecht zu Geschlecht anvertraute Gesetz unmittelbar von Gott egeben worden, daß es nicht der menschlichen eschränkten Weisheit entstamme, sondern so ganz aus Gottes Hand der Menschheit geweiht worden sei, wie Himmel und Erde und was sie füllet dem Schöpferworte Gottes entsprungen. Unter der Herrschaft dieses einzigen göttlichen Gesetzes, so predigte die äußere Erscheinung des Heiligthums, entfaltet sich der menschliche Geist zur höchsten Blüthe miJD, gedeiht das leibliche Wohl der Menschengesellschaft, ir6tp aber die unerläßliche Bedingung ist die vollständige Hingebung des ungetheilten Menschen in allen seinen Anlagen und Bestrebungen an das Gesetz Gottes mto, daß er dem Ideale immer näher zu kommen suche, welches in der Thora ihm entgegenstrahlt. Dann wird die von dem Sterblichen in freier sittlicher Entschließung dem Göttlichen geweihte Erde ttnpo eine Stätte der göttlichen „Nähe," der .ijoip, wird pspo der Thron Gottes, des allliebenden Vaters der Menschheit, der die Ihm huldigenden Menschenkreise mit Seinem Segen beglückt. Der erste Meuschenkreis, welcher also wieder ganz zu Gott zurückkehren sollte, war der aus Egypten gezogene israelitische Stamm; und das Land, welches unter der Herrschaft der Thora wiederum zuerst zu einem Eden erblühen sollte, war Kenaan, ‘■w-w p>v, der den Stammvätern dieses Volkes verheißene Boden. Diese Söhne Israels sollten nunmehr von der Wüste Sinai ihren Einzug in dieses Land bewerkstelligen. Vor zwei Jahrhunderten war Jakob-Israel von Kenaan mit siebzig Seelen nach Egypten gezogen, ein Volk von mehr denn sechsmalhunderttausend Männern im Alter von zwanzig Jahren und darüber sollten seine Enkel wieder heimkehren. Bevor sie aber ausbrechen, bevor sie sich von der bedeutungsvollen Stätte trennen sollten, an welcher das Kleinod der Menschheit, das Gottesgesetz, ihnen geoffenbart worden, hatten sie sich zu zählen in allen ihren Gliedern, in jeglichem Träger eines selbstständigen Kreises jüdischer Seelen. Jeder Mann „vom zurückgelegten zwanzigsten Jahre an" hatte sich bei den mit Moses und Aharon vereinigten zwölf Stammesfürsten einzufinden und durch die Leistung eines halben Schekels unter Nennung seines Namens nach seiner Abstammung sich als einen Theil der 'n nwa», als einen «au 8L' „in den Gesammtdienst Hinaustretenden in Israel zu bekennen, um seinen „Posten" in diesem „Gottesheere" angewiesen zu erhalten. Denn auf jeden Einzelnen zählt der Gesammtdienst Israels; auf die volle ganze Theilnahme und Mitwirkung eines Jeglichen ihrer Angehörigen hat die Gesammtheit zu rechnen, ein Jeder spendet mit seiner ganzen Leistung nur ein „halbes," ein Bruchtheil, aber dieses Bruchtheil kann die Gesammthett nicht entbehren. Und wo auch immer der Einzelne seine Stelle findet — an jeglicher Stelle mit jeglicher Anlage und Fähigkeit, soll der Gesammtdienst Israels durch ihn seine Förderung erfahren. Dieser „Dienst" ist für Alle der gleiche . . Trotz der Mannigfaltigkeit des Charakters, der Beschäftigung, der Geistesanlagen harret ein und dieselbe Aufgabe ihrer Aller, sind sie Alle, die Glieder

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