Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 23 (8.6.1881)
- Date
- 1881-06-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XXII. Jahrgang. M 23. Der Israelit. Ei» Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 8. Juni 3641 (1881). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Neichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 85 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Österreichische Banknoten laut Cours. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 18 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Die Welt des Geistes. Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Berlin. Rothenburg a. d. Fulda. Stettin. — Oest.-Ung. Monarchie: Wien. Preßburg. Preßburg. Neusandec. — England: London. — Rußland: Kiew. Kiew. — Türkei: Konstantinopel. — Feuilleton: Akiba. Inhalt der ersten Beilage: Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Würzburg. Berlin. Aus Westphalen. Aus Westphalen. Wormditt. Hamburg. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien.' Preßburg. — England: London. — Rußland: Petersburg. — Feuilleton: Die Jugendfreunde. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Mainz. Aus Bayern. — Rußland: Petersburg. Petersburg Petersburg. Warschau. Warschau. — Feuilleton: Aus dem Tagebuche eines Bezirks-Rabbiners. Inhalt der dritten Beilage: Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Nieder- Saulheim. Berlin. Frankfurt a. M. Leitende Artikel. Me Welt des Heistes. VI. Mainz, den 1. Juni. Auch dem Oele vergleicht das Prophetenwort die Thora. awo nun nan v wvi sie ivv no . on in n’6 o 3'nai .v'wv i'ivv nnb „Wie das Oel gut ist für das Haupt und gut ist für den Körper, also sind die Worte der Gotteslehre, wie es heißt: Beim Duften Deiner guten Oele. Und ferner heißt es: Denn em Geleit der Anmuth sind sie für Dein Haupt." Das Oel, das Salböl erweckt in uns die Vorstellung der Behaglichkeit und des Wohlbefindens. Wenn wir das menschliche Leben betrachten, fo besteht es ureistens aus einer ununterbrochenen Reihe von Kämpfen und Leiden. Hiflos kömmt das Kind zur Welt, angewiesen auf die Pflege seiner Eltern. Kinderkrankheiten stellen seinem zarten Leben nach. Schon mit dem Schulbesuche beginnen die kleinen Sorgen und Küminernisse, die irn Laufe der Jahre stets wachsen. Und wenn der Mensch die Lehrjahre hinter sich hat und selbst für seine Bedürfnisse sorgen muß, wenn er dazu schreitet, einen eigenen Hausstand zu gründen und gezwungen ist für Frau und Kinder zu sorgen, so beginnt ein unabläffiges Ringen und Kämpfen. Je höher der Mensch im Leben gestellt ist, desto größer sind die Kämpfe, desto bitterer sind die unausbleiblichen Enttäuschungen und Leiden, und nur zu wahr erscheint der Ausspruch, den ein berühmter Mann auf seinen Grabstein hat setzen lassen: „Er hätte viel Glück und war niemals glücklich." Denn verschwindend klein find des Lebens Freuden gegenüber den Sorgen und Kümmernissen. Wer fesselt Menschenfreuden? Wie ein Hauch vergehen sie, und das Vergnügen daran erstirbt im Genüsse. Eine unnennbare Sehnsucht lebt in dem Herzen des Jünglings und der Jungfrau. Die eheliche Liebe erscheint als der Gipfelpuntt des Glückes. Die Befriedigung tritt ein und die Sehnsucht bleibt. — Dem Armen, der die Bedürfnisse seines Leibes nicht im Stande ist zu beschaffen, erscheint der Reichthum als das höchste Glück. Günstige Umstände wirken ein, er erlangt Vermögen und preist die Zeit als eine glücklichere, in welcher ihm das trockene Brod und der Trunk Wasser so gut gemundet. — Ein junger Streber