Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 24 (13.6.1881)
- Date
- 1881-06-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXII. Jahrgang. M 241. Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von I»r. Lehmann in Mainz. Mitlwoch, den 13. Juni 5641 (1881). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. MT" Da mit dem 1. Juki 1881 ein neues Hnartak beginnt, fo ertauben wir «us, die geekrlc« Avon - nenlen daran! aufmerksam zu machen, daß namentkich bei der 'Most das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die H5erfendnng Keine Alnterbrechung erleide. Inhalt. Leitender Artikel: Tie Welt des Eeistes. Zeitungsnachrichten und Eorrefpondenzen: Deutschland: Mainz. Würzburg. Würzburg. Straßbnrg. — Holland: Amsterdam. — Frankreich: Paris. - Feuilleton: Akiba. v Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Fürth. Kassel. — Desterr.-Ung. Monarchie: Preßburg. — Rußland: Petersburg. — Palästina: Jerusalem. Feuilleton: Tie Jugendfreunde. Inhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Israels Heerlager. Feuilleton: Tie allgemeine deutsche Patent - und Musterschutz- Ausstellung zu Franksurt a. M. Inhalt der dritten Beilage: Zeitungsnachrichten und Eorrefpondenzen: Deutschland: Köln. Kempen. — Test.-Ung. Monarchie: Wien. — Leitender Artikel. Pie Welt des Geistes. VII. Mainz, den 9. Juni. Das Sichhineinleben in die Welt des Geistes der Thora ist mit nicht geringen Schwierigkeiten verknüpft. cnx min nm rzx pmo is-di io m^nn fon no .ln^nro „Wie das Oel anfangs bitter schmeckt, später aber süß, so. tritt auch bei Erlernung der Thora zuerst die Bitterkeit zu Tage." Schou die Erziehung der Kinder im Geiste der Thora ist manchmal sehr schwer. Die erste Bedingung des menschlichen Daseins, die Gewinnung des Lebensunterhaltes, wird nicht dadurch gefördert. Die Gewinnung profaner Kenntnisse ist nothwendig für die spätere Ausübung eines Handwerkes, einer Kunst, oder für die Handhabung eines Geschäfts; aber die Erlernung der hebräischen Sprache, der heiligen Schrift und'ihrer Eommentare, der Mischnah und des Talmud befähigt nicht für die Erwerbung materieller Güter. So sehen wir denn auch in unserer Zeit, daß das Studium der Thorc^in wahr-'. Haft betrübender Weise vernachlässigt wird. Seitdem die Pforten der Ghetti sich geöffnet haben und unsere Glaubensgenossen sich frei bewegen dürfen auf dem Markte des Lebens, ist das Streben nach materiellem Besitz zu sehr in den Vordergrund getreten und verdrängt die idealen Güter mehr und mehr. Selbst die Bessern werden in den Strudel hineingezogen und für die Besten thürmen sich dadurch die Hindernisse bis zu einer erschrecklichen Höhe. Früher war der Jude, der sein .Kind in der Thara unterrichten lassen wollte, nicht in Verlegenheit. In jeder Stadt, in jedem Dorfe, wo auch immer eine größere Anzahl von Glaubensgenossen lebte, gab es Lehrer i und Schüler, die sich die Beschäftigung mit der Thora zur Lebensaufgabe niachten. Heute ist das anders. Die Thorakenntniß ist selten geworden; Lehrer und Schüler findnr sich nur selten vor, uub wer selbst den Willen hat, sein Kind in der Thora unterrichten zu lassen, findet nur unter Mühen und Aufopferung die passende Gelegenheit.