Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 23 (8.6.1881)
- Date
- 1881-06-08
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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561 Abend in der Loge ihre krumme Nase zur Schau trage. — Stürmisches Bravo folgte dieser Auseinandersetzung. Der Handwerker, der die Partei der Juden genommen, wollte sich aber nicht beruhigen, er meinte, daß ein Jagdvergnügen der Herren Gutsbesitzer vielleicht so viel koste, wie ein Abonnement im Theater und daß bei dieser Art Vergnügungen und den Abend- und Frühschoppen das Geschäft wohl zurückgehen müsse, doch wenn die Frau Cohn ins Theater gehe, arbeite der Herr Cohn weiter in seinem Geschäfte, kurz die Juden seien fleißig, das könne ihnen Keiner nehmen. „Was!" sprang ein Mann in einem sehr fragwürdigen Anzug auf, „wer wagt es, die Juden hier Zu vertheidigcn, die uns unser Geld nehmen, für unser Geld sich Häuser bauen, mit unserm Geld sich Equipagen anschaffen? Ich habe-" „Nur nicht dicke thun!" unterbrach ein jovial aussehender Schlossermeister den Redeerguß, „von Ihnen werden sie noch nich viel Geld bekommen haben, von Ihre Jroschens können se sich kcene Equipagen halten!" „Ich muß die Herren bitten," gebot der Vorsitzende, „nicht persönlich zu werden und den Ernst der Versammlung nicht durch ungehörige Witze zu stören!" Beifallrufe und Zischen lohnten dieses Impromptu. „Ich möchte mir erlauben," begann von der Tribüne herab ein dünnes Männchen mit ausgesprochen orientalischem Typus, „auch meine Meinung — — " „Runter! runter! Juden raus! Juden haben hier nichts zu sprechen! Haut ihn!" so tobte es durcheinander. Endlich gelang es dem Vorsitzenden die Menge zu beruhigen, der Mann sei Jude gewesen und sei es nicht mehr, er sei der beste Gehilfe des Herrn Stöcker, er wolle gegen die Juden sprechen. Da ließ man ihn zu Worte kommen. Während dieser rüden Scene hatten zwei Männer, die schweigend sich gegenüber saßen, den Saal verlassen; augenscheinlich waren sie beide fremd hier. Der Eine dieser beiden Männer kehrte aber ungefähr nach einer Viertelstunde zurück, bald erschien auch ein Schutzmann in dem Saale. Als ein wild aussehender Mann die Tribüne betrat, der vom Vorsitzenden als besonders thätig für die christliche und gute Sache geschildert wurde, winkte der Mann den Schutzmann herbei, der auf die Tribüne zuschritt, dem Vorsitzenden einige Worte zuflüsterte und den Nahestehenden vernehmlich zu dem Redner sich wendete: „Herr Rothkopf, Sie sind verhaftet." (Fortsetzung folgt.) AirzEiCrEir. Für den folgenden Thcil ist die Redaction nicht verantwortlich. W Inseraten - Annahme für Frankfurt a. M. bei I. Kanffmann, Buchhandlung; für Hamburg bei A. Goldschmidt, Buchhandlung, Kohlhöfen 35; für Cöln bei Leo Frank, Steinfeldergasse 7; für München bei N. Bettelheim, Färbergraben 29. A n B. K. Antwort? in Frankfurt! Warum keine 1953) K. M. H. 80 in München. Setzöfchen, bester Construction, empfiehlt zu billigen Preisen I. Rosenberg, 1714) Hanau a. M. Mädchen auS guter Familie vom ^2, Lande sucht eine Stelle als besseres Haus - oder Kindermädchen, oder auch als Verkäuferin. Offerten sub Nr. 1922 besorgt die Expedition d. Bl. /L^arapl Jeden Tag frischen Braunschweizer Spargel versendet gegen Nachnahme zu Tagespreisen BestaurantBernhardt. 1652) Braunschweig. nm Brüssel. -izD Hötel Frank. Successeur: Salomo» Goldsinit, 13 Place des Mai'tyrs. 13. Den geehrten Reisenden halte ich meine in der Nähe der Bahnhöfe gelegene, neu eingerichtete, streng Restauration und Hotel bestens empfohlen. (1685 -ro Hotel Wolf, -ien Bad Ems, in der Nähe der Bäder und Curanlagcn Neu comfortable eingerichtet. Mäßige Preise. Pension. Großer Speisesaal. Lese-, Musik- und Badezimmer. Hotel-Omnibus bei Ankunft der Züge. (1480 Gesucht ein Mädchen aus guter Familie zur Stütze der Hausfrau und zur Aushilfe im Geschäfte. Offerten erberen unter 8. 8. Kissingeu. (1910